
Top-Titel der Bücher Spiegel-Bestseller wieder sehr blutig
Wenn die Deutschen in den Urlaub streben, dann fährt der Tod in den mitgenommen Bestseller Bücher mit. Diesen Eindruck könnte man zumindest gewinnen, wenn man die aktuelle Spiegel-Bestsellerliste zur Kenntnis nimmt. Platz 1 ist eine sehr morbide Geschichte vom Meister der britischen Anatomiebeschreibung Simon Beckett. Platz 2 wird vom Altmeister der skandinavischen Mordschilderungen Henning Mankell belegt, der diesmal direkt mit 19 Leichen punktet. Lediglich der Platz 3, die Neuentdeckung Anna Gavalda, setzt einen Kontrapunkt mit familiär geprägter und guter Unterhaltungsliteratur.
1 - Simon Beckett: Leichenblässe
Krimiautor Simon Beckett schließt mit "Leichenblässe" an die Erfolge des Helden seiner ersten beiden Krimis an. Der forensische Anthropologe David Hunter ist wieder unterwegs und wird in Tennessee mit einem skrupellosen Serienmörder konfrontiert, der ihn und einen befreundeten Wissenschaftler vor große Probleme stellt. Eigentlich möchte sich Hunter nur erholen, doch eine stark verweste Leiche bringt zunächst seinen Freund und dann ihn auf Trab. Nicht zur Freude der örtlichen Polizei entdecken Hunter und Kollegen spannende Zusammenhänge, die den Leser auch auf Trab bringen können. Es sei denn, er schätzt es weniger, wenn allzu genau die Details einer Leichenöffnung berichtet werden.
2 - Henning Mankell: Der Chinese
Henning Mankell lässt diesmal seinen Kommissar Wallender außen vor, wenn er uns zu einer entsetzlichen Entdeckung ins kleine schwedische Dorf Hudiksvall führt. Hier sind neunzehn Menschen auf sehr bestialische Art um ihr Leben gebracht worden. Während die Polizei noch an die Tat eines Wahnsinnigen glaubt, gibt es eine unentwegte Richterin, die sofort andere Zusammenhänge erkennt. Da die Polizei ihr nicht folgen will, wird sie selbst als Detektivin aktiv. Diese Arbeit führt sie nach China, wo die Richterin schnell erkennen muss, dass schreckliche Machenschaften politischer Funktionsträger hinter dem Mord-Massaker stehen müssen. Mankell gelingt es wieder, eine Vielzahl von Charakteren mit spannenden Ortwechseln zu verknüpfen.
3 - Anna Gavalda: Alles Glück kommt nie
Charles Balanda ist nicht nur ein Architekt in den besten Jahren, sondern auch sehr glücklich und zufrieden, bis er einen Brief bekommt, der sein Leben verändert. Hier wird ihm lapidar mitgeteilt, dass seine große Liebe inzwischen verschieden ist.
Anna Gavalda enthüllt dann in spannenden Szenen, welche Frau sich hinter der geheimnisvollen Geliebten verborgen hat. Durch den Brief aufgewühlt, begibt sich Buganda auf die Spurensuche, was schließlich sein komplett wohlorganisiertes Leben verändern wird. Natürlich findet er auch eine neue Liebe und kann so frohgemut schließlich doch wieder an seine alten Erfolge anknüpfen.
Anna Gavalda zeigt sich hier wieder als Meisterin, das Happy-End auf sehr verschlungenen Wegen anzugehen.

