Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie die Autos in meiner Kindheit ausgesehen haben. Das klassische Auto, dass man auf der Straße sah, war wohl ganz unspektakulär der VW Golf, aus dem Fernsehen kannte man Magnums Ferrari, Ray´s Corvette „Stingray“ und Michael Knights Pontiac Firebird, genannt „K.I.T.T.“, im Kino kam dann Marty McFly mit Doc Browns De Lorean auf die Bühne. Und so prägte sich wohl auch mein Bild, wie normale, coole oder abgefahrene Autos ungefähr auszusehen haben.

Was ich in den letzten Jahren so auf den Straßen beobachten muss, hat mit meiner kindlich geprägten Ur-Vorstellung von Autos im weitesten Sinn nicht mehr unbedingt viel gemein. Ich meine, natürlich hat jeder Autohersteller so seine Design-Aussetzer gehabt, man denke an den Fiat „Multipla“ oder eine Baureihe des Renault Megane (mit „elegantem“ Knick im Heck), nur um zwei Beispiele zu nennen. Diese Fahrzeuge waren aber (wohl auch zu recht) nicht unbedingt Verkaufsschlager, soll heissen, an ihnen wurde recht schnell einiges verändert.
Aber warum geben unzählige Leute tatsächlich Unmengen von Geld aus, um einen „VW-Jeep“ (Touareq) zu fahren? Abgesehen davon, dass niemand ein solches Fahrzeug wirklich braucht (Allradantrieb, rund 300 PS, 25 l auf 100 km, 5 m lang, nur um am Ku´Damm gut von der Ampel loszukommen?), gebe ich doch nicht gefühlt das Zehnfache aus, als ich für einen VW Fox ausgegeben hätte, um am Ende doch den gleichen Autoschlüsselanhänger wie der Fox-Fahrer an meinem Schlüssel zu haben. Noch besser wird’s, wenn ich noch mehr Geld drauflege, um mir dann einen Cayenne zu kaufen, der dann fast genauso aussieht wie der Touareq und mir nochmehr „Vorteile“, also mehr unnötige PS, mehr Spritverbrauch, etc. liefert.
Es verdient, erwähnt zu werden, hat auch der „Schönling“, den BMW zusammengeschustert hat, um auf die SUV-Welle aufzuspringen, der BMW X6. Schaut Euch diese Meisterleistung an wunderschöner Formvollendung am besten einmal in einem knalligen Grün an, und lasst mich wissen, ob Euch dieses Fahrzeug spätestens dann nicht auch aneine fette Kröte erinnert.
Das Einzige, was ich noch besser finde, als die genannten Fahrzeuge, sind selbige in der fantastischen Modefarbe „weiß“, was natürlich nur so vor Seriösität schreit, wenn damit vorgefahren wird, oder aber alternativ „Matt-Schwarz“ , so als habe man den Wagen so dringend haben wollen, dass man auf das Fertiglackieren im Werk nicht warten konnte.
Nennt mich ruhig spießig oder langweilig, aber beim Autokauf sollte sich das Verhältnis zwischen konservativ und rational gegenüber unvernünftig und emotional in meinen Augen wenigstens die Waage halten.
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