„Bleibe jung im Herzen“- Einfach gesagt, aber WIE?
Um auf diese Frage eine Antwort zu bekommen, versuchte Bob Cilman vor 26 Jahren etwas Unkonventionelles: Er ließ Rentner Rock- und Popsongs einstudieren, um dieses dann vor Publikum vorzutragen. Was als Seniorenprojekt begann, kann man nun im Kino bewundern. Einfühlsam dokumentiert Stephen Walker die Proben vor der letzten Tour, die Vorstellung der neuen Songs, die Schwierigkeiten, die ihnen Songs wie „Schizophrenia“ (ein Punksong) bereiten. Deutlich wird, wie viel Ehrgeiz in den Rentnern steckt, wie viel Lebensmut, auch wenn es mit ihrer Gesundheit nicht immer ums Beste bestellt ist. Angeblich vergessen sie beim Singen der, für sie, ungewöhnlichen Lieder ihre Schmerzen, ihre Leiden.

Während sie Singen hat man wirklich das Gefühl, sie wären in einen „Jungbrunnen“ gefallen, sie machen Faxen wie Kinder, wenn ihnen ein Song beim ersten Hören nicht gefällt. Allerdings holt die Gruppe auch einige Male die Wirklichkeit wieder ein, wenn während der Proben und des Drehs zwei ihrer Mitglieder sterben. Wenn sie dann einige der gemeinsam geprobten Lieder ihren verblichenen Kollegen und ihrem Familien widmen, kriegt man schon einen Kloß im Hals, vor Rührung. Und auch bei Blicken auf das andere Publikum, sei es im Kinosaal oder auf der Leinwand, sieht man viele feuchte Augen und man weiß: „Ich bin nicht allein“.
Normalerweise behauptet man, dass die meisten Cover- Songs dem Original selten das Wasser reichen können. Nachdem man sich aber mit der Musik von Young @ heart länger beschäftigt hat, fühlt man das viele ihrer ausgewählten Songs mehr „Fleisch und Blut“ bekommen, einfach weil manche Texte einfach eine noch viel sinbildlichere Bedeutung bekommen, wenn sie von einem über 80-Jährigen interpretiert werden.
Sehr eindrucksvoll kann man das vor Allem an den Song „Fix you“ (Original von Coldplay) sehen, den Fred Knittle als Duett mit einem Partner begann und als Solo beenden musste, als dieser starb. Trotz der vielen, vielen Momente, die einem sehr zu Herzen gehen, etwa als Bob im Krankenhaus erfährt, dass sein Krebs wieder ausgebrochen ist, macht der Film keine Angst vor dem Älterwerden. Ganz im Gegenteil, wenn man in diesem Alter noch mit solcher Freude an so einem Projekt teilnehmen kann, "Young @ Heart“ bleibt, dann gibt es fast schon ein gewisses Gefühl von „Vorfreude“.

