Der neue PEUGEOT 108

Charmant gestalteter Kleinwagen

Der neue PEUGEOT 108

Toyota, Citroen und Peugeot. Sie alle haben eines gemein: den Kleinwagen und dieselbe Plattform. Toyota Aygo, Citroen C1 und Peugeot 108 basieren alle auf demselben Grundgerüst. Da heißt es viel individualisieren, um die Kunden, bevorzugt die Frauen, für sich zu gewinnen. Der zuletzt genannte Franzose bringt dabei gleich sieben verschiedene Dekors, die sich nicht nur außen wiederfinden, sondern auch im Innenraum dezent auftragen.

Weder auf den ersten noch den zweiten Blick lässt sich wahrscheinlich erkennen, in welchem Universum diese drei unterschiedlichen Autos ein und dasselbe sind. Die Designer haben auch wirklich alles inklusive dem sprichwörtlichen letzten Hemd gegeben, dass das nicht auffällt. Keiner sieht dem anderen gleich, nur eben unter dem Blech, da sind sie alle drei irgendwie ein und dasselbe Auto. Kleine Dreizylinder-Motoren, die entweder 68 oder 82 PS leisten. Ich persönlich würde zum größeren 1,2-Liter PureTech greifen. Nicht nur weil Pferdchen unter der Haube hat, nein weil mir das andere Getriebe dabei besser gefällt. Es ist leichtgängiger, präziser und der Schalthebel ragt höher in die Kabine.

Beim 1,0-Liter Dreizylinder mit 68 PS gibt es auch ein manuelles Fünfganggetriebe, allerdings ist es ein anderes, das sich nicht so sauber schalten lässt und dadurch auch den Spaß mindert. Wenig Spaß macht mir auch das MirrorLink-System, das die Navigationssoftware ersetzt. Das Smartphone auf einen in der Mittelkonsole angebrachten Touchscreen zu spiegeln kann eine ganz sinnvolle Idee sein. Dabei müssen aber gewisse Punkte beachtet werden. Wer schon einmal ein Smartphone als Navigationsgerät benutzt hat, dem ist eventuell die Hitzeentwicklung aufgefallen.

Der neue PEUGEOT 108

Nun im Peugeot 108 ist uns diese auf der Testfahrt in und um Paris zum Verhängnis geworden, denn das Smartphone wurde deutlich zu heiß und legte eine Pause ein. Wir waren auf einen Schlag ohne Navigation irgendwo im Umland von Paris. Das Smartphone musste erst wieder runterkühlen, bevor wir weiterfahren konnten.

Typisch für den Franzosen ist das weiche, komfortable Fahrwerk. In Frankreich macht es Sinn bei löchrigen Straßen eher auf die Komfort bewusste Umsetzung zu kalibrieren. Für den deutschen Durchschnittsfahrer mag das auf den ersten Metern als „zu schwammig“ erscheinen, man gewöhnt sich aber relativ schnell daran. Erfreulich ist das geringe Gewicht von 840 Kilogramm, da haben die kleinen Motoren auch nicht viel zu schleppen.

3,8 bis 4,3 Liter auf 100 Kilometer gönnen sich die Motörchen dabei aus dem 35 Liter kleinen Tank. Realistischer Werte ohne weiter darauf zu achten war knapp oberhalb von fünf Litern. Das soll heißen, wer eher darauf achtet, wie viel Durchfluss der Dreizylinder hat, der sollte sehr nah an die Normangaben herankommen.

Vorne ein dezent angriffslustiger Blick und hinten süß. Und dazwischen warten entweder die Designs auf oder auch fast ein kleines Cabrio. Gegen Aufpreis kommen Fünf- sowie Dreitürer mit einem soften Faltdach, dass auch nochmals in verschiedenen Farben geordert werden kann. Der Kofferraum von 227 bis 868 Litern bleibt dabei immer unberührt. Das zusammenfalte Dach ruht auf den Holmen, bis es wieder geschlossen wird.

Schlechte Autos gibt es heutzutage nicht mehr, maximal noch schlechte Technik. Von MirrorLink war ich bisher nicht überzeugt und auch die Fahrt gehäuft von Problemen hat bewiesen, dass noch immer „der Wurm drin ist“. Wer einen Wagen dieser Größe will, der hat aktuell die Qual der Wahl von mehr als 17 verschiedenen Modellen fast aller Hersteller. Mit dem Peugeot 108 werfen die Franzosen einen sehr individuellen kleinen Löwen in die Grube, der mitunter viele Herzen für sich gewinnen sollte.

 

Fotos & Text (c) Fabian Meßner

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