Werbung | Blender, Maulhelden & Wichtigtuer

blenderMan findet sie vornehmlich im BWL-Studium, im Jurastudium und später in Unternehmensberatungen, Versicherungen, Immobilienmaklerbüros und Kanzleien:

Blender.

Dabei sollte ich wohl besser klarstellen, was ich mit dem Begriff überhaupt meine. Mit Blender meine ich nicht jene, die sich Plagiate besorgen und somit vorgeben etwas teures zu besitzen, was bei genauerem Hinsehen eigentlich gar nicht so teuer war. Ich denke sowas hat jeder -mich eingeschlossen- schon einmal getan und wer von Euch da draußen ohne Schuld ist werfe den ersten Stein, die erste „Vuitton“- Tasche, „Rolex“-Uhr oder „Gucci“-Brille! So gesehen ist jeder von uns ein kleiner Blender und das ist auch ok, solange es sich im Rahmen hält.

Schlimmer finde ich diejenigen, bei denen zwar z.T. die Marken alle echt sind, der Mensch dahinter aber garantiert nicht.

Diese Nachwuchs-Versicherungsschwätzer, die nach ihrer abgebrochenen Maschinenbau-Ausbildung von windigen Gestalten bei irgendwelchen Tagungen und Schulungen eingeimpft bekommen haben jetzt das ganz große Geld verdienen zu können, 5000€ monatlich bak (bar auf Kralle) und seither sogar ihrer Oma noch eine auf 60 Jahre Einzahlungen angelgete Riester-Rente aufschwatzen!

Die Angestellten von speziellen Immobilien-Büros, die für ein Unternehmen arbeiten, das seine Seriösität daraus ableitet, ein Wappen als Firmenlogo zu haben und sich englische Namen gegeben haben, die nach Erfolg klingen, in Wirklichkeit aber Minijobber-Call-Center-Kalt-Akquise-Soldaten für sich arbeiten lassen, die den lieben langen Tag fremde Menschen anrufen, um ihnen dank (Schrott-) Immobilien ganz "tolle" Steuer"spar"modelle präsentieren zu wollen. Und wenn diese Jungs dann mal Feierabend haben, wird sich das Sakko wieder angezogen, die Kravatte festgeschnürt und unter Leute gegangen, um denen zu erzählen, was man nicht für einen Top-Job in der Mega-Firma blabla investment finance group inc. hat. Ja sicher.

Schlimm sind auch die Jungs, die man an allen Universitäten da draussen vor allem im Bereich Jura und BWL fast immer uniformiert findet. Haare meist halblang, bestenfalls mit Strähnchen, beige Tommy H.- Hose, hellblaues Hemd mit dem Hoppereiter auf der linken Brust (alternativ natürlich auch als Polo-Shirt zu erhalten, mit extra verstärktem Kragen zum hochklappen) und dem obligatorischen V-Ausschnitt Pulli in zartrosa. Ah ja, die Timberland Boots darf man nicht vergessen, obwohl sie richtig gut aussehen. Gesamtpreis des Outfits (wenn man nicht wie diese Jungs 1x im Monat in die Staaten fliegt um shoppen zu gehen) rund 400-500 €. Nicht schlecht, nur das der Haken dabei ist, dass das doch Studenten sind, die sich mit ihren Partylabels, Werksstudentenjobs oder Nebenjobs bei den Eltern im Büro, soetwas neben dem Golfcabriolet, dem Ipod, Ibook, Imac, Iphone und ständigen Urlauben doch nienieniemals leisten könnten. Respect also an deren Mamis und Papis, die es anscheinend im Gegensatz zu unseren Blender-Boys wenigstens selbst geschafft haben, etwas auf die Beine zu stellen. Und immer artig Danke sagen nicht vergessen!

Natürlich könnten diese Beispiele hier noch ziemlich lange weitergehen, denke man an die Handy-Shop-Besitzer, die den dicken 7-er oder die S-Tonne fahren, breite Schlappen drauf, getuned bis zum get-no, verdunkelte Scheiben, etc. – natürlich geleast! Bei den BOMBEN-Einnahmen im 12m² Handy-Shop ja auch kein Thema!

Aber all diese Beispiele zeigen, dass das Blendertum weit verbreitet ist, jeder sich versucht in Szene zu setzen und da, wo die persönlichen Erfolge aufhören, geht meist das Blendertum auch schon los!

Also haben wir Verständnis für diese Spezies, die es einfach nicht besser weiß und lächeln still in uns hinein, wenn uns dieses definitiv nicht vom Aussterben bedrohte pussierliche Wesen ab und an über den Weg läuft.

Habe ich nicht Recht???

Foto – Klaus Eppele – Fotolia.com