Die 10 wichtigsten digitalen Trends in der Sportindustrie

Die Digitalisierung ist eine Entwicklung, die sich längst nicht mehr aufhalten lässt. Sie geht mit vielen Chancen, aber auch gewissen Risiken einher, weshalb sie nicht unumstritten ist. Fakt ist aber, dass sie quasi alle Branchen grundlegend verändert, was auch für die Sportindustrie gilt. Hier bringt sie sogar ganz neue Trends hervor, weshalb ein Blick auf die Thematik durchaus interessant ist. Welche also sind sie – die wichtigsten digitalen Trends in der Sportbranche?

1. Influencer

Lange Zeit gab es in der Sportbranche nur die klassischen Superstars wie berühmte Fußballer, erfolgreiche Olympioniken & Co. Mittlerweile ist diesbezüglich eine Veränderung zu beobachten. Influencer entwickeln sich nämlich durch die Digitalisierung zunehmend zu wichtigen Persönlichkeiten, auch in der Sportindustrie. Sie haben einen großen Einfluss auf ihre Follower und stellen dementsprechend attraktive Werbegesichter dar. Weiterhin machen sie ganz neue Themen rund um den Sport populär. Sie kommentieren beispielsweise aktuelle Geschehnisse, sie erstellen lustige Parodien rund um sportliche Themen, sie vertreiben sportliche Kleidung oder bieten Workouts zum Mitmachen an – um nur einige von vielen Beispielen zu nennen. Influencer sind somit auch, aber nicht nur, in der Sportbranche derzeit einer der wichtigsten Trends überhaupt.

2. E-Sports

Aber es gibt noch eine weitere Riege von neuen Superstars in der Sportindustrie. Diese entstammen ebenfalls der digitalen Welt und haben sich als E-Sportler einen Namen gemacht. Die Zahlen machen deutlich, wie enorm die Potenziale der E-Sports-Industrie bereits jetzt sind – Tendenz steigend. Die E-Sports beschreiben sämtliche Sportarten, die rein elektronisch ausgeführt werden. Im Grunde genommen, stellen sie damit keinen klassischen Sport dar. Das Interesse der Gesellschaft ist dennoch groß und die Fangemeinde der E-Sports wächst stetig. Klassische Beispiele sind zum Beispiel Sportsimulationen wie die FIFA-Serie, aber auch Shooter wie Counter Strike. Mittlerweile haben sich somit viele Disziplinen rund um die E-Sports entwickelt und es werden offizielle Meisterschaften abgehalten, die digital oder sogar im Fernsehen übertragen werden. Kein Wunder also, dass Marktforscher für das Jahr 2023 ein weltweites Marktvolumen von 1,6 Milliarden US-Dollar prognostizieren – bei einer steigenden Zuschauerzahl von bis zu 654 Millionen.

3. Wearables

Die sogenannten Wearables sind in den vergangenen Jahren zu einem Megatrend herangewachsen. Es handelt sich hierbei um elektronische Geräte, die direkt am Körper getragen werden und dabei häufig auch noch eine modische Funktion übernehmen. Klassische Beispiele sind intelligente Uhren oder Datenbrillen. Beim Sport können diese Wearables vielfältige Funktionen übernehmen. Sie messen beispielsweise Körperfunktionen oder werten verschiedene Daten aus. Auch die Wahrnehmung von Bewegungen, zum Beispiel für das Zählen der Schritte, ist möglich. Die (Weiter-) Entwicklung dieser Wearables findet derzeit in rasantem Tempo statt. So gibt es zum Beispiel Kameras, die im Trikot integriert werden und somit neue Kameraansichten ermöglichen oder zukünftig die Entscheidungen der Schiedsrichter unterstützen könnten. Die Zukunftsszenarien nehmen vielfältige Formen an, doch sicher scheint, dass die Wearables noch für viele Jahre einen stark wachsenden Markt darstellen werden.

4. Digitale Wetten

Sportwetten sind zwar keine neue Erfindung. Durch die Digitalisierung erleben sie in den vergangenen Jahren aber einen erheblichen Aufschwung. Allein der größte Anbieter aus der Sportwettenbranche zählt über 18 Millionen Kunden. Im Jahr 2018 wurden 8,8 Milliarden Euro in Form von Wetteinsätzen auf dem deutschen Markt getätigt, wovon die meisten Wetten online eingereicht wurden. Auch hier ist die Tendenz steigend. Für Anbieter von Sportwetten bedeutet das große Zukunftspotenziale, allerdings auch eine wachsende Konkurrenz. Somit ist ein regelrechter Kampf um die besten Wettquoten entfacht, denn die Kunden nutzen die digitalen Möglichkeiten auch für einen besseren Vergleich. Die digitalen Wetten verändern also nicht nur die Art und Weise, wie Wetten getätigt werden, sondern auch die Kundengewohnheiten, was neue Maßnahmen sowie Strategien aus Sicht der Anbieter erfordert. Eine Branche, die durch die Digitalisierung also ebenfalls in Bewegung ist – und das voraussichtlich noch einige Jahre bleiben wird. 

5. Hometraining

Bei den Influencern wurde bereits erwähnt, dass es derzeit einen Trend zum „Mitmachen“ gibt, wenn es um den Sport und die Digitalisierung geht. Das gilt allerdings nicht nur für YouTube- oder andere Videos auf weiteren Plattformen. Auch das professionelle Hometraining erlebt derzeit einen Aufschwung. Dabei handelt es sich um Plattformen, welche den Usern die Möglichkeit bieten, Fitnesskurse & Co direkt online in Anspruch zu nehmen und im eigenen Zuhause auszuführen. Zusätzlich gibt es mittlerweile spezielle Apps, die einen ähnlichen Zweck erfüllen. Immer mehr Menschen treiben daher auch oder ausschließlich in den eigenen vier Wänden Sport, was früher nur mit dem entsprechenden Knowhow möglich war. Ein Trend, der mit großer Wahrscheinlichkeit bleiben wird.

6. Athleisure

Der Athleisure-Trend ist eng mit jenem der Wearables verknüpft. Es handelt sich sozusagen um die Weiterführung der Verschmelzung zwischen Mode und digitalen Technologien. Die Athleisure beschreibt eine hybride Kleidung, welche vor allem bei sportlichen Aktivitäten getragen wird, zunehmend aber auch in anderen Umgebungen Einsatz findet. Dementsprechend bringt sie individuelle Vorteile für den Träger beziehungsweise die Trägerin mit sich. Gore-Tex ist hierfür ein ebenso bekanntes wie klassisches Beispiel. Aber auch Innovationen wie die sogenannten E-Textilien werden in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen.

7. Künstliche Intelligenz

Die Künstliche Intelligenz, auch KI oder AI genannt, hält derzeit ebenfalls Einzug in viele verschiedene Branchen. An der Sportindustrie geht das nicht spurlos vorbei. Im Gegenteil: Vor allem im Sportmarketing spielt die KI mittlerweile eine tragende Rolle. Sie wird beispielsweise in Form von Chatbots eingesetzt, die bei einer Sportübertragung mit den Zuschauern kommunizieren. Aber auch weitere Szenarien, wie die Künstliche Intelligenz die Sportbranche ergänzen oder verändern könnte, sind denkbar.

8. Virtual Reality

Ähnliche Trends, die auf innovativen digitalen Technologien berufen, sind die Virtual sowie Augmented Reality. Plötzlich kann jeder Mensch das Gefühl erleben, selbst ein Spitzensportler zu sein, im Formel-1-Wagen zu sitzen oder zum liebsten Fußballteam zu gehören. Die Technologien kreieren einen realititätsnahen virtuellen Raum, der all das und noch viel mehr ermöglicht. Teilweise wird dieser in eine direkte Verbindung zur Wirklichkeit gesetzt. Ein Beispiel für eine solche Augmented Reality ist die App Pokémon Go. Doch sie stellte nur den Startschuss dar. Ähnliche Konzepte werden jetzt für die Sportbranche entwickelt oder sogar bereits genutzt. Das bedeutet zugleich neue Marketingpotenziale, wobei wiederum die KI zum Einsatz kommen könnte. Zu vermuten ist daher, dass viele der digitalen Trends in der Sportindustrie eines Tages verschmelzen werden.

9. Mobile Endgeräte

Der Mobile-Bereich wächst seit mehreren Jahren deutlich. Viele Tätigkeiten werden von den Nutzern daher mittlerweile teilweise oder vollständig über mobile Endgeräte ausgeführt. Das gilt zunehmend auch für jene, die im Zusammenhang mit der Sportbranche stehen. Die Apps für das Hometraining stellen dabei ein klassisches Beispiel dar. Auch das Auslesen und Auswerten der Daten aus den Wearables findet beinahe ausschließlich mobil statt, häufig direkt auf dem Smartphone. Aber sogar Übertragungen von Sportevents, Pressekonferenzen & Co werden mittlerweile gerne über ein mobiles Endgerät verfolgt. Die Anbieter haben daher gelernt, die Besonderheiten des mobilen Sektors für sich zu nutzen, zum Beispiel die Benachrichtigungen, die direkt bei der Zielgruppe landen und dadurch den Grad der „Involvierung“ deutlich erhöhen. Die User fühlen sich also direkt(er) eingebunden und lassen dadurch ein höheres Fan-Engagement beobachten.

10. Digitale Senderechte

Zuletzt wandern auch die Senderechte im Bereich der Sportübertragungen zunehmend auf digitale Kanäle ab. Vor allem die jüngeren Generationen verfolgen Fußballspiele & Co mittlerweile nämlich lieber über das Internet als im Fernsehen. Hierbei nutzen sie gerne Angebote wie den In-Game-Chat oder den User-Generated-Content. Die Sendungen werden somit nicht nur auf anderen Wegen übertragen, sondern auch die Art der Nutzung wandelt sich, wie also Sport konsumiert wird. Ein Trend, der sich in dem Kampf um die Senderechte für die Fußball Champions League widerspiegelt, denn ab der Saison 2021/2022 werden diese ausschließlich bei DAZN und Amazon zu sehen sein, nicht mehr aber bei Sky. Lediglich die Endspiele werden noch vom ZDF übertragen. Auch diesbezüglich ist also ein Wandel erkennbar, der vermutlich keinen kurzweiligen Trend, sondern eine dauerhafte Entwicklung abbildet.