E-Mobilität: Diese Aktien profitieren

Chinas Regierung macht nun scheinbar wirklich ernst: Ab dem Jahr 2019 sollen die Autohersteller verpflichtende Mindestziele einhalten, wenn es um den Anteil alternativer Antriebe geht. Das heißt, all jene, die reine Elektroautos produzieren, erhalten mehr Punkte gutgeschrieben als jene Hersteller, die nur Hybridmotoren in ihre Fahrzeuge einbauen. Ab 2019, so das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie, müssen Autobauer dann eine 10 Prozent-Quote erfüllen – 2020 liegt die Quote dann bei 12 Prozent.

Die Automobilbranche befindet sich im Wandel

Derartige Maßnahmen sind mitunter auch dafür verantwortlich, dass China der weltweit größte Markt für Elektrofahrzeuge ist und wohl auch für die kommenden Jahre bleiben wird. Im Sommer 2017 stieg der Absatz um 55.000 Autos (+ 68 Prozent); innerhalb Europas lag der Anstieg im selben Zeitraum bei einem Plus von 22.000 Autos. Dass natürlich die europäischen und auch die amerikanischen Autoriesen am Zukunftsmarkt partizipieren wollen, ist kein Geheimnis. Deshalb wurden auch bereits neue Modelle angekündigt. General Motors will in den nächsten sechs Jahren um die 20 reinen Elektroautos präsentieren – zwei Fahrzeuge sollen noch innerhalb der kommenden 18 Monate auf den Markt kommen.

Auch Daimler kündigte an, das Produktportfolio solle „elektrifiziert“ werden. Das heißt, ab dem Jahr 2022 sollen dann alle Fahrzeuge als Elektro- oder auch Hybrid-Variante den Kunden zur Verfügung stehen. Derartige Pläne haben natürlich auch Auswirkungen auf die Preise: Experten sind sich sicher, dass ab dem Jahr 2025 für Elektroautos dieselben Preise wie für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren bezahlt werden. Dies auch deshalb, weil die Preise für die Batterien sinken werden. Natürlich sorgen derartige Entwicklungen und Prognosen auch immer wieder für Spekulationen – Anleger, die von dieser Wandlung profitieren möchten, sollten aber nicht nur in Aktien von Autoherstellern investieren, sondern vor allem auch in die Wertpapiere der Zulieferer. So etwa in den chinesischen Batterie- und Elektroautohersteller BYD. Die Aktie kletterte seit September um rund 70 Prozent nach oben – der Börsenwert liegt bei 27,9 Milliarden US Dollar.

Nicht nur in Automobilhersteller investieren

Zahlreiche Analysten haben sich in den letzten Monaten mit dem Zukunftsmarkt befasst und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Chemiefirmen, Batterielieferanten und etwa auch Halbleiterhersteller am Ende profitieren werden. Doch welche Unternehmen werden wohl in den Vordergrund rücken und sich über extrem hohe Kurssteigerungen freuen dürfen, die am Ende auch die Anleger begeistern werden?

Folgt man zahlreichen Analysten, so sind es mitunter die Wertpapiere der Autozulieferer Continental, Valeo und auch Dephi Automotive. Continental präsentierte im September etwa ein elektrisches Antriebsstrangmodul, das 2019 in China auf den Markt kommen soll. Das Kursziel liegt bei 240 Euro, aktuell kostet eine Aktie um die 222 Euro. Auch Delphi kündigte an, sich nun stärker mit Elektro- und auch selbstfahrende Autos befassen zu wollen – demnächst soll das Unternehmen daher in zwei Betriebe geteilt werden. Der zweite Betrieb würde sich weiterhin mit Verbrennungsmotoren befassen. Aber auch bei den Batterieherstellern gibt es Betriebe, die sich demnächst über einen höheren Börsenwert freuen könnten – ganz vorne befinden sich die südkoreanischen Firmen Samsung SDI und LG Chem. Auch Infineon könnte profitieren – das Unternehmen habe eine extrem starke Position im Bereich des Halbleitersektors. Zu den Gewinnern könnte hier auch der niederländische Konzern NXP Semiconductor gehöre.

Auch die Aktien von Zulieferern sind empfehlenswert

Zu den weiteren Unternehmen, die sich durchaus in den kommenden Jahren über einen wesentlich höheren Börsenwert freuen dürften, gehören etwa Hella und MS Industrie. Hella, ein Familienunternehmen mit 36.000 Angestellten, ist in mehr als 35 Ländern aktiv und verfügt über 125 Standorte. Vorwiegend befasst sich der Betrieb mit Elektronik und Lichttechnik für die Automobilindustrie. Das Kursziel liegt bei 57 Euro – aktuell liegt das Wertpapier bei 54 Euro. Bei der MS Industrie handelt es sich um einen Konzern in München, der sich vorwiegend mit Antriebs- und Ultraschalltechnik befasst. Das Kursziel liegt bei 4,40 Euro. Derzeit kostet die Aktie 3,70 Euro.