Generationenwechsel bei Apple – kann das iPhone 12 im Vergleich zum Vorgänger überzeugen?

Seit ein paar Monaten ist das iPhone 12 auch auf dem deutschen Markt erhältlich und muss sich gegen seinen Vorgänger, das iPhone 11, behaupten. Ganz einfach wird das aber nicht, denn dabei handelt es sich um das meistverkaufte Handy des Jahres 2020. Vielleicht bringt Apples neues Flaggschiff aber doch genügend Neuerungen mit, um einen Umstieg zu rechtfertigen? Wir machen den Vergleich.

Verloren im Modelldschungel

In Sachen Modellvielfalt steht das iPhone 12 seinen Vorgängern um nichts nach. Auch hier gibt es zusammen mit dem iPhone 12 Mini fünf unterschiedliche Modelle von der Basisversion bis zum „Max Q“, welche die gleiche technische Basis verwenden, sich aber vor allem hinsichtlich der Displaygröße, dem Speicher sowie der Kamera unterscheiden. Selbst optisch ist zwischen der 11. und 12. Generation kaum ein Unterschied zu erkennen, obwohl Apple jetzt statt Glas ein sogenanntes „Ceramic Shield“ verbaut und damit eine bessere Sturzfähigkeit attestiert. Die richtigen Neuerungen warten allerdings unter der Haube.

Ein neuer Motor

Anders als Samsung war Apple bisher immer ein Verfechter der LCD-Technologie. Jetzt wird zum ersten Mal auf ein OLED-Display gesetzt, wodurch die Pixeldichte deutlich steigt und HDR möglich wird. Um dies zu erreichen, muss es allerdings in einen anderen Modus umschalten, der nicht manuell aktiviert werden kann. Die weitere große Neuerung und wahrscheinlich für viele das größte Argument für den Umstieg ist die 5G-Konnektivität. Zwar sind Verträge mit 5G noch selten, Angebote, wie dieses von 1&1, werden aber immer attraktiver und könnten viele Nutzer von einem Umstieg überzeugen. Das eingebaute Modem erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 2 Gbit/s, allerdings reduziert die Nutzung von 5G die Akkulaufzeit, weswegen es nur dann aktiviert wird, wenn man es wirklich benötigt.

Das neue Herzstück ist der A14-Bionic, ein System-on-a-Chip, der auf dem neuen 5-nm-Verfahren basiert, allerdings erhält die Basisversion lediglich 4 GB RAM. Wer regelmäßig komplexe Apps mit 3D-Grafik ausführen möchte, sollte sich daher eher die Pro- und Pro-Max-Variante ansehen. In Sachen Leistung gibt es aber bei allen Modellen kaum Kompromisse. Ähnliches gilt für den Akku. Der kann jetzt in weniger als zwei Stunden kabellos und vollständig geladen werden und hält dann für ca. 17 Stunden bei permanenter Videowiedergabe, also genauso lange wie im Vorgänger. Bei der Kamera betrifft die größte Neuerung den LiDAR-Scanner. Das steht für „Light and Detection Ranging“, funktioniert wie eine Art Radar und verbessert vor allem die Tiefenschärfe, soll aber auch für außergewöhnlich gute „Augmented Reality“-Effekte verantwortlich sein.

Bereits jetzt, nach ca. 3 Monaten sind die Preise für das iPhone 12 bereits ordentlich gefallen und liegen bei vielen Herstellern schon unter 780 EUR (Preis zum Marktstart ca. 880 EUR). Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den anderen Modellvarianten, wobei das Pro Max teilweise schon für 300 EUR weniger zu haben ist als beim Marktstart. Interessanterweise scheinen die Vorgänger-Modelle zwischenzeitlich nach dem Preisverfall im November wieder zu steigen. Auch das iPhone SE steht seit Markteinführung im April 2020 überraschend preisstabil.

Umsteigen oder warten?


Wer ein iPhone 11 besitzt, sollte den Umstieg nur dann erwägen, wenn man sich früh für 5G entscheiden möchte. Hier gibt es momentan einige interessante Angebote für „Early Adopters“. Ansonsten kann Apple mit seinen Argumenten nur bedingt überzeugen, was sich auch in der Preisentwicklung niederschlägt und das iPhone 12 so stark sinken lässt, wie kaum ein Modell zuvor.