Heimwerker: Hier müsst ihr jetzt anfangen!

Der Sommer geht, die Freunde des gepflegten Heimwerkens und Hobbygärtnerns bereiten sich auf die Winterruhe vor. Nicht so schnell. Gerade jetzt kann man massig Vorarbeit fürs nächste Jahr leisten und ziemlich gute Schnäppchen abgreifen. Was, das zeigen wir jetzt.

1. Sichtschutz

Wenn die Blätter sich von den Bäumen und Sträuchern verabschieden, sieht es im Garten nicht nur kahl aus, dann kann auch die Nachbarschaft einen tiefen Einblick aufs Grundstück bekommen – mit etwas Pech bis ins Haus hinein.

Daher sollte man genau jetzt über Sichtschutz nachdenken. Zum einen deshalb, weil die Zaun-Elemente ein typisches Frühjahrs-Produkt sind und jetzt stark verbilligt angeboten werden. Zum anderen deshalb, weil man, bei entsprechendem Gartenbewuchs, erst jetzt an so manche Stellen herankommt – und auch erst ab dem ersten Oktober diese mit den Naturschutzgesetzen im Hinterkopf legal freischneiden darf.

Aber Obacht: Falls der Sichtschutz aus Holz besteht noch gestrichen werden muss, sollte man sich sputen; unter 15° Außentemperatur härten Farben, Lacke, Lasuren und Co. nicht mehr richtig aus.

Sichtschutze kaufen die meisten im Frühjahr. Dabei braucht man sie doch jetzt, im Herbst, so viel dringender mangels Blätter-Sichtschutz.

2. Terrasse/Balkon/Sitzecke

Noch ein paar sonnige Tage genießen, dann fangen schon viele wieder an, das Feld zu räumen. Sprich, die Möbel von Terrasse, Balkon und Co. wieder unter dem Wetterschutz zu verstauen. Dabei sollte man jetzt, insbesondere, wenn man sowieso Änderungen plant, schon in die Vollen gehen. Der Grund ist ganz einfach: Wenn das nächste Frühjahr kommt, kann man dann gleich loslegen, muss nur aufstellen und kann schon in der Sonne chillen, wenn die anderen noch Ratgeber konsultieren und durch die Gartenabteilungen rennen.

Zum einen geht das, indem man wirklich planerische Vorarbeit leistet. Selbst der kleinste Balkon kann durch geschicktes Bestücken zur Wohlfühloase gemacht werden und sollte nicht einfach nur „irgendwelche“ Möbel bekommen. Und je größer diese Draußen-Lounge ist, desto mehr lohnt es sich, sich bei der Planung so richtig Zeit zu lassen, sich von neuen Stilen inspirieren zu lassen – und ganz wichtig, die ganze Ausstattung jetzt auch schon zu kaufen.

Denn in den meisten Geschäften gehen gerade jetzt die Gartenmöbel fast schon zu Schleuderpreisen weg. Der Platz im Lager wird für Streusalz, Laubbläser, Schneefräsen und Co. benötigt.

3. Wässern

Schon gewusst? Im Winterhalbjahr sterben mehr immergrüne Gewächse in Töpfen und im Freiland durch Verdursten als durch Frost. Warum das? Zu viele Besitzer glauben, dass Herbst- und Winterregen ausreichen würden. Doch gerade, wenn der Boden gefroren ist, können die Wurzeln nicht mehr ihrer Aufgabe nachgehen und die Pflanzen trocknen aus. Besonders nach diesem Sommer 2018 ist das mehr als brenzlig: Bis zum heutigen Tage hat es in vielen Regionen bei weitem nicht genug geregnet, tief unten sind die Böden staubtrocken und betonhart.

Wie gut, dass sämtliches Bewässerungszubehör gerade ebenfalls stark im Preis sinkt. Wer also sowieso schon dauernd einen neuen Schlauchwagen samt Inhalt kaufen wollte (und im Sommer wegen der Dürre und entsprechender Preise nicht zuschlagen wollte), kommt jetzt zur richtigen Zeit. Und solange es noch nicht friert, sollte man jede Chance nutzen, den Boden rings um sein Immergrün richtig schön zu tränken. Je mehr Wasser jetzt noch ins Erdreich gelangt, desto besser werden die Garten-Zierden durch den Winter kommen.

4. Rasen

Bei diesem Punkt kann man geschickt einen Irrglauben ausnutzen, dem viele Gartenbesitzer anheimfallen. Sie glauben, Rasen könne man nur im Frühjahr anlegen bzw. kahle Stellen ausbessern. Ganz falsch ist das nicht, im Frühjahr beginnt natürlich die Rasensaison. Aber: Im Herbst kann man sein Gras wesentlich besser starten. Aus dem ganz einfachen Grund, dass die Samen Wärme aus dem Boden benötigen – mehr noch als die von oben.

Wer seinen Rasen jetzt anlegt, sollte auch gleich bei den Mähern zuschlagen. Günstiger als im September/Oktober werden sie nicht mehr.

Im Frühjahr ist es vielleicht sonnig-warm, aber im Boden noch eiskalt, sodass die Samen nicht richtig aus den Startlöchern kommen. Und viele wundern sich dann, fluchen über vermeintlich schlechtes Saatgut.

Wer hingegen jetzt zum Gartenhändler, bei dem ist es de facto egal, welcher Preisklasse die Samen angehören. Die mehr als ausreichende Bodenwärme in Verbindung mit einer (dieses Jahr abermals noch wichtigeren) Bodenbewässerung wird dafür sorgen, dass der Rasen, sofern er ganz normal fachmännisch angelegt wurde, noch bis weit in den Oktober hinein so richtig schießen wird.

5.Cool im Teich

Wer sich schon immer einen Gartenteich anlegen wollte, findet jetzt die passende Gelegenheit. Ja, auf einem Basis-Level schon deshalb, weil die niedrigeren Außentemperaturen die notwendigen Erdarbeiten mit Hacke und Spaten einfach weniger anstrengend machen.

Doch auch wegen etwas anderem: Jeder Gartenteich, selbst die ganz kleinen, ist ein biologischer Mikrokosmos. Er ist mehr als ein Loch voll Wasser und benötigt viel Zeit, bis sich sein biologisches Gleichgewicht eingependelt hat. So sollen Fische beispielsweise direkt im Frühjahr eingesetzt werden – aber erst, wenn der Teich sich schon über einige Monate zu eigenen Ökosystem gewandelt hat.

Legt man nun erst im Frühling den Teich an, begeht man gleich einen Kardinalsfehler. Daher jetzt. Sprich, den Teich ausheben, mit Folie oder Wanne auslegen, Wasser hineinlassen und ein paar kleine Wasserpflanzen einsetzen. Damit hat das Areal über Herbst und Winter mehr als genug Zeit, im Frühjahr startklar für seine Bewohner zu sein.

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