Werbung | Nachhaltige Elektrogeräte: Neu kaufen oder reparieren lassen?

Geht es um mehr Nachhaltigkeit im Haushalt, wird schnell der Neukauf von modernen Elektrogeräten empfohlen. Dabei ist eine Neuanschaffung nicht immer zielführend. In manchen Fällen kann es deutlich nachhaltiger sein, alte Geräte zu reparieren oder aufzuwerten.

Wegwerfgesellschaft schadet der Nachhaltigkeit

Nachhaltig bedeutet nicht zwangsläufig neu. Denn Recycling und lange Haltbarkeit spielen bei diesem Thema mindestens eine ebenso wichtige Rolle wie moderne Technik. Es geht um eine Senkung des Rohstoffverbrauchs, der sich in erster Linie über ein verändertes Konsumverhalten erreichen lässt.

Laut Statistik produziert jeder Deutsche jährlich an die 21,6 kg Elektroschrott. Und nicht immer werden die Elektrogeräte dabei fachgerecht entsorgt.

  • Illegale Müllhalden im Wald,
  • Elektromüll, der im herkömmlichen Restmüll landet
  • oder gar das Abstellen des Mülls in dunklen Seitengassen –

moralisch verwerflich sind zahlreiche Entsorgungstaktiken. Nicht selten landet der Elektroschrott über illegale Schiffsrouten sogar in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dort mehren sich vor allem in Küstenregionen die Müllberge aus ausländischem Schrott. Eine echte Gefahr auch für Kinder, die oft illegal auf den Schrottplätzen arbeiten und dort einer ungesunden Schadstoffbelastung durch die hiesige Müllverbrennung ausgesetzt sind.

Es scheint, als wälzten viele Privatpersonen und Firmen die Müllentsorgung auf deutlich schlechter darauf eingerichtete Endabnehmer ab, die mitunter nicht einmal um Erlaubnis gefragt werden. Mit einer Zunahme immer neuer Technologien und Geräte besteht hier große Gefahr, dass die illegale Müllentsorgung weiter zunimmt. Anstatt immer neue Produkte zu kaufen, sollte man sich also vermehrt für den Erhalt und die Langlebigkeit bestehender Anschaffungen einsetzen.

Reparieren statt Wegwerfen

Es gibt sicher so manche elektronischen Geräte, die sich selbst durch eine Reparatur nicht mehr retten lassen. Ebenso viele Geräte können allerdings auch mit nur ein paar Fingergriffen wieder zum Laufen gebracht werden. Das gilt vor allem für viele kleinen Elektrogeräte. Ob

  • Fernseher,
  • Handys,
  • Laptops,
  • Fotoapparate,
  • Haartrockner,
  • Kaffeemaschinen,
  • Staubsauger,
  • Video- und DVD-Recorder,
  • oder Wasserkocher –

die meisten Kleingeräte im Haushalt werden dank kleinerer Reparaturen oft schnell wieder wie neu. Dabei kommt es allerdings auf das nötige Fachwissen zur Reparatur an. Viele schmeißen kaputte Geräte nämlich nicht weg, weil sie nicht zu reparieren sind, sondern weil betroffene nicht wissen, wie man den Schaden ab besten behebt. Professionelle Elektrowerkstätten gibt es eigentlich zuhauf. Man muss nur wissen, wo man suchen muss.

Die beste Anlaufstelle ist diesbezüglich das Internet. Hier findet sich schnell eine passende Elektronikwerkstatt aus der Region. Darüber hinaus bieten viele Elektrohändler inzwischen einen herstellereigenen Reparaturservice an. Dafür muss man die Geräte lediglich einschicken. Es gibt hierzu inzwischen auch sehr detaillierte gesetzliche Bestimmungen, die einen Hersteller zur Rücknahme kaputter Geräte verpflichten.

In diesem Zusammenhang muss aber zwischen von Beginn an defekten und nachträglich kaputt gegangenen Produkten unterschieden werden. Nur für Geräte, die bereits zum Zeitpunkt des Kaufes defekt waren, können Verbraucher eine Kostenrückerstattung verlangen, sofern es dafür eine ausreichende Kaufgarantie gibt. Wichtig ist es daher, die Garantie und den Einkaufszettel der Elektrogeräte aufzuheben, um im Zweifelsfall den Kauf bestätigen zu können.

Alternativ dazu bieten etliche Heimwerkerforen und DIY-Portale im Internet fachkundige Beratung an, wenn es um die Selbstreparatur geht. Vor allem technikaffine Menschen können so nicht nur etwas Nützliches dazulernen, sondern ihre kaputten Elektrogeräte auch gleich kostengünstig selbst reparieren.

Das Repair Café als neuer Trend

Als Trendtreff für Hobby- und Profireparateure hat sich in den letzten Jahren das sogenannte Repair Café etabliert. Ursprünglich stammt die Idee aus Holland, wo die Niederländerin Martine Postma 2009 erstmals die Idee eines solchen Repair Cafés aufbrachte. Seither haben sich in Deutschland mehrere Reparaturfans zu einem Reparatur-Netzwerk zusammengeschlossen und bieten in regionalen Einrichtungen Tipps und Anleitung für die Selbstreparatur an. Es gibt sogar Reparaturkurse und Veranstaltungen zum Thema. Das DIY-Modell könnte Schule machen und einen echten Beitrag zur Reduzierung von Elektromüll leisten.

Wichtig: Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Elektrogeräte, die von Dritten modifiziert wurden, und sei es nur zur Reparatur, keine Garantie mehr beim Hersteller haben. 

Aus Alt mach Neu – Upcycling gegen Elektromüll

Neben der Reparatur alter Geräte lassen sich manche Produkte auch kostengünstig als Bauteile verwenden. Selbst namhafte Hersteller haben dieses Konzept inzwischen für sich entdeckt und verleihen ihrem Profil mit ökologischen Geräten aus recycelten Materialien eine grüne Note. Auch Heimwerker und DIY-Fans können alte Elektrogeräte für derartige Zwecke nutzen.

So wird aus der Waschtrommel einer kaputten Waschmaschine im Handumdrehen ein moderner Beistelltisch oder Hocker. Alte Tastaturen lassen sich dagegen zum Beispiel als Saatkasten für Pflanzen verwenden und der alte Toaster eignet sich als Briefhalter. Es gibt unzählige Möglichkeiten zur Wiederverwertung von Elektrogeräten, die nur auf den kreativen Einsatz eines leidenschaftlichen Upcyclers warten.

Wann lohnt ein Neukauf wirklich?

In manchen Fällen kommt man allerdings dennoch nicht um eine Neuanschaffung herum. Das ist zum Beispiel bei Geräten mit extrem hohem Stromverbrauch der Fall. Viele alte Kühlschränke sind hier beispielsweise echte Stromfresser, die sich nachträglich nur schwer aufrüsten lassen. Ähnlich sieht es bei alten Herden und Backöfen aus. Um zu Hause einen stromsparenden und damit nachhaltigen Energieverbrauch zu erzielen, ist in solchen Fällen häufig ein Neukauf ratsam.

Bei elektronischen Geräten wie Handys oder Spielekonsolen sollte man dagegen vorsichtig mit Neuanschaffungen sein. Gerade was Handys anbelangt, gibt es inzwischen einen inflationären Verbrauch an Neumodellen, obwohl die alten Modelle teilweise noch einwandfrei funktionieren würden. Nur aus Gründen der Ästhetik oder des Designs heraus neue Elektrogeräte zu kaufen, ist demnach weder nachhaltig noch umweltfreundlich.

Anders sieht es bei nachhaltigem Handyzubehör aus. Hier kann man bisweilen sehr vielseitig etwas für die nachhaltigere Handynutzung tun. Seien es nun Akkus mit besonders langer Haltbarkeit oder solch originelle Ideen wie solarbetriebene Ladegeräte – es gibt durchaus ein paar Zubehörartikel, die der Nachhaltigkeit dienen.

Apropos Solarenergie: Eine Neuanschaffung, die mit Blick auf mehr Nachhaltigkeit im hauseigenen Stromverbrauch wirklich etwas bringt, sind nach wie vor Fotovoltaikanlagen. Die Solarpaneele auf dem Dach lassen sich sehr vielseitig ins Energiesystem von Häusern integrieren.

Denkbar ist neben der Gewinnung von Primärstrom auch eine Beheizung des Hauses mittels Solarenergie. Auch die Warmwasserversorgung, Poolheizung und Gartenbeleuchtung eines Hauses kann man inzwischen problemlos an eine Fotovoltaikanlage koppeln. Für die nachhaltige Stromgewinnung also ein echter Bonus.

Elektroschrott richtig entsorgen

Zur fachgerechten Entsorgung von elektronischen Geräten gibt es mittlerweile weitreichende gesetzliche Bestimmungen. Hier wird nicht nur geregelt, wo der Schrott zu entsorgen ist, sondern auch, inwiefern öffentliche Einrichtungen Hilfe bei der Schrottentsorgung leisten können. Grundsätzlich sind Großhändler dazu verpflichtet, ihre eigenen Elektrogeräte kostenlos zu entsorgen. Ergänzend dazu gibt es kommunale Sammelstellen, die den Schrott entgegennehmen.

Auf keinen Fall sollten die Geräte im Hausmüll entsorgt oder illegal abgestellt werden. Hierfür kann es gemäß dem Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) hohe Strafen mit Bußgeldern im vier- bis sechsstelligen Bereich geben.

Insgesamt haben sich die Sammelquoten für Elektromüll seit 2018 deutlich verbessert. Damals wurde ein von der Regierung gesetztes Sammelziel von 45 Prozent noch knapp verfehlt. 2019 lag die Sammelquote dagegen bei 65 Prozent und damit deutlich über der angestrebten Mindestsammelquote. Deutschland macht also Fortschritte, was die Eindämmung illegaler Entsorgung von Elektroschrott angeht. Das ist einerseits einer gewissenhafteren Entsorgungsmentalität der Bevölkerung geschuldet. Andererseits tragen auch Recycling-Kampagnen und innovative Ideen zur Reparatur und Wiederverwertung alter Elektrogeräte Früchte.

Nur sinnvolle Neuanschaffungen tätigen

Sich Gedanken darüber zu machen, ob man Geräte lieber repariert, anstatt sie wegzuwerfen, kann also nachhaltig zum Umweltschutz beitragen. Voraussetzung ist natürlich, dass solche Gedanken nicht die Ausnahme bleiben, sondern zur Regel werden. Darüber hinaus ist es wichtig, bei Neuanschaffungen gezielt nur auf das zu setzen, was man wirklich benötigt. Handys und Co. aus Trendgründen neu zu kaufen ist alles andere als nachhaltig. Qualitativ hochwertige Geräte, die sich durch längere Haltbarkeit, niedrigeren Stromverbrauch oder einen ganzheitlichen Nutzen im Haushalt auszeichnen, können dagegen durchaus einen Neukauf wert sein.