Rauchen ist uncool – So schafft man den Absprung

Bis in die 80er Jahre galt allgemein noch das Bild, dass das Rauchen cool ist. Vor allem ab den 50er Jahren wurde mit der Zigarette Weltoffenheit und Lebenskunst verbunden. Raucher wollten sich so von der allgemeinen Bevölkerung abheben. Erst als sich Krankheiten und Todesfälle als Folge des blauen Dunstes häuften, fand so langsam ein Umdenken statt. Mittlerweile wissen wir, dass Rauchen schlecht für die Gesundheit ist. Die Bundesregierung tut auch einiges, um die Bürger davor zu schützen. Steuern, ein Mindestalter für den Konsum und Warnhinweise mit Schockbildern sollen die Menschen von den Glimmstängeln fernhalten.

Dennoch rauchten im Jahr 2018 in Deutschland rund 23 Prozent der Erwachsenen, was etwa 12 Millionen Menschen entspricht.  Über ein Drittel davon haben in den vergangenen Jahren versucht, von dem blauen Dunst loszukommen. Ist man allerdings schon süchtig, wird es mit der Zeit immer schwieriger damit aufzuhören. Doch unmöglich ist es nicht, wenn man weiß wie.

Aufhören mit Ersatzmitteln

Es gibt viele Situationen, in denen Raucher zur Zigarette greifen, beispielsweise beim morgendlichen Kaffee, wenn sie Alkohol trinken oder auch nach einer Mahlzeit. Vor allem in diesen Situationen fällt das Aufhören besonders schwer. Ein einfacher Weg, um dabei vom Rauchen loszukommen, ist der Umstieg auf eine E-Zigarette. Für Einsteiger eignen sich sogenannte geschlossene Systeme, da hier mit austauschbaren Kapseln gearbeitet wird, die mit dem Liquid gefüllt sind. Nach und nach kann man dann Kapseln mit immer weniger Nikotin verwenden, um sich so zu entwöhnen.

Daneben gibt es noch weitere Mittel, die einen bei seinem Vorhaben unterstützen können. Die bekanntesten sind Nikotinkaugummis oder auch Pflaster. Ähnlich wie bei den Kapseln für die E-Zigarette gibt es sie in verschiedenen Dosierungen, sodass man sich ganz langsam von dem Stoff entwöhnen kann.

Solche Ersatzmittel dienen generell dazu, die körperlichen Entzugserscheinungen, die durch den Rauchstopp auftreten, zu lindern oder sogar komplett zu unterdrücken. In der Regel erreichen die Symptome, wie etwa Nervosität, Schlafstörungen oder Reizbarkeit, nach zwei Tagen ihren Höhepunkt. Schon nach sieben bis zehn Tagen sind die körperlichen Entzugserscheinungen schon deutlich abgemildert, nach einigen Wochen sind sie sogar ganz verschwunden.

Ohne Hilfsmittel aufhören

Dabei ist der eigene Wille noch wichtiger als bei anderen Methoden. Fast jeder Raucher hat schon einmal versucht, von jetzt auf gleich aufzuhören. Es ist die günstigste Methode und es ist nicht ausgeschlossen, dass sie zum Erfolg führt, auch wenn es schwierig ist. Zu allererst ist es wichtig, dass man sich einen festen Zeitpunkt aussucht, an dem man seine letzte Zigarette raucht, wie eine Art Abschied.

Die ersten Entzugserscheinungen treten in der Regel schon wenige Stunden danach auf. Man wird unruhig, reizbar und wird sich eher unwohl fühlen. Hinzu kommen Hungerattacken und Durst. Hier kann man mit Obst, zuckerfreiem Kaugummi, Wasser und Tee entgegenwirken.

In den folgenden zwei Wochen sollte man sich einen Ersatz zum Rauchen suchen. Sport ist hier eine gute Möglichkeit. Auch wenn es verlockend ist, sollte man jedoch seinem gesteigerten Appetit nicht nachgeben, um eine Gewichtszunahme zu vermeiden.

Vor allem wenn man kein starker Raucher ist, empfiehlt sich das Aufhören ohne Hilfsmittel. Schnell stellen sich dann positive Nebeneffekte ein. Man fühlt sich fitter, wacher und die Haut und die Lungen erholen sich von dieser körperlichen Belastung.

Alte Muster durchbrechen

Hat man die ersten Wochen geschafft, so ist man zwar die körperlichen Entzugserscheinungen los, trotzdem treten immer noch Sehnsüchte nach einer Zigarette zum Vorschein. Der Grund hierfür sind die psychischen Entzugserscheinungen. Das Rauchen ist meistens mit positiven Erfahrungen und Erinnerungen besetzt. Eine Zigarettenpause mit Kollegen befriedigt beispielsweise nicht nur die Nikotinlust, sondern hat auch soziale Aspekte und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Ein anderes Beispiel ist die Zigarette nach dem Essen. Hat man immer nach einer Mahlzeit eine geraucht, wird man sie natürlich vermissen.

Im Rahmen einer Verhaltenstherapie, die bei der Rauchentwöhnung unterstützen soll, müssen solche Verhaltensmuster durchbrochen und mit Alternativen ersetzt werden. Statt einer Zigarette nach dem Essen macht man nun einfach einen Spaziergang. Auch der Austausch mit Leidensgenossen kann helfen. Dadurch wird die eigene Entscheidung bekräftigt und der Wille aufzuhören weiter gestärkt.

Medikamente zur Rauchentwöhnung

Will man den Zigaretten abschwören, hat es große Auswirkungen auf den Körper. Deshalb ist es bestimmt nicht verkehrt, sich von seinem Hausarzt dabei beraten zu lassen. Der kann einem in der Regel nicht nur mit Rat und Tat zur Seite stehen, sondern auch mit gewissen Medikamenten die Entzugserscheinungen etwas abmildern. Die geläufigsten Mittel sind Bupropion und Vareniclin. Beide sind rezeptpflichtig. Die Kosten werden allerdings nicht von der Krankenkasse übernommen.

Hypnose und Akupunktur als Möglichkeiten?

Hier scheiden sich die Geister. Es gibt zwar keine wissenschaftlichen Beweise, dass Hypnose oder Akupunktur wirklich bei der Rauchentwöhnung Erfolg versprechen. Wenn sie allerdings in einzelnen Fällen ein besseres Gefühl beim Aufhören vermitteln, sollte man es dennoch versuchen. So lange es hilft, nicht zu rauchen, kann es nicht schaden. Ergänzt mit Sport und gesunder Ernährung, kann man bestimmt ebenfalls eine gute Wirkung erzielen.

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