Studieren neben dem Beruf – Diese Möglichkeiten gibt es

Um sich neue berufliche Möglichkeiten zu erschließen, ist eine Weiterbildung bestens geeignet. Neben klassischen Qualifizierungsmaßnahmen kann man sich aber auch für ein berufsbegleitendes Studium entscheiden. Bei diesem kann man parallel zur Berufstätigkeit einen Hochschulabschluss erwerben und sich damit weiter qualifizieren. Wir zeigen, für wen das berufsbegleitende Studium geeignet ist, welche Möglichkeiten es gibt und wie es mit den Kosten aussieht.

Für wen eignet sich ein berufsbegleitendes Studium?

Wer mitten im Berufsleben steht, den Traum vom Studium allerdings nie ganz aufgegeben hat, kann mit dem berufsbegleitenden Studium trotz Vollzeitjob einen akademischen Abschluss erwerben. Ein großer Vorteil dabei: Die finanzielle Sicherheit durch den Job bleibt erhalten, gleichzeitig kann man den Grundstein für seine berufliche Karriere legen. Hierfür werden berufsbegleitende Studiengänge speziell auf die Bedürfnisse von Berufstätigen zugeschnitten.

Während der Kurzarbeit eine Weiterbildung absolvieren ist seit der Corona-Pandemie keine Seltenheit mehr. Die frei gewordene Zeit lässt viel Spielraum für die weitere berufliche Entwicklung. Eine gute Alternative zur klassischen Weiterbildung ist, im Studium den Master berufsbegleitend machen. Die Motive können sehr unterschiedlich sein. Über einen solchen Schritt nachzudenken, lohnt sich zum Beispiel wenn

  • man voll berufstätig ist
  • man früh ins Arbeitsleben gestartet ist und dennoch einen akademischen Abschluss haben möchte
  • eine Spezialisierung angestrebt wird, so dass man neue Aufgabenfelder übernehmen kann
  • geplant ist, im Laufe der Karriere Führungsaufgaben zu übernehmen
  • im aktuellen Beruf eine akademische Weiterbildung gewünscht wird
  • im Grundstudium nicht die notwendigen Kenntnisse im Beruf vermittelt wurden

Zusätzliche Vorteile durch ein Studium

Berufsbegleitende Studiengänge gibt es nicht in jedem Fachbereich. Gut vertreten sind vor allem die Wirtschaftswissenschaften – und das aus gutem Grund. Für viele Angestellte eröffnet ein berufsbegleitendes Studium bessere Möglichkeiten, die Karriereleiter nach oben zu klettern. Werden von einem Wirtschaftsingenieur Management-Kompetenzen gefordert, lassen sich diese durch einen Executive MBA erwerben; eine kaufmännische Angestellte kann dank BWL-Studium einen wissenschaftlichen Background zu ihrem Beruf erhalten; Architekten können sich im Baumanagement weiterqualifizieren.

Die Entscheidung für ein berufsbegleitendes Studium ist also immer auch eine Entscheidung für das berufliche Vorankommen. Deswegen wird für die Aufnahme eines solchen Studiums in der Regel eine praktische Tätigkeit vorausgesetzt. Diese sollte in einem engen Zusammenhang mit dem Studium stehen.

Abendstudium, Fernstudium, oder Präsenzstudium?

Zunächst einmal muss zwischen einem berufsbegleitenden und einem berufsintegrierten Studium unterschieden werden. Das berufsbegleitende Studium wird neben dem Beruf absolviert. Im Idealfall wird also der Beruf durch das Studium ergänzt. Hierbei muss es keinen Zusammenhang zwischen Hochschule und Unternehmen geben. Anders sieht es beim berufsintegrierten Studium aus. In diesem Fall arbeiten Unternehmen und Hochschule zusammen, so dass innerhalb des Studiums Theorie und Praxis miteinander verbunden werden.

In der Regel weist jedes berufsbegleitendes Studium große Unterschiede zum Vollzeitstudium auf. Beispielsweise liegen die Lehrzeiten außerhalb der Arbeitszeiten, so dass man diese auch wahrnehmen kann. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an berufsbegleitenden Studiengängen. Studieninteressierte können somit aus flexiblen Möglichkeiten wählen. Wichtig ist, sich zunächst intensiv mit den drei gängigsten Formen des Studiums auseinanderzusetzen. Nur so lässt sich die passende Studienform finden. Anhaltspunkte sollten immer individuelle Bedürfnisse sowie die Strukturierung des Alltags sein.

Abendstudium

Am meisten Ähnlichkeit mit dem klassischen Studium hat das Abendstudium. Üblicherweise geht man tagsüber seinem Beruf nach, abends nimmt man in der Hochschule an Präsenzveranstaltungen teil. Bei einigen Anbietern werden die Präsenzseminare auch auf das Wochenende gelegt. Der direkte Austausch mit Kommilitonen und Dozenten kann dabei helfen, Lerninhalte besser zu verstehen und fest zu verankern.

Für wen geeignet? Das Abendstudium bietet sich für diejenigen an, die direkten Kontakt zur Hochschule und zu anderen Studenten haben möchten.

Fernstudium

Das Fernstudium besticht durch ein hohes Maß an Flexibilität. Im Gegensatz zum Abendstudium können die Lernzeiten an die eigenen Bedürfnisse und Arbeitszeiten angepasst werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass man nicht erst zur Hochschule fahren muss. Stattdessen werden die Lerninhalte von zu Hause aus vermittelt. Den Studenten stehen oftmals virtuelle Lernumgebungen und damit vernetzte Lernmöglichkeiten zur Verfügung. Lediglich für einige Prüfungen ist die Präsenz der Studenten erforderlich.

Für wen geeignet? Wer zeit- und ortsunabhängig lernen und sein Studium optimal auf seine Arbeitszeiten anpassen möchte, wird mit dem Fernstudium am besten klarkommen.

Präsenzstudium/Blended Learning

Die Mischvariante zwischen Präsenzstudium und Fernstudium vereint die Vorteile beider Studienformen miteinander. Wie beim Fernstudium, werden die meisten Lerninhalte im Selbststudium erlernt. Begleitend dazu gibt es regelmäßige Pflichtveranstaltungen und Prüfungen, zu denen die Studenten vor Ort erscheinen müssen.

Für wen geeignet? Das Präsenzstudium ist für diejenigen konzipiert, die sich mit der Kombination aus Online-Lernen und anwendungsorientierten Veranstaltungen an der Hochschule identifizieren können.

Was kann man berufsbegleitend studieren?

Die Auswahl an Studiengängen, die berufsbegleitend angeboten werden, wird immer größer. Berufstätige können sowohl ihren Bachelor machen als auch mit dem Master die nächste Stufe der Karriereleiter erklimmen.

Berufsbegleitende Master-Studiengänge gibt es zum Beispiel in folgenden Bereichen:

  • BWL und Management
  • Informatik
  • Ingenieurwesen
  • Steuerreicht
  • Business Law
  • MBA (Engineering Management, General Management, Personalmanagement, Wirtschaftsrecht etc.)

Unter den berufsbegleitenden Bachelor-Studiengängen kommen unter anderem folgende Bereiche infrage:

  • BWL
  • Chemie
  • Biologie
  • Informatik
  • Marketing
  • Architektur
  • Psychologie
  • Pflege
  • Soziale Arbeit

Übrigens hat ein berufsbegleitend absolviertes Studium den gleichen Stellenwert wie ein klassisch durchgeführtes Studium. Bei vielen Arbeitgebern steht es sogar höher im Kurs, beweist das Studium neben dem Beruf doch, dass man eine hohe Eigenmotivation, eine gute Selbstorganisation, Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen besitzt. Alles Eigenschaften, über die sich jeder Arbeitgeber freut.

Wie sieht es mit den Kosten aus?

Beim berufsbegleitenden Studium können die Kosten stark variieren. Sie reichen von wenigen Hundert bis hin zu mehreren Tausend Euro pro Jahr. Es kommt ganz darauf an, für welche Bildungseinrichtung und für welche Form des Studiums man sich entscheidet. In jedem Fall bietet es sich an, das Gespräch mit seinem Arbeitgeber zu suchen. Dieser kann einen finanziell beim Vorhaben unterstützen oder einem entgegenkommen, wenn man sich für Präsenzveranstaltungen sowie Prüfungen freinehmen möchte.

Daneben kommen weitere Fördermöglichkeiten für ein berufsbegleitendes Studium infrage. Eine bekannte Förderung ist das Aufstiegsstipendium für Menschen mit Berufserfahrung. Erfüllt man die Fördervoraussetzungen, kann man für die gesamte Studiendauer einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 2.700 Euro erhalten. Für Arbeitnehmer unter 25 Jahren gibt es das Weiterbildungsstipendium, bei dem der Gesamtförderbetrag bei maximal 6.000 Euro liegt. Unter bestimmten Umständen ist alternativ eine Förderung über das Deutschland-Stipendium, die Bildungsprämie oder über Förderprogramme der Länder möglich.