Trading-Apps im Trend: So leicht wie heute war der Weg an die Börse noch nie

Laut des Deutschen Aktieninstituts (DAI) investiert mittlerweile jeder sechste Deutsche in Aktien. Insbesondere unter jungen Leuten werden es immer mehr, die das Traden für sich entdecken. Die junge Generation nutzt besonders gerne Trading-Apps. Bei den unter 30-jährigen sind im Jahr 2020 67 Prozent neue Trader hinzugekommen, das sind rund 600.000 Neueinsteiger an der Börse.

Trading-Apps tragen dazu bei, dass der Aktienmarkt immer leichter zugänglich wird. Die Hürden, die noch bis vor einigen Jahren mit Aktien verbunden waren wie ein Broker, das umständliche Einrichten eines Depots sowie hohe Trading-Gebühren, gibt es nicht mehr. Zwar braucht man immer noch ein Depot bzw. einen Broker, das ist aber mit einigen Klicks vom Smartphone aus erledigt.

Diese Trading-Apps sollte jeder kennen

Zu den beliebtesten Anbietern von Trading-Apps gehören:

  • Trade Republic
  • Flatex
  • Comdirect
  • Maxblue
  • justTRADE
  • Scalable Capital
  • Smartbroker
  • XTB
  • Uvm.

Die Gebühren pro Trade sind je nach Anbieter unterschiedlich. Während einige 1 Euro pro Trade nehmen und bei anderen hierfür gar keine Kosten entstehen, werden bei wieder anderen Anbietern 7 Euro oder mehr pro Trade fällig. Hier hilft es, sich im Vorfeld gründlich zu informieren.

Trading-Apps im Trend: So leicht wie heute war der Weg an die Börse noch nie

Geld vermehren mit Aktien: Klappt das wirklich?

Die Schwelle ist niedriger geworden und jeder über 18, der über ein Smartphone verfügt, kann heutzutage mit Wertpapieren spekulieren. In Zeiten von niedrigen Zinsen ist das im Vergleich zum Sparbuch oder Tagesgeldkonto eine der wenigen Möglichkeiten, das vorhandene Geld überhaupt noch zu vermehren.

Das Traden von Aktien vom Handy aus ist bequem. Es ist jederzeit möglich und bedeutet außerdem ein wenig Nervenkitzel, ähnlich wie ihn auch Online Casinos via Apps auslösen. Sie sind ebenfalls immer in der Tasche dabei, stets zur Hand und bieten die Möglichkeit, Geld einzusetzen und im besten Fall zu vermehren. Allerdings geht es bei Aktien schnell um sehr große Geldsummen, weshalb es umso wichtiger ist, sich gut auszukennen und zu wissen was man tut.

Bei all den Änderungen rund um das Thema Aktienhandel ist das nämlich eine der Sachen, die sich nicht geändert haben: Man muss den Markt kennen, um souverän handeln zu können. Sonst ist auch schnell die eingesetzte Summe weg.

Starke Schwankungen von Kursen am Beispiel von GameStop

Schließlich kann der Handel mit Aktien riskant sein und wer in die falschen Titel am falschen Tag investiert, kann am nächsten Tag schon einen Großteil seines Geldes verloren haben. Ein gutes Beispiel für das wahnwitzige Schwanken von Aktienkursen ist die GameStop-Aktie, die Anfang des Jahres extrem in die Höhe schoss und vielen Anlegern hohe Gewinne bescherte. Allerdings gab es auch einige, die zu spät eingestiegen sind und innerhalb kürzester Zeit massive Verluste hinnehmen mussten.

Die starken Schwankungen des GameStop-Kurses wurden von Tradern ausgelöst, die sich über das Online-Portal „Reddit“ zusammengeschlossen hatten. Sie wollten durch immer weitere Zukäufe ein Zeichen gegen die großen Hedgefonds setzen, die auf sinkende Kurse bei GameStop gesetzt hatten. Die Besonderheit war außerdem, dass einige Anbieter wie Trade Republic den Handel mit GameStop-Aktien zwischenzeitlich aussetzen, wofür sie in der Kritik standen.

Nutzer von Trading-Apps sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie immer davon abhängig sind, dass der gewählte Broker gerade auch funktioniert und man so handeln kann wie man es gerade will. Allerdings verzeichnen Anbieter wie Flatex oder Trade Republic gerade so einen starken Zuwachs, dass ihnen so sehr wie nie daran gelegen ist, die vielen Neukunden nicht zu verprellen.

Je langfristiger, desto besser

Trading ist im Trend und wer sich richtig über den Markt informiert, kann sich auch im Investieren versuchen. Es sollte jedoch klar sein, dass Trading in der Regel immer dann am besten funktioniert, wenn es auf einen langen Zeitraum ausgelegt ist.

Viele Unternehmen erwirtschaften ihre Gewinne schließlich erst über Jahre und Jahrzehnte. Um davon langfristig zu profitieren kann es sich lohnen, Investitionen nicht auf kurzfristiger, sondern auf zukunftsorientierter Basis zu tätigen. So haben sich zum Beispiel die Aktienkurse vieler Unternehmen erst auf die lange Bank so richtig positiv entwickelt. Um mal ein paar Beispiele zu nennen:

Volkswagen: Wer vor 20 Jahren 1.000 Euro in Volkswagen-Aktien investiert hat, darf sich heute über einen Aktienwert von 7.000 Euro und Dividenden in Höhe von 1.455 Euro freuen. Wer schon im Jahr 2007 wieder ausgestiegen wäre, hätte nur 3.770 Euro einstreichen können.

Tesla: Wer zum Börsenstart des Elektroauto-Herstellers Tesla 1.000 Euro investiert hätte, hätte daraus heute rund 151.000 Euro gemacht. Ein Verkauf der Wertpapiere im Februar 2014 hätte 7.400 Euro bedeutet. Im Juni 2017 hätte der Verkauf 12.100 Euro bedeutet.

Coca-Cola: Schon seit 1969 ist Coca-Cola an der Börse. Wer damals 1.000 Euro in die Aktien des Limonaden-Herstellers investiert hätte, würde heute mit über 82.000 Euro dastehen. Ein Ausstieg aus der Aktie im Jahr 1994 hätte ordentlich Rendite gekostet. Damals wären aus 1.000 Euro nur 13.025 Euro geworden – seitdem ging es für den Titel erst so richtig los.

Trading-Apps im Trend: So leicht wie heute war der Weg an die Börse noch nie

Früh anfangen, Zinseszinsen mitnehmen und verstehen, was passiert

Grundsätzlich ist es gut, früh mit dem Investieren anzufangen, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Trading-Apps erleichtern den Einstieg in die Börsenwelt und helfen gerade sehr dabei, das Thema immer mehr massentauglich zu machen.

Entscheidend ist jedoch, sich gut auszukennen und nur überlegte Investments zu tätigen. Kenne die Firma, kenne das Geschäftsmodell, kenne die Zahlen und wisse, was das Unternehmen gerade beschäftigt – so sollte das Credo eines jeden Aktieninvestments lauten.