Wenn man Sport und Politik nicht mehr länger unterscheiden kann

Es ist nur wenige Tage her, da ging die Leichtathletik WM im katarischen Doha zu Ende. Tatsächlich muss man sagen, dass diese an ziemlich vielen Menschen vorbeigegangen wäre, hätte man in der Tagesschau nicht regelmäßig von den deutschen Erfolgen gehört. Aber nicht nur das mediale Interesse hier hat sich eher in Grenzen gehalten, nein. Denn auch vor Ort war es oft so menschenleer, dass gar Medaillen Zeremonien verlegt werden mussten, um den Sportlern gerecht zu werden. Es mag nur wenig verwundern, dass die WM so unter dem Radar geschwommen ist, denn Sportveranstaltungen in Katar, das sind so recht eigenwillige Events. Denn hier lässt sich wiedermal feststellen, wie Politik und Sport in manchen Ländern enger verwoben sind als angenommen.

Katar gibt den Ton an

Wer sich sportpolitisch in der jüngeren Vergangenheit mehr mit Katar und globalen Sportveranstaltungen beschäftigt hat, der wird umgehend ein Muster feststellen. Denn Katar hat Geld und scheint nicht zu wissen, wie es sich anders präsentieren soll als mit Prunk. Und so ist es wenig überraschend, dass immer mehr Turniere und Events ihren Weg in das kleine Land im Nahen Osten kommen, denn Geld regiert die Welt. Das Emirat kann es sich leisten, neue Stadien für kurze Turniere zu bauen, denn sie haben sich in den letzten Jahren durch kluge und stoische Lobbyarbeit viel aufgebaut in Europa und den USA. Und genau diese Beziehungen sorgen nun dafür, dass Katar bei den jeweiligen Vergaben der Events meist ganz vorne dabei ist. Es gibt sicherlich nicht wenige, die dabei schnell an Korruption und Vetternwirtschaft denken und genau denen sei Recht gegeben: Katar hat es sich zu Eigen gemacht, dass man mit Geld entweder Loyalität oder Schweigen erwerben kann. Der sportliche Aspekt gerät hier häufig in den Hintergrund. So oder so aber sind die Spiele selber nicht unmittelbar davon betroffen.

Fussball und F1 werden weiterhin verfolgt

2022 findet die Fussball WM in Katar statt – die Anbieter rund um Betsson sind schon jetzt aktiv dabei, die Quoten stets aktuell zu halten. Und auch in der Formel 1 und in anderen Sportarten sind bereits heute und für die nähere Zukunft eine Vielzahl an weiteren Rennen und Turnieren geplant. Es ist also nicht so, als würde sich der normale Gelegenheitsfan allzu sehr dafür interessieren, wie die Menschenrechtslage in Katar ist. Solange die Spiele unterhaltsam sind, guckt man gerne hin und weg, Parallelen zum alten Rom werden hier deutlich: Brot und Spiele für die Massen.

Sportpolitisch scheint sich Katar auf der sicheren Seite zu fühlen, denn sie haben die mächtigen Männer hinter sich; wer will schon gerne auf einen ganzen Batzen Geld verzichten, nur um eine WM in einem Land austragen zu wollen, die weniger zahlen. Gleichzeitig darf aber auch der Nahe Osten mal in den Genuss einer solchen Sportveranstaltung kommen, so ist es ja nicht. Allerdings gibt es berechtige Zweifel daran, ob die Zuschauer in ähnlichen Massen in die Stadien kommen werden wie zuletzt bei der Leichtathletik WM. Denn vor halbleeren Rängen Fussball zu zeigen steht nicht im Plan von Katar, da darf man sich sicher sein.