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Citroen DS 4 und DS 4 Crossback – Kompakt mal anders

Die Franzosen nennen ihn „Kompaktmodell mit Charakter“, den Citroen DS 4. Das passt, wobei man beim Anblick eher der Begriff Crossover denkt, denn an einen Kompakten. Wie dem auch sei, feststeht, dass der DS 4 nicht zum Design-Einheitsbrei gehört, sondern eine angenehme Abwechslung bietet. So wird er auch das „Modell mit zwei Silhouetten“ genannt, da er neben der besonders eleganten Variante auch eine etwas rustikalere bietet: Die eines SUV. Dann hört der Franzose auf den Namen Citroen DS 4 Crossback und will abenteuerlichen Charme versprühen. Insgesamt verkaufte Citroen bislang 115.000 Einheiten des ungewöhnlichen Kompakten. Schauen wir ihn uns doch mal genauer an.

Design – Von Premium bis Rabauke

Citroen spricht von einer Premium-Limousine mit avantgardistischem Geist – das lässt sich so unterschreiben. Vor allem passt es zu dem Bild, das man klassischerweise im Hinterkopf hat, wenn man an Citroen denkt. Ausgefallene Details, französischer Chic und das gewisse Etwas. Vorbei die Zeit, in der Citroen austauschbaren Einheitsbrei ablieferte. Und so zieren den DS 4 fließende, dynamische Linien, die durch dezente Chromeinfassungen an Eleganz nochmals zulegen. Für die individuelle Note sorgt indes die Auswahl an zweifarbigen Varianten für Karosserie und Dach. Letzteres kann in verschiedenen Farbvarianten gewählt werden, wie etwas Perla Nera-Schwarz, Whisper oder Virtual-Blau. Wie Citroen die Kombination aus einem „Turmalin-Orangen“ Dach mit einer weiteren Farbe für die Karosserie als elegant verkaufen will, bleibt hingegen fraglich. Wer darauf keine Lust hat, der darf gern eine andere der insgesamt 33 Varianten wählen.

Oder man entscheidet sich für den Crossback mit leicht erhöhter Karosserie. Dann kommt der Citroen DS mit prägnanten Radhausverbreiterungen, einer grauen Dachreling und einer Vielzahl an schwarzen Elementen. Dazu zählen sowohl die Felgen, wie auch der Frontspoiler oder der Grill. Zudem ist der Crossover 30 mm höhergelegt und wirkt nicht zuletzt dadurch abenteuerlustig. Besten Blick ermöglicht beim Citroen DS 4 Crossback die Panorama-Windschutzscheib mit einer 45 Grad-Sicht nach oben.

Beiden gemein ist hingegen der Frontgrill mit dem DS Wing, der markentypischen Doppel-Schwinge. Hinzu gesellt sich die Lichtsignatur des „DS LED Vision“. Damit sind die Frontscheinwerfer des Citroen DS 4 gemeint, die LED- und Xenon-Technologie verbinden. Gleichzeitig beherbergen sie Blinker mit einem LED-Lauflicht, wie man es von Audi kennt. Insgesamt trägt die Front so 84 Lichtmodule.

Innenraum – Schönester seiner Klasse

Zur Einführung des Modells im Jahr 2010 wurde das Interieur des DS 4 zum schönsten Innenraum seiner Klasse gekürt. Das Interieur wirkt natürlich auch heute noch hochwertig und raffiniert und bietet darüber hinaus viele Personalisierungsmöglichkeiten. Richtig luxuriös wird es, wenn man das Armaturenbrett und die Türverkleidungen betrachtet: Beide Teile sind jeweils mit Nappaleder bezogen, während die Sitze im Barcelet-Finish gehalten und mit Semi-Anilinleder bezogen sind – also einer Art Kunstleder. Gut so, schließlich ist diese Art des „Leders“ nachhaltiger, als die Massentierhaltung von Kühen, die unter elendigen Zuständen gehalten werden. Manch hippe Boutique verkauft sogar Waren aus „veganem Leder“. Auch eine nette Umschreibung.

Aber zurück zum Auto: Beim Infotainment ist der französische Kompakte auf aktuellem Stand. So hat man über Apple CarPlay Zugriff auf viele Funktionen der neuesten iPhone-Modelle, die sich bequem über den 7-Zoll-Touchscreen bedienen lassen. Klar, mittlerweile gibt es größere Bildschirme, aber objektiv betrachtet gibt es an der Größe nichts auszusetzten. Neben der Multimedia-Funktion über das Smartphone – Android-Geräte können ebenso über Mirror Screen genutzt werden – hat man über den Touchscreen Zugang zu sämtlichen Fahrzeugfunktionen. So kann man sich wie gewohnt vom installierten Navi lotsen lassen oder Musik wiedergeben.

Bei der Sicherheitsausstattung bringen sowohl Citroen DS 4, wie auch der DS 4 Crossback ein Notruf- und Assistence-Paket namens DS Connect Box mit. Hier können Notrufe automatisch ausgelöst und der Standort bestimmt werden. Über das Monitoring Paket hat man noch mehr Funktionen, die einem persönlichen Assistenten nahe kommen. So beinhaltet dieses Paket etwa ein elektronisches Wartungsheft, ein Eco-Driving oder einen Nutzungsbericht. Die Frage ist nur, wie gläsern und fremdbestimmt man sich durch diese Dienste fühlt.

Als weiteres Sicherheitsfeature darf sicherlich die Rückfahrkamera bezeichnet werden, die nicht nur Schrammen im Lack verhindern kann, sondern auch ungewolltem Kontakt mit kleinen Kindern hinter dem Fahrzeug entgegen wirkten kann. Zudem stehen ein Toter-Winkel-Warner und der AFIL-Spurassistent parat. Für Entspannung sorgen indes die Sitze mit Massage-Funktion, womit der DS 4 dem Komfortanspruch, den man an ein französisches Auto stellt, gerecht wird.

Antriebe: Sparsam und kraftvoll

Bei den Motoren stehen durchweg recht leistungsstarke Antriebe parat, die bei den CO2-Emissionen geizen, indem sie lediglich 97 bis 138 g/km emittieren. Den Einstieg macht man mit dem DS 4 Pure Tech 130 Benziner. Er verfügt über eine Start-Stopp-Automatik, leistet 130 PS und stellt ausreichende 230 Nm bereit. Der Verbrauch soll bei runden 5 Litern auf 100 km liegen. Darüber rangiert der THP 165 mit 6-Gang-Automatik. Mit seiner Leistung von 165 PS ergibt sich gegenüber dem Einstiegsbenziner aber ein ungleich höherer Fahrkomfort, da Zwischenspurts leichter von der Hand gehen. So stehen seine 240 Nm bereits ab 1.400 U/min bereit, während der Verbrauch im Mix bei 5,5 Litern liegen soll. Das Top-Aggregat unter den Otto-Motoren stellt der THP 210 mit – man kann es sich denken – 210 PS dar. Seine 285 Nm liegen bei 1.750 Umdrehungen an, der Verbrauch steigt im Vergleich zum nächst schwächeren Aggregat um vertretbare 0,4 Liter an.

Die Selbstzünder hören auf den Namen BlueHDI. Hier geht es mit 120 Pferdestärken, einer Sechsgang-Handschaltung oder einer optionalen Sechsgang-Automatik und einem Spatzen-Durst von gerade einmal 3,7 Litern/100 km los. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von lediglich 97 g/km. Gleichzeitig lassen die 300 Nm den DS 4 BlueHDI 120 einen angenehmen Vortrieb zu. Die Mitte markiert der BlueHDI 150, der auf das Basis-Aggregat nochmals 70 Nm drauflegt, aber nur 0,1 Liter Diesel und ein Gramm CO2 mehr benötigt bzw. ausstößt. Top-Diesel ist der BlueHDI 180 mit serienmäßiger Sechsgang-Automatik. Er konsumiert mit 4,3 Litern zwar am meisten, bietet aber auch 180 PS und satte 400 Nm Drehmoment. Das Ergebnis sind niedrige 113 g CO2/km.

Ganz gleich für welches der Aggregate man sich entscheidet: Das Fahrverhalten des Citroen DS 4 stellt immer einen guten Kompromiss zwischen Fahrkomfort und aktiven Fahreigenschaften dar. Zwar sind die Tage, in denen ein französisches Auto butterweich federte und zeitweise auch gerne nachschwang vorbei, doch von sportlicher Härte sind beide DS 4 Derivate gleichfalls entfernt. Schade nur, dass Citroen nicht am für die Marke klassischen hydropneumatischen Fahrwerk festgehalten und es weiterentwickelt hat. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und noch ein Punkt, der etwas ernüchtert: Der Kofferraum fasst lediglich 370 Liter. Das ist zwar guter Kompaktklasse-Standard, aber hier sortiert man den DS 4 nicht ein, da er stets größer wirkt. Also sollte man diesen Citroen tatsächlich eher als Crossover sehen – und zwar als Lifestyle-Crossover. Schließlich impliziert Lifestyle immer ein adrettes Äußeres, bei dem der Nutzen ruhig etwas kürzer kommen darf.

Weitere Informationen findet ihr unter www.dsautomobiles.de | Fotos © DS Automobiles