Trendlupe - Ein trendiger Blick auf Produktneuheiten und Lifestyle

Mazda 3 – Der kompakte Beau

Ein Facelift: Für gewöhnlich gezeichnet von vermeintlich hübscheren Schürzen, anderen Felgen, neuen Farben und anders gestalteten Scheinwerfern und Rückleuchten. Beim aufgefrischten Mazda 3? Fehlanzeige. Das übliche Wischiwaschi um eine Modellanpassung verkneifen sich die Japaner, sondern legen Hand an die wirklich wichtigen Details, betreiben also Feinschliff. Fahrwerk und Fahrverhalten, Infotainment und Assistenten wurden auf den neusten Stand gebracht. Seinem Paar Lieblingsschuhe gönnte man auch mal eine neue Sohle, anstatt sie wegzuwerfen, oder?

Drei Jahre ist er nun schon auf dem Markt, der Mazda 3. Wie es das automobile 1×1 fordert, war es nun Zeit für ein Facelift. Das Erstaunliche dabei: Die Optik blieb gänzlich unangetastet – und das spricht Bände. Worüber? Ganz klar: Die Gestaltung des Mazda 3 ist so gelungen, dass sie keine Auffrischung benötigt – aus, Ende! Beweis gefällig? Das Kodo-Design kam bei seiner Einführung so gut an, dass der Mazda 3 als drittes Modell der Familie mit dem begehrten retdot Design Award ausgezeichnet wurde. Und das Credo des Kodo-Designs – Soul of Emotion – sieht man dem Japanischen Kompakten auf den ersten Blick an.

Kaum ein anderer Vertreter dieser Klasse gibt sich so emotional, aber gleichzeitig frisch und gefällig, wie der Mazda 3. Das gilt zumindest für den klassischen Fünftürer, der Karosserievariante, die in Mitteleuropa auf den größten Zuspruch stößt. Neben diesem gibt es aber auch noch eine viertürige Limousine mit Fließheck, die es wohl mit Konkurrenten vom Schlage einer Audi A3 Limousine oder einem Mercedes-Benz CLA aufnehmen will. Häufig sieht man den Mazda 3 in dieser Form aber nicht auf unseren Straßen. Sehr schade ist, dass es keinen Kombi vom Mazda 3 gibt, schließlich erfreut sich diese Karosserieform in Europa bester Beliebtheit.

Die Optik blieb also beim sehr ansehnlichen Alten. Wichtige Änderungen fanden also unter dem Blech statt. So optimierten die Japaner die Ausstattungspakete und rüsteten bei den Assistenten auf. Damit zogen ein paar Elemente in den Innenraum ein, die nicht zwingend notwendig wären bzw. auf die man gerne verzichtet hätte. Dazu zählt noch nicht einmal die neuerdings erhältliche Lenkradheizung, sondern eher die nun elektrisch ausgeführte elektrische Handbremse. Schade, schließlich gehört ein manuelles Pendant in ein dynamisch angehauchtes Fahrzeug, und das ist der Mazda 3 zweifellos. Dafür haben in der Mittelkonsole nun zwei Cola-Dosen Platz in den neuen Cupholdern – hurra…

Viel besser kann man sich da das optimierte Head-Up Display schmecken lassen. War es bislang nicht gerade hochauflösend, gefällt es nach der Überarbeitung mit einer sehr klaren und nun auch farbigen Darstellung. Zudem zeigt es die aktuellen Verkehrsschilder, wie Tempolimits, Überholverbote etc. an. Wirklich praktisch. Schade nur – und das ist typisch für einen Japaner – dass das HUD nur in Verbindung mit der höchsten Ausstattung, der Exlusive-Line, zu bekommen ist. Außerdem muss zwingend das Navi geordert werden, unverständlich. Gerade, wenn man bedenkt, dass ein Head-Up Display einen wirklichen Sicherheitsgewinn darstellt, was man von einem Navi nicht wirklich behaupten kann.

Wie dem auch sei – kommen wir zur Funktionsweise des Systems. Es operiert über ein neues Kamera-System in der Frontscheibe. Zuständig ist es aber nicht nur für die Verkehrsschilderkennung, sondern auch für den Notbremsassistenten, der nun eine Fußgängererkennung integriert und Unachtsamkeiten – beispielsweise durch die Bedienung des Navis – nicht gleich mit einem unverzeihlichen Personenschaden enden lässt. Die Liste an wirklich hilfreichen Systemen komplettieren der Totwinkel-Warner sowie der Spurhalte-Assistent.

Ein besonderes Leckerli stellt die neue G-Vectoring Control dar. Die Eingriffe dieses Dynamik-Assistenten spürt man quasi nicht und will sie dennoch nicht mehr missen. Bekannt ist die G-Vectoring Control bereits aus dem Mazda 6 und soll nun dem Kompakten auf die Sprünge helfen. Über eine gezielte Verteilung des Drehmoments soll sich das Einlenkverhalten des Japaners nun noch dynamischer anfühlen. Damit einhergehend verbessern sich das Handling und der Fahrkomfort durch den elektrischen Eingriff. So wird das Drehmoment beim Einlenken in die Kurve für einen Moment zurückgenommen – ein kleiner Gaslupfer also – und bewirkt damit mehr Last auf der Vorderachse. Dadurch werden mehr Seitenkräfte erzeugt, die den Mazda 3 treu seiner Bahn ziehen lassen. Ein – für sich genommen – genauso einfacher, wie logischer Trick, der von den Insassen aber völlig unbemerkt bleibt.

Angefasst haben die Japaner auch die Federung des Japaners. Etwas hölzern und bisweilen unwirsch ansprechend, ist der Mazda 3 nun noch mehr zum feinfühligen Kurvenräuber geworden. Doch Härte oder gar ein damit einhergehendes straffes Ansprechen sind dem Kompakten mit dem Facelift völlig fremd. Agil in Kurven aber dennoch komfortabel, darf die Ausrichtung der Federn und Dämpfer als nahe dem Optimum beschrieben werden. Schließlich werden fiese Verwerfungen genauso gut pariert, wie kleine Unebenheiten, ohne dass die Karosserie dabei Seitenneigung zulassen würde.

Von der klassischen Seite zeigen sich die Aggregate des Mazda 3. Die Benziner schwören allesamt auf Hubraum anstelle der sonst so modernen Aufladung, während die beiden Diesel natürlich einen Turbo besitzen. Hybrid-Antriebe sucht man indes vergebens. Also bleibt es bei den Motoren beim Altbekanntem. Den Einstieg macht man mit dem Mazda 3 SKYACTIV-G 100 mit 1.5 Litern Hubraum und – es liegt nahe – 100 PS. Damit beschleunigt der Japaner auf 100 km/h in 10,6 Sekunden, ist gemächliche 182 km/h schnell, benötigt im Schnitt aber nur rund 5,1 Liter. Mit ein Verdienst der hohen Verdichtung von 14:1.

Darüber rangiert bereits ein Benziner mit zwei Litern Hubraum und 120 PS. Jener gefällt mit dem gleichen Verbrauch wie das Einstiegsaggregat, ist aber ungleich dynamischer. So sprintet er in 8,9 Sekunden auf 100 Stundenkilometer und kommt nahe an die 200er Marke ran. Topmotor ist ebenfalls ein 2.0 Liter, der Mazda 3 SKYACTIV-G 165 mit 165 PS. Dieser soll sich mit 5,8 Litern begnügen, dabei aber schon recht zügige Fahreigenschaften bieten. Von Null auf 100 geht es in 8,2 Sekunden und bei der Höchstgeschwindigkeit durchbricht er die magische 200 km/h Schallmauer um 10 Stundenkilometer.

Bei den Dieseln hat man die Wahl zwischen einem 1.5 und einem 2.2 Liter Selbstzünder. Der kleinere Diesel leistet 105, während das großvolumige Aggregat 45 PS drauflegt. Sie verbrauchen 3,8 bzw. 4,1 Liter im Durchschnitt und wirken – durch die Aufladung – etwas zügiger im Antritt, als die Otto-Motoren. Der größere der beiden Diesel bietet auch die besten Fahrleistungen unter den Mazda 3 Brüdern. So fährt auch er maximal 210 km/h, sprintet aber in 8,1 Sekunden auf Landstraßentempo. Der kleinere Diesel ist mit 185 km/h Topspeed und 11 Sekunden für den Standardsprint etwas gemütlicher.

Unter dem Strich hat Mazda also alles richtig gemacht mit seinem Kompakten. Umso angenehmer ist es, dass der Mazda 3 einen günstigen Einstieg bietet. Los geht es bei nicht ganz 18.000 Euro. Dafür erhält man eine Ausstattung, die man, objektiv betrachtet, um nichts erweitern muss, zumal das ausreichend kräftige 100 PS-Aggregat hier schon unter der Haube steckt. Will man es aber wirklich nett und die wichtigsten Assistenten an Bord haben, muss man zur empfehlenswerten Exclusive-Line greifen und die kostet rund 25.400 Euro. Die dazu ans Herz zu legende 150 PS Diesel-Maschine treibt den Preis schließlich auf knapp 28.500 Euro. Dann bekommt man aber auch ein sehr ausgereiftes Auto, das einen gelungenen Feinschliff erfahren hat.

Weitere Informationen findet ihr unter www.mazda.de