Trendlupe - Ein trendiger Blick auf Produktneuheiten und Lifestyle

Wörthersee 2015: Der See ruft…

…und die Fan-Massen strömen. Allen Unkenrufen in der Szene zum Trotz vereint auch das 34. GTI-Treffen am Wörthersee wieder zehntausende Enthusiasten der Marken des Volkswagen-Konzerns rund um das lange Himmelfahrtswochenende im kleinen Örtchen Reifnitz am Südufer des Wörthersees. Was 1982 als reines Treffen von Fans des Golf GTI begann, hat längst die Grenzen der Marke Volkswagen überschritten: auch Audi, Seat und Skoda sind mit eigenen Ständen vertreten. Bereits ab 9.00 Uhr am Morgen des Himmelfahrtstages strömen die Menschen von rund um den See an das Südufer.

Volkswagen präsentiert sich in diesem Jahr dichter an den Fans als je zuvor. Direkt neben der Hauptbühne befindet sich ein Driving-Experience-Areal. Sofort bilden sich lange Schlangen, um einmal mit einem Touareg eine kurze Runde am Steilhang direkt am Seeufer drehen zu können. Auf der geteerten Fläche unmittelbar davor veranstalten die Wolfsburger Taxi-Fahrten mit dem amtierenden Rallye-Weltmeister Sébastian Ogier am Steuer seiner aktuellen Polo WRC-Rennmaschine. Dabei fräst er seine „Donuts“ auf den in der Sonne glühenden Asphalt und sorgt so für einen beständigen „Gummi-Gummni“-Geruch auf der großen VW-Bühne.

Genau dort gewähren die Niedersachsen schon traditionell einen Blick in die GTI-Zukunft. In diesem Jahr sind es gleich zwei „Weltpremieren“, die Volkswagen mit an den Wörthersee gebracht hat. Die Fans erhalten einen ersten Blick auf das exklusive Jubiläumsmodell zum 40. Geburtstag des GTI. „Ab 2016 wird er in den Showrooms der Händler stehen“, bestätigt Heinz-Jakob Neußer, Volkswagen-Vorstand für Entwicklung: der Golf GTI Clubsport. Mit einer Leistung von 195 kW / 265 PS überflügelt er den bisherigen Spitzenreiter – den GTI Performance – noch einmal um 35 PS. Dank einer Boost-Funktion dürften für kurze Zeit bis zu 290 PS möglich sein. Mit einem komplett neuen Frontstoßfänger, neuen Seitenschwellern sowie Dachkantenspoilern und einem eigens entwickelten Dachdiffusor werden die ersten Modelle unter Umständen bereits 2016 die Ufer des Wörthersees befahren.

Dann schwingt das Tor erneut auf, Licht- und Showeffekte setzen ein und – während sie wieder verstummen – rollt, ohne ein einziges Motorengeräusch zu verlieren, die Studie des Golf GTE Sport. An die leise Technik von morgen muss sich der GTI-Fan von heute offenbar erst gewöhnen – die ersten Reaktionen der Fans von schnellen Autos am Seeufer sind verhalten positiv. Versöhnen dürften die aber auf jeden Fall die reinen Werte: drei Motoren – ein Benziner und zwei E-Motoren – leisten vereint 295 kW / 400 PS und beschleunigen die Studie auf 280 km/h. Damit sollte nicht nur Sébastian Ogier zufrieden sein, der den Golf GTE Sport als begeistert als „sehr futuristisch und einfach wundervoll“ bezeichnet.

Der Tradition des GTI-Treffen folgen auch dreizehn Auszubildende aus dem Stammwerk Wolfsburg und der Konzerngesellschaft Sitech Sitztechnik, die aus einer Rohkarosse ein einzigartiges GTI-Showcar aufbauten. „Sie haben sich für ein innovatives Farbkonzept entschieden, das in der Umsetzung viel Können und Präzision verlangt“, betont der Projektleiter Holger Schülke. Jana Perl (20), Sitech-Auszubildende zur Fahrzeuginnenausstatterin stellt heraus: „Wir haben die Sportsitze verziert. Das Leder haben wir zuerst gelb eingefärbt, dann zu schmalen Streifen gefaltet und von Hand in die Sportsitze eingenäht.“ Und Jan Quiring (19), Auszubildender zum Kraftfahrzeugmechatroniker sorgte für den passenden Antrieb: „Unser Golf GTI „Dark Shine“ ist einzigartig, weil er 395 PS und ein Super-Drehmoment hat“.

Inzwischen lassen es sich auch die Kollegen aus dem sächsischen Werk in Zwickau nicht nehmen, mit einem Golf Variant zu kontern: ein 176 kW / 240 PS starker Zwei-Liter-Biturbo-Dieselmotor treibt den schnellen Sachsen in „Alor Blau“ mit Dekorstreifen in Deep Black Pearleffekt an. Auch der Skoda Funstar, ein Pickup auf Basis des neuen Fabia, gebaut von Nachwuchskräften der Skoda-Akademie aus Mladá Boleslav (Tschechien), kann nichts daran ändern, dass der Star am Azubi-Himmel der Azubi-GTI aus Wolfsburg bleibt.

Audi präsentiert die Technikstudie Audi TT Clubsport Turbo. Aufgrund eines elektrischen Verdichters fährt er in den ersten 2,5 Sekunden nach dem Start sechs Meter weiter als ein vergleichbares Auto ohne diese Innovation. Somit ist das Ansprechverhalten des Fünfzylinder TFSI mit 441 kW / 600 PS aus 2480 Kubikzentimetern Hubraum einfach dynamischer. „Mit dieser Technik“, so Ulrich Hackenberg, Audi-Vorstand für Technische Entwicklung, „stehen wir bei unseren TDI-Aggregaten kurz vor dem Serieneinsatz.

Die stolzen Spanier der Konzernmarke Seat präsentieren sich dagegen etwas bescheidender – mit einem Kombi; aber der hat es in sich: Mit einer wegweisenden Rekordzeit von 7:58.12 Minuten, erzielt durch den spanischen Rennfahrer Jordi Gené, hat der Fronttriebler in der Nordschleife des Nürburgrings seine sportliche Performance unter Beweis gestellt. „Der Leon ST Cupra mit 206 kW / 280 PS zeigt, dass ein Kombi keinen Kompromiss eingehen muss. Diese Rekordzeit setzt neue Maßstäbe“ unterstreicht Dr. Matthias Rabe, Seat Vorstand für Forschung und Entwicklung den Anspruch der Spanier. Und diesem wird der familientaugliche Sportwagen auf jeden Fall gerecht.

Darüber hinaus gibt es rund um die sportlichen Volkswagen alles zu kaufen, was das Tuner-Herz begehrt. Die meisten Fans der Marken des Wolfsburger Konzerns genießen jedoch einfach dieses VW-Festival und freuen sich ab heute bereits auf das GTI-Treffen im nächsten Jahr. Das dürfte selbst auch für die anwesenden Vorstandsmitglieder gelten. Selten sieht man die Verantwortlichen derartig entspannt: Weißwurstfrühstück – natürlich bei Audi – inklusive. (ampnet/av)

Text: Alexander Voigt
Quelle: Auto-Medienportal.Net