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Audi Q7 e-tron – SUV auf Doppelherz

Der Audi Q7 e-tron verspricht viel, vor allem aber die perfekte Symbiose zweier Welten. So etwas wie die eierlegende Wollmilchsau will er sein. Stark, aber sparsam. Groß, mit seiner elektrischen Reichweite von mindesten 54 km aber ein Pendlerfahrzeug. Luxuriös, mit seinem permanenten Quattro-Antrieb aber gleichzeitig geländegängig. Schnell, aber gleichzeitig umweltfreundlich. Nun, zumindest mit letzterer Sache ist Audi gerade etwas ins Schwitzen geraten. Gerade die Diesel-Antriebe der Ober- und Luxusklasse stehen im Fokus von Umweltbehörden und fallen mit erhöhten Co2- und Stickoxid-Werten auf. Autsch! Und das bei einem Preis von über 80.000 Euro.

Wir wollen hier aber nicht die Moralapostel spielen, sondern uns in aller Neutralität einfach Audis größtes SUV ansehen, das als erstes Fahrzeug überhaupt einen Sehszylinder-Diesel mit einem permanenten Allradantrieb und einem Elektromotor paart. Und bitte!

Design – Dezent ist anders

Der Audi Q7 ist nicht gerade das, was man eine unauffällige Erscheinung nennt. Das war schon beim ersten Modell so und das hat sich beim aktuellen Modell nicht geändert. Auch der Audi Q7 e-tron quattro fällt mit seiner schieren Größe auf, schließlich gelten 5,05 Meter nicht unbedingt als Gardemaß für einen Kleinwagen. So gibt sich der Ingolstädter Hybrid maskulin und kraftvoll in seiner Gestaltung.

Besonders auffällig sind hier die markanten Radhäuser mit den stark ausgeformten Kanten darüber. Damit wirkt das große SUV weniger rund und kann seine Kantigkeit in eine gewisse Dynamik ummünzen, die ihm den Behänigkeit eines unbeweglichen Trumms nimmt. Dennoch: Der Audi Q7 e-tron quattro wiegt mit Fahrer gut 2,5 Tonnen – das sieht man ihm zwar so nicht an – doch eine gewisse Stattlichkeit ist ihm nicht abzuerkennen.

Kantig zeigt sich natürlich auch die Front des bayerischen SUV. Fast schon martialisch trägt der Q7 seinen großen Single-Frame-Kühlergrill über die Straßen. Chic hierbei: Das Audi-typische Stilelement ist plastisch herausgestellt und setzt sich so angenehm vom Design-Einheitsbrei anderer Hersteller ab. Zusammen mit den großen Lufteinlässen an der Front, dem angedeuteten Diffusor am Heck und den optionalen 20-Zoll-Felgen ergibt sich damit ein – verhältnismäßig – dynamischer Auftritt. Dass ein SUV mit dem Schwerpunkt eines Mehrfamilienhauses niemals zum Sportwagen avanciert, dürfte kein Geheimnis sein.

Interieur – Hülle und Fülle

Bekannt ist auch, dass der Audi Q7 das größte Platzangebot seines Segments bietet – egal ob als Benziner, Diesel oder als e-Tron quattro. So können auch beim Hybriden die Fondsitzlehnen verstellt oder die Sitze selbst in Längsrichtung verschoben werden. Und da die Lithium-Ionen-Batterie nur wenig Platz beansprucht, steht ein großer Kofferraum bereit: 650 Liter Basis-Volumen sind eine Ansage. Maximal kann das Ladeabteil auf bis zu 1.835 Liter vergrößert werden, die über die serienmäßige elektrische Heckklappe geentert werden können.

So weit so gut: Dass das SUV-Flaggschiff der Ingolstädter nicht gerade eng geschnitten ist, dürfte wenig überraschen. Spannender ist da eher das virtual cockpit mit 12,3 Zoll Bildschirm-Diagonale und hochauflösenden Grafiken. Es bietet verschiedene Info-Ebenen, glänzt aber nicht gerade durch eine eingängige Bedienung. Das ist auch beim R8 so, wie ich finde. Beim Audi Q7 e-tron quattro lassen sich, anders als beim sportlichen Roadster, aber noch ein paar spannende Anzeige einstellen. Dazu zählen etwa ein Powermeter, eine Energiefluss-Anzeige, die Reichweite oder der Batterie-Ladezustand.

Leicht geht wiederum die Bedienung über das MMI-Konzept von der Hand und gibt keine Rätsel auf. Serienmäßig ist hier das MMI Navigation plus und integriert „audi connect“. So kann das Navi – internetbasiert – Echtzeit-Verkehrsinformationen beziehen und bereits beim Start eine effiziente Hybrid-Strategie für den besten Weg zum Ziel finden.

Das MMI im Audi Q7 e-tron quattro – So gut wie nie

Bei den technischen Gesichtspunkten sticht aber nicht nur das MMI heraus, sondern vor allem die Komponenten des Audi Q7 e-tron quattro, die im Verborgenen liegen. Dazu zählt beispielsweise das Thermomanagementsystem, das auf eine Klimatisierung mit größtmögliche Effizienz ausgelegt ist. Es wurde extra für den Q7 e-tron quattro entwickelt und besitzt eine integrierte Wärmepumpe, die die Abwärme der elektrischen Komponenten nutzt. Damit ist der Energiebedarf des Systems geringer und die elektrische Reichweite kann, im Vergleich zu einer konventionellen Heizung, gesteigert werden. Die Ingolstädter bieten als erster Hersteller dieser Technologie serienmäßig in einem Hybriden an – ein Dienst, der auch über das Smartphone gesteuert werden kann.

Überhaupt ist der e-tron stark auf die Umwelt ausgerichtet, ohne dass man davon erschlagen oder überfordert wird. So arbeitet im Hybrid-Q7 beispielsweise ein prädikativer Effizienzassistent, der sich als vorausschauendes System versteht und beim Kraftstoffsparen helfen soll. Jener erstellt ein detailliertes Bild der Navi-Strecke, bezieht dabei die installierten Kameras sowie Radarsensoren der Adaptive Criuse Control (Abstandsregeltempomat) ein und kann eine Streck bis zu drei Kilometer im Voraus berechnen. Was das bringt? Unter Berücksichtigung von Tempolimits, Ortsdurchfahrten, Kurven, Kreisverkehren und Kreuzungen empfiehlt der Assistent vom Gas zu gehen, wenn es situativ sinnvoll erscheint. Hierbei erscheint ein optischer Hinweis, der mit einem kleinen Impuls im aktiven Fahrpedal verbunden ist.

Mit allen Wassern gewaschen

Und damit wären wir schon beim Fahren. Der Audi Q7 e-tron quattro will ja, wie wir es eingangs schon angedeutet haben, so ziemlich allen automobilen Herausforderungen gewachsen sein. Das zeigt allein schon sein Fahrwerk, das ihn zum echten Allrounder macht. Dank der ausgeklügelten Konstruktion stellt er eine mehr als nur gute Kombination aus Familientransporter, Lifestyle-Transporter, Alltagsgleiter und sogar aus einem veritablen Geländewagen dar. Immerhin verfügt das SUV-Flaggschiff über einen Bergabfahrassistenten und einen Offroad-Fahrmodus. So lässt sich der Hybrid komfortabel wie auch sportlich bewegen.

Dafür sorgt die optionale Luftfederung mit geregelten Dämpfern „adaptive air suspension“, deren Charakter über das Audi „drive select“ beeinflusst werden kann. Einstellen kann man sieben Modi, die unter anderem die Motorsteuerung, den Sound, die Automatik und Lenkunterstützung, den Tempomaten inklusive Abstandsregler, die Matrix-LED-Scheinwerfer sowie die Ambientebeleuchtung beeinflussen. Doch der Ingolstädter will kein harter Sportler sein, sondern ein dynamisches SUV, bei dem der Komfort nicht zu kurz kommt. Einen nicht unbeträchtlichen Anteil daran haben die aktiven Motorlager. Vibrationen werden weitgehend eliminiert, in dem elektromagnetische Gegenschwindungen gegen die Bewegungen des Verbrenners erzeugt werden. Nicht, dass der kultivierte V6 TDI das nötig hätte, aber viel hilft ja bekanntlich viel.

Du, ich oder wir beide?

Viel ist ein Attribut, dass auch auf die Leistung des Hybridantriebs zutrifft. Kombiniert wird, wie eben schon genannt, ein Dreiliter Sechszylinder-Diesel mit einem kräftigen Elektroantrieb. So bietet der Audi Q7 e-tron quattro eine Systemleistung von 373 PS und 700 Nm an maximalem Drehmoment – das ist wahrlich viel. Umgemünzt in Fahrleistungen bedeutet das eine Beschleunigung in 6,2 Sekunden auf 100 km/h im Hybrid-Modus bzw. 6,5 Sekunden, wenn man rein elektrisch fährt. Unterschiede ergeben sich natürlich auch bei der Höchstgeschwindigkeit. Maximal 230 km/h sind im kombinierten Betrieb drin, während man im reinen EV-Modus auf 135 km/h beschränkt ist. Bis zu 56 Kilometer weit kommt man ohne den Verbrenner – also eine durchschnittliche Pendlerstrecke. Nicht schlecht. Insgesamt soll sich durch dieses clevere Motorenkonzept ein Durchschnittsverbrauch zwischen 1,8 und 1,9 Litern ergeben. Der Stromverbrauch soll dabei 18,1 bis 19 kWh/100km betragen, was Co2-Emssionen von 48 bis 50 g/km entspricht. Nicht schlecht für einen fast 2,5 Tonnen-Bomber, aber Genaueres wird wohl sich wohl erst in Zukunft zeigen.

Bleiben wir aber beim Audi Q7 e-tron quattro: Mit seinem 75 Liter Tank ergeben sich beim angegebenen Verbrauch 1.320 km an Gesamtreichweite – das ist ein echtes Wort. Hier verspricht gerade der Hybrid-Antrieb einen großen Vorteil: Während Autos mit klassischem Antrieb Energie beim Bremsen verlieren, rekuperiert der e-tron. Mit jedem Verzögern wird Bremsenergie in elektrische Energie umgewandelt, die dann wiederum beim Beschleunigen genutzt werden kann. Hier kommt auch das aktive Fahrpedal zum Tragen: Je nach Fahrmodus muss es über einen gewissen Widerstand hinaus getreten werden. Die Position des Druckpunkts ist dabei vom Ladezustand abhängig. Ein komplexes Auto also, das für seine gut 80.000 Euro Basispreis allerhand Technik bietet. Schließlich bekommt man drei Antriebe: Den Diesel, den E-Motor oder beide zusammen.

Weitere Informationen findet ihr unter www.audi.de