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News: Volvo – Das Smartphone ersetzt den Autoschlüssel

„Wo habe ich denn bloß den Autoschlüssel gelassen? Ich habe ihn doch immer in der linken Manteltasche!“ Das ärgerliche Suchen nach dem, heutzutage meist bartlosen, Autoschlüssel soll laut Volvo bald vorbei sein. Das tägliche Knöpfchendrücken, sofern man ein Auto mit fernbedienbarer Zentralverriegelung hat, möchten die Schweden auf ganz einfachem Wege lösen. Aber nicht nur für den Privatmann sieht Volvo darin Vorteile.

Moderne Autos benötigen den Zündschlüssel für seine ehemalige Kernkompetenz, das Aufschließen und vor allem das Zünden, ohnehin nicht mehr. Oftmals reicht es, das kleine Kästchen in der Hosen- oder Handtasche dabei zu haben um das Auto entriegeln und starten zu können. Das aber finden die Schweden noch nicht praktisch genug und haben sich etwas anderes überlegt. Da man das Smartphone ohnehin permanent bei sich trägt, soll es künftig die Funktion des Schlüssels übernehmen. Für den Zugang und das Fahren braucht man nur noch eine App, die über die Bluetooth-Funktion des Handys den Kontakt zum jeweiligen Fahrzeug herstellt. In einer App sind mehrere Schlüssel ablegbar, was einem die Chance gibt, unterschiedliche Volvos auf der ganzen Welt zu öffnen und zu starten. Natürlich nur, wenn man freigeschaltet ist.

Den Nutzen sehen die Schweden aber nicht nur für den Privat-Gebrauch, sondern etwa bei Vermietungen. Oftmals kommt man am Flughafen oder Bahnhof nach einer langen Reise an und muss dann noch in der Schlange stehen, um das längst gebuchte Fahrzeug in Empfang zu nehmen – mit der App ist das nun unnötig. Dem Mieter kann auf dem Smartphone angezeigt werden, wo das Fahrzeug steht. Eine Schlüsselübergabe ist zudem unnötig, da man die Fahr-Berechtigung und den Weg zum Auto über die Handy-App angezeigt bekommt. Aber zurück zum Privat-Nutzer: Mit der neuen Lösung sind lästige Schlüsselübergaben nicht mehr nötig. Man berechtigt einfach einen Freund oder ein Familienmitglied und schon kann das Fahrzeug von einem anderen genutzt werden, ohne sinnlos rumzustehen.

Noch in diesem Frühjahr wollen die Schweden das Konzept testen und mit dem Carsharing-Unternehmen „Sunfleet“ verwirklichen. Im kommenden Jahr sollen dann sukzessive Flottenfahrzeuge mit dem System ausgerüstet werden. Fraglich ist nur, ob die Sicherheit dabei gewahrt bleibt. Smartphones sind täglich Trojaner-Angriffen ausgesetzt und können gehackt werden. So kann sich ein Autodieb also recht schnell Zugang zu einem nicht gerade günstigen Fahrzeug verschaffen. Dabei muss der Dieb noch nicht mal lange suchen, wo das Fahrzeug steht: Stielt er das Handy, zeigt ihm dieses sogar den Weg dorthin. Außerdem kann es vorkommen, dass Funksignale gestört sind, schließlich arbeitet Bluetooth mit Funktechnik. Wie bekommt man dann Zugang zum Auto? Und was passiert, wenn der Akku vom Handy leer ist?

Fragen über Fragen, die die Zeit beantworten wird. Für alle Skeptiker bietet Volvo aber weiterhin einen konventionellen Schlüssel an. Den kann man dann auch wieder in der Manteltasche suchen oder die Ehefrau beschuldigen, ihn verlegt zu haben…

Fotos: Volvo