Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, in einer echten Burg zu übernachten? Meine Frau und ich haben uns diesen Traum erfüllt – und sogar unsere Hündin Mina durfte mit. Unser Ziel: die Burg Trendelburg, ein mittelalterliches Schloss in Nordhessen, das als Hotel betrieben wird. Dieses historische Gemäuer ist bekannt als “Rapunzelschloss”, denn hier soll der Sage nach Rapunzel ihr langes Haar herabgelassen haben. Ob das stimmt oder nicht – die Atmosphäre auf der Burg ist auf jeden Fall märchenhaft. In diesem Blogbeitrag berichte ich von unseren Erfahrungen: von der Geschichte der Burg über Anreise und erster Eindruck, dem Aufenthalt im liebevoll gestalteten Zimmer, bis hin zu Kulinarik, Aktivitäten und natürlich den Vor- und Nachteilen. Viel Spaß beim Eintauchen in diese Zeitreise ins Mittelalter!

Die Burg Trendelburg – Geschichte und Atmosphäre
Burg Trendelburg thront seit dem 13. Jahrhundert hoch über dem Tal der Diemel und prägt das Landschaftsbild dieses Teils von Nordhessen. Schon die Anfahrt lässt erahnen, dass es sich um eine besondere Location handelt: Von weitem sieht man den markanten Rundturm der Burg über den Dächern der kleinen Fachwerk-Stadt Trendelburg. Dieser Turm wird Rapunzelturm genannt und ist über 40 Meter hoch – genau der Turm, der angeblich die Brüder Grimm zum Märchen Rapunzel inspiriert haben soll. Ob Legende oder Wahrheit, für uns als Besucher trägt diese Geschichte natürlich enorm zur Stimmung bei. Man fühlt sich unweigerlich in ein Märchen oder einen Fantasyfilm versetzt, sobald man die Burg erblickt.
Die Geschichte der Trendelburg ist spannend: Erbaut wurde sie um 1300 von Konrad III. von Schöneberg, strategisch platziert auf einem Sandsteinfelsen. Jahrhunderte lang trotzte die Festung Angriffen und war Schauplatz von Belagerungen und wechselnden Besitzern. Im Laufe der Zeit wurde sie vom Wehrbau zum Amtssitz, später sogar zum Jagdschloss umgebaut. Dicke Mauern, ein früherer Burggraben (heute zwar verfüllt, aber noch erkennbar) und der wehrhafte Turm erzählen von ihrer Vergangenheit als Verteidigungsanlage. Auch ein ehemaliges Verlies und eine Folterkammer gehören zur Burg – Grusel und Gänsehaut inklusive, wenn man an die damalige Zeit denkt.
Heute präsentiert sich die Burg jedoch als lebendiges Märchenschloss: Seit den 1950er Jahren wurde sie nach und nach in ein Hotel mit Restaurant verwandelt. Dabei hat man großen Wert darauf gelegt, den historischen Charme zu erhalten. Im Innenhof, der für die Öffentlichkeit zugänglich ist, spürt man sofort diese einzigartige Atmosphäre. Kopfsteinpflaster, alte Laternen, eine Zugbrücken-Konstruktion (heute fest installiert), Ecktürme und Zinnen – all das lässt das Mittelalter lebendig werden. Gleichzeitig sieht man aber auch, dass die Anlage gepflegt ist: Ein kleines Kräuterbeet hier, ein paar liebevoll aufgestellte Pflanzen dort, und saubere Wege zeigen, dass man sich um die Burg kümmert. Wir fühlten uns bei Ankunft in eine andere Zeit versetzt, ohne auf moderne Annehmlichkeiten verzichten zu müssen – authentisch, aber komfortabel.
Anreise und erster Eindruck
Die Anreise zur Burg Trendelburg ist bereits Teil des Erlebnisses. Trendelburg liegt etwas abseits der großen Verkehrswege, eingebettet in die sanften Hügel des Weserberglandes. Mit dem Auto fuhren wir durch malerische Dörfer und dichte Wälder, bevor plötzlich auf einem Hügel die Burg auftauchte. Für Burgen- und Mittelalterliebhaber ist dieser Anblick ein echtes Herzklopfen-Moment: Wie in einem Film taucht der Turm über den Bäumen auf, und man weiß, gleich geht es hinein in die Geschichte.
Vor der Burg gibt es einen kleinen Parkplatz für Hotelgäste. Wir kamen an einem frühen Nachmittag an und fanden problemlos einen Platz. Das Check-in fand in einem historischen Torhaus statt: Durch das massive Holztor im Eingangsbereich gelangt man in einen kleinen Empfangsbereich. Der Empfang war herzlich und unkompliziert – das Personal an der Rezeption begrüßte uns freundlich, als hätte man auf uns gewartet. Wir wurden in authentischer Umgebung eingecheckt: Über uns dunkle Holzbalken, an den Wänden alte Gemälde und Wappen. Sofort kam uns der Gedanke: Hier passt wirklich alles zum Burg-Thema!
Der erste Eindruck von der Burg Trendelburg war also überwältigend positiv: Historisches Ambiente pur, gepaart mit der Ruhe einer abgelegenen Lage. Keine Großstadt-Geräusche, kein Verkehrslärm – nur der Wind, der leicht durch die alten Gemäuer wehte, und das Zwitschern von Vögeln. Dieser Ort strahlt eine Ruhe aus, die man kaum noch findet. Für Ruhesuchende ist das ein Paradies. Allerdings merkten wir auch gleich: Hier oben ist man etwas abgeschieden – wer Action oder städtisches Nachtleben sucht, ist an der falschen Adresse. Für uns war das genau richtig: Wir wollten entspannen und die Zeitreise genießen.



Das Zimmer – Schlafen wie im Mittelalter (mit modernem Komfort)
Gespannt betraten wir unser Zimmer – oder sollte ich lieber Gemach sagen? Durch ein altes, aber gut in Schuss gehaltenes Holztürchen traten wir ein und staunten nicht schlecht: Der Raum war liebevoll im historischen Stil eingerichtet, ohne auf moderne Bequemlichkeiten zu verzichten. Ein Himmelbett mit schweren Vorhängen, antike Möbelstücke wie eine Kommode und ein alter Schrank – alles wirkte, als seien wir Gäste in einer Burg vor langer Zeit. Genau solche Details machen die Atmosphäre perfekt. Meine Frau strahlte: “Wie im Märchen!”, sagte sie begeistert.
Trotz des historischen Flairs gab es natürlich die für uns heute wichtigen Dinge: Eine moderne Heizung (sehr wichtig, denn Burgmauern können kalt werden), gratis WLAN (das tatsächlich gut funktionierte, was in dicken Mauern nicht selbstverständlich ist) und ein ordentliches Badezimmer. Das Bad war überraschend gut ausgestattet – offenbar wurden die Sanitäranlagen kürzlich renoviert. Eine große Dusche, flauschige Handtücher und sogar ein Fön lagen bereit. Diese Kombination aus antikem Charme und zeitgemäßem Komfort hat uns richtig überzeugt. Wir hatten befürchtet, vielleicht wäre es klamm oder düster, aber das war überhaupt nicht der Fall: Das Zimmer war warm, hell genug (dank einer Mischung aus deckenhohen Fenstern in einer Nische und geschickt platzierten Lampen) und roch angenehm sauber. Kein muffiger Altgeruch, sondern frische Luft.
Ein besonderes Highlight in unserem Zimmer war das Himmelbett. Wie oft schläft man schon in einem Bett mit Baldachin? Es fühlte sich tatsächlich königlich an, sich darin fallen zu lassen. Mina, unser Hund, war ebenso begeistert – zumindest hat sie gleich ihr mitgebrachtes Körbchen neben dem Bett bezogen und neugierig die Nische unter dem Fenster erkundet. Positiv anzumerken ist, dass Hunde im Hotel Burg Trendelburg erlaubt sind. Für uns als Hundebesitzer ein großer Pluspunkt, denn nicht alle historischen Hotels gestatten Vierbeiner. Hier war das gar kein Problem; man sollte es natürlich vorher anmelden, aber es gab keinerlei Schwierigkeiten.
Einziger Wermutstropfen für manche könnte sein, dass es – wie in vielen Burgen – keinen Fahrstuhl gibt. Unser Zimmer lag im zweiten Stock (zum Glück nicht allzu hoch). Für uns war das okay (gehört zum Abenteuer dazu), aber wer mobilitätseingeschränkt ist, sollte das wissen. Die Mitarbeiter hätten sicher auch beim Koffertragen geholfen, wenn wir gefragt hätten; wir kamen alleine klar. Wichtig zu wissen: Die Treppen sind alt und teils uneben, was aber dem Charme keinen Abbruch tut, sondern ihn eher unterstreicht. Man geht buchstäblich auf historischen Stufen.
Von unserem Fenster aus konnten wir weit über das Diemeltal schauen, Felder und Wälder, und unten der kleine Ort mit seinen Fachwerkhäusern. In dem Moment fühlt man sich der Hektik des Alltags unglaublich fern.
Essen und Trinken im Burgrestaurant
Nach etwas Ausruhen und Frischmachen war es Zeit fürs Abendessen. Wir hatten im Vorfeld einen Tisch im Burgrestaurant reserviert – was ich jedem empfehle, der dort übernachtet, denn das Restaurant ist auch bei Tagesgästen beliebt und war an unserem Abend gut besucht. Das Restaurant befindet sich in einem Anbau an der Westmauer, wie wir später erfuhren, aber innen merkt man davon nichts: Die Einrichtung fügt sich nahtlos ins Burgambiente ein. Dicke Steinmauern, schwere Holzbalken an der Decke, Kerzen auf den Tischen und historisch anmutende Dekorationen schaffen eine gemütliche, fast magische Stimmung.
Die Atmosphäre im Restaurant war entspannt und fröhlich. Obwohl es ein gehobenes Restaurant ist, war die Stimmung nicht steif. Unser Kellner erzählte uns auf Nachfrage sogar ein bisschen Burg-Tratsch: Anscheinend finden auf der Burg oft Hochzeiten statt, weil es hier sogar ein Standesamt gibt. Man kann sich also tatsächlich in dieser Märchenburg das Ja-Wort geben – kein Wunder bei dem romantischen Ambiente!


Noch ein Wort zum Frühstück, da das ja für Hotelgäste wichtig ist: Morgens wird im gleichen Restaurant ein Frühstücksbuffet angeboten. Wir fanden eine schöne Auswahl vor: frische Brötchen und Brot, Aufschnitt, Käse, Marmeladen aus der Region, Müsli, Obst und sogar ein paar hausgemachte Kuchen. Mit einer duftenden Tasse Kaffee am Morgen im sonnendurchfluteten Burgrestaurant zu sitzen und nochmal den Blick durch die kleinen Fenster auf die Landschaft zu werfen, war ein perfekter Start in den Tag. Mina bekam übrigens auch ihr Frühstück – na gut, ihr gewohntes Trockenfutter, das wir mitgebracht hatten. Aber sie durfte mit ins Restaurant (in einer Ecke, wo Hunde erlaubt waren) und lag zufrieden unterm Tisch, während wir gegessen haben. Hunde sind also auch beim Frühstück kein Problem, sofern sie brav sind.
Freizeitangebote und Aktivitäten auf der Burg
Man mag denken, ein Aufenthalt in einer Burg sei vor allem eins: ruhig. Das stimmt – aber langweilig wurde uns keineswegs. Auf Burg Trendelburg gibt es einige Aktivitäten und Besonderheiten, die den Aufenthalt bereichern.
Zuerst zu nennen ist natürlich der Rapunzelturm selbst. Als Hotelgast (und auch als Tagesbesucher) kann man den Turm besteigen. Über 130 Stufen winden sich hinauf – das ist ein kleines Workout, aber es lohnt sich. Schon auf halber Höhe spürt man die dicken Mauern um sich herum und fühlt sich in die Rolle eines Burgfräuleins oder Turmwächters versetzt. Im Inneren des Turms gibt es tatsächlich ein paar interessante Dinge zu sehen: Im unteren Teil ist das Verlies erhalten, eine kleine Zelle mit spärlichem Licht, die einen Schauder über den Rücken laufen lässt, wenn man sich vorstellt, hier eingesperrt zu sein. Noch ein paar Stufen höher findet sich eine Folterkammer (nachgestellt, versteht sich), die einen Einblick in die weniger romantischen Seiten des Mittelalters gibt. Für Kinder mag das aufregend-gruselig sein, für uns Erwachsene war es ebenfalls sehr eindrucksvoll zu sehen, unter welchen Bedingungen die Menschen damals leben oder eingesperrt werden konnten.
Oben im Turm angekommen, wird man jedoch mit Schönem belohnt: Einer Aussichtsplattform unter dem neuen Schutzdach des Turms (das Dach ist rekonstruiert nach historischem Vorbild). Von hier oben hat man einen fantastischen Rundumblick. Man sieht weit über das Diemeltal, die umliegenden Wälder und Felder, und natürlich auf das Städtchen Trendelburg direkt unterhalb. Wir hatten Glück mit dem Wetter – blauer Himmel und klare Sicht. Es heißt, bei gutem Wetter könne man bis zum Reinhardswald blicken, jener große Wald in der Nähe, der auch voller Sagen und Märchen steckt. Oben war es windig, Mina blieb vorsichtshalber unten (Hunde kann man nicht die engen Stufen hochtragen, das wäre zu eng und gefährlich).

Ein besonderes Highlight: Rapunzel persönlich taucht – so wurde es uns erzählt – jeden Sonntag im Sommer im Burghof auf und lässt ihr langes Haar vom Turm herunter. Es gibt wohl eine kleine Aufführung für Gäste und Besucher, was vor allem für Kinder toll sein dürfte. Leider waren wir unter der Woche da, sodass wir Rapunzel verpasst haben. Aber allein die Vorstellung fand ich reizvoll – was für eine nette Idee, die Märchenlegende lebendig zu halten!
Neben dem Turm bietet die Burg selbst noch kleine Ecken zum Entdecken: Im Hof stehen ein alter Brunnen und eine Kanone. Es gibt auch einen kleinen Burgshop in der Rezeption, wo man Postkarten, Bücher über die Region und ein paar Souvenirs bekommt – natürlich auch Rapunzel-bezogene Andenken.
Sollte man länger als eine Nacht bleiben (was ich fast empfehlen würde, um alles in Ruhe zu genießen), lohnt sich auch ein Blick in die Umgebung. Direkt ab der Burg kann man wunderbar spazieren gehen – es gibt einen Weg hinunter in den Ort Trendelburg, der selbst sehr hübsch ist mit alten Fachwerkhäusern und einem historischen Rathaus. In der Umgebung lassen sich Wanderungen unternehmen, zum Beispiel zur Burg Sababurg (auch bekannt als Dornröschenschloss) im Reinhardswald, oder zu den Klippen von Bad Karlshafen entlang der Diemel. Sogar Kanutouren auf der Diemel werden in der Gegend angeboten, falls man etwas Sportliches einbauen möchte.
Für wen lohnt sich eine Übernachtung auf Burg Trendelburg?
Während unseres Aufenthalts habe ich viel darüber nachgedacht, wer besonders Freude an der Burg Trendelburg haben würde. Hier meine Einschätzung:
- Burgliebhaber & Mittelalter-Fans: Das ist offensichtlich – wer Burgen, Schlösser und Geschichte liebt, wird hier aus dem Schwärmen nicht herauskommen. Die ganze Atmosphäre, vom Turm bis zum Rittersaal-Flair im Restaurant, bietet ein Gesamtpaket, das Mittelalter-Enthusiasten begeistert.
- Paare auf Romantikreise: Die Burg ist geradezu gemacht für einen romantischen Kurztrip. Wir haben einige Paare gesehen, die hier ein Wochenende verbrachten, teils anlässlich eines Jubiläums oder einfach so. Das märchenhafte Ambiente, das gemeinsame Erkunden des Turms, das Candle-Light-Dinner im Burgrestaurant – das sind unvergessliche Erlebnisse für zwei. Besonders die Möglichkeit, sogar im Rapunzelturm-Zimmer (ja, es gibt wohl ein Zimmer direkt im Turm!) zu übernachten, dürfte für Romantiker interessant sein. Wir selbst waren ja auch als Paar dort und fanden es ideal.
- Familien mit Kindern: Kinder haben sicherlich ihren Spaß, wenn sie in einer echten Burg übernachten dürfen. Allein der Gedanke, Prinz oder Prinzessin zu spielen, lässt Kinderaugen leuchten. Die Burg Trendelburg bietet mit der Rapunzel-Aufführung am Sonntag, dem Turm und viel Platz zum Entdecken auch für die Kleinen einiges. Allerdings muss man als Eltern bedenken, dass es viele Treppen gibt und keine Aufzüge – mit Kleinkindern und Kinderwagen ist das etwas umständlich. Größere Kinder (Grundschulalter und aufwärts) hingegen finden es bestimmt großartig. Im Restaurant gibt es übrigens auch Kindermenüs, und das Personal war sehr freundlich zu den jungen Gästen, soweit wir beobachten konnten.
- Ruhesuchende & Naturliebhaber: Wer dem Stadtlärm entfliehen will und einfach mal absolute Ruhe genießen möchte, ist hier richtig. Die Abgeschiedenheit der Burg (kein Verkehr, nur Dorf und Natur drumherum) sorgt dafür, dass man wirklich abschalten kann. Wanderer und Radfahrer finden in der Umgebung schöne Routen. Abends hat man seine Ruhe – es gibt in der Burg keine Disko oder laute Bar, was wir persönlich sehr angenehm fanden. Nach 22 Uhr war eigentlich völlige Stille, bis morgens die Vögel wieder zwitscherten.
- Hundehalter: Als Hundebesitzer waren wir natürlich froh, dass unsere Mina willkommen war. Für Menschen mit Hund ist Burg Trendelburg eine schöne Option, denn gleich vor der Tür kann man Gassi gehen, und das Personal begegnete unserem Vierbeiner sehr positiv. Es gab zwar keine speziellen Hundeeinrichtungen (kein Hundeauslauf oder ähnliches, was man auch nicht erwartet), aber unser Eindruck war, dass Hundegäste gern gesehen sind, solange sie brav sind. Wichtig zu wissen: im Restaurant dürften Hunde nur in bestimmten Bereichen erlaubt sein, das sollte man vorher erfragen. Bei uns klappte es wunderbar.
Wen würde ich nicht unbedingt zur Burg Trendelburg schicken? Vielleicht Partyurlauber oder Nachtschwärmer, die viel Action suchen – dafür ist es der falsche Ort. Auch Reisende mit starker Mobilitätseinschränkung könnten Probleme haben, da die Anlage aufgrund ihres Alters eben nicht 100% barrierefrei ist (viele Stufen, enge Gänge).
Für alle anderen gilt: Wenn ihr euch auf das etwas andere Hotel-Erlebnis einlassen möchtet, werdet ihr es nicht bereuen.
Praktische Tipps für den Aufenthalt
Zum Abschluss noch ein paar Tipps aus unserer Erfahrung, damit euer Aufenthalt auf Burg Trendelburg so reibungslos und schön wie möglich wird:
- Rechtzeitig buchen: Die Burg hat nur rund 22 Zimmer und 5 Suiten. Gerade an Wochenenden und in Ferienzeiten sind diese schnell ausgebucht. Plant also möglichst früh, vor allem wenn ihr ein bestimmtes Zimmer (z.B. mit Himmelbett oder im Turm) möchtet.
- Preisklasse bedenken: Eine Nacht im Doppelzimmer kostet etwa 200 € (je nach Saison und Zimmerkategorie, Turmzimmer oder Suite teurer). Das ist nicht wenig. Überlegt euch, ob ihr vielleicht ein Arrangement buchen wollt – es gibt Pakete für romantische Wochenenden inkl. Dinner oder ähnliches, die sich lohnen können. Vergesst nicht: Frühstück ist in der Regel inklusive, und das Erlebnis, in einer Burg zu schlafen, bekommt man nicht alle Tage. Für uns war es den Preis absolut wert, aber es ist eben eher gehobenes Preisniveau.
- Packt geeignete Kleidung/Schuhe ein: Da es viel Treppen und Kopfsteinpflaster gibt, sind bequeme Schuhe sinnvoll. High Heels auf der Burg könnten zur Herausforderung werden 😉. Und je nach Jahreszeit kann es in den Mauern kühl sein – ein warmer Pullover schadet nicht, auch im Sommer können die Nächte frisch werden in der Höhe.
- Stadtbesuch und Umgebung: Nutzt die Gelegenheit, auch die Umgebung zu erkunden. Ein Spaziergang durch Trendelburg (Stadt) dauert nicht lang, ist aber hübsch. Es gibt eine alte Mühle und den Rathausplatz zu sehen. Auch ein Abstecher zur Sababurg (etwa 20 Autominuten) lohnt sich, wenn ihr Märchenschlösser mögt. Fragt an der Rezeption, dort gibt man gern Ausflugstipps – man merkt, dass sie stolz auf die Region sind (Stichwort Deutsche Märchenstraße).
- Restaurant-Reservierung: Wenn ihr im Burgrestaurant zu Abend essen wollt (was ich sehr empfehle), reserviert frühzeitig einen Tisch. Externe Gäste kommen auch gern zum Essen, und nichts wäre ärgerlicher, als keinen Platz zu bekommen, während ihr dort wohnt. Gleiches gilt für Besonderheiten wie Rittermahl-Abende oder Weinproben, die gelegentlich angeboten werden – erkundigt euch am besten schon bei Buchung, was während eures Aufenthalts angeboten wird.
- Auf Rapunzel achten: Falls euer Aufenthalt einen Sonntag einschließt, verpasst nicht die kleine Rapunzel-Show am Mittag im Hof. Es dauert wohl nur ein paar Minuten, ist aber eine niedliche Attraktion (besonders für Kinder).
- Check-out entspannt angehen: Am Abreisetag könnt ihr normalerweise bis 11 Uhr auschecken. Nutzt den Morgen nochmal für einen letzten Turmbesuch oder einen Spaziergang. Wir haben es so gemacht: Morgens gemütlich gefrühstückt, dann gepackt, ausgecheckt und anschließend noch einen Abschiedsrundgang durch die Burg gemacht. So fällt der Abschied etwas leichter, weil man den Ort noch mal bewusst auf sich wirken lässt.

Fazit – Lohnt sich Burg Trendelburg?
Unser Fazit nach einer Nacht auf Burg Trendelburg: Absolut ja – es lohnt sich! Wer eine Auszeit vom Alltag sucht und dabei in eine Märchenwelt eintauchen möchte, der ist hier richtig. Die Burg bietet eine unvergleichliche Mischung aus Historie und Gastfreundschaft. Wir haben uns zu jeder Zeit wohlgefühlt: vom warmen Empfang, über das urgemütliche Zimmer mit authentischem Charme, bis hin zum hervorragenden Essen. Die Betreiber verstehen es, den Spagat zwischen Mittelalter und Moderne zu meistern – man bekommt das Burggefühl in vollen Zügen, muss aber nicht auf Komfort verzichten.
Natürlich hat das Ganze auch seinen Preis, und man sollte wissen, dass manche Annehmlichkeiten einer modernen Unterkunft hier fehlen (kein Aufzug, etwas verwinkelte Gänge, eingeschränkter Handyempfang in manchen Ecken). Doch das empfanden wir eher als authentisch denn als störend. Man muss sich eben auf das Erlebnis einlassen – dann wird man reich belohnt.
Zum besseren Überblick hier noch einmal unsere persönlichen Pro- und Kontra-Punkte:
Vorteile:
- Einzigartige, märchenhafte Atmosphäre in echter Burgkulisse
- Liebevoll gestaltete Zimmer mit historischem Flair und modernem Komfort
- Ruhe und Entspannung durch abgeschiedene Lage
- Hervorragende Kulinarik im Burgrestaurant (Abendessen und Frühstück)
- Freundliches Personal und hundefreundliche Einstellung
- Tolle Aktivitäten: Rapunzelturm besteigen, schöne Umgebung für Ausflüge
Nachteile:
- Hoher Preis pro Nacht (Luxus für besondere Anlässe)
- Nicht barrierefrei: viele Treppen, kein Aufzug
- Abgeschiedene Lage (ohne Auto etwas schwerer erreichbar, kaum Alternativen vor Ort, z.B. andere Restaurants)
- Durch das alte Gemäuer eventuell hier und da Einschränkungen (z.B. Handyempfang, aber WLAN war gut)
Insgesamt überwiegen für uns die positiven Aspekte bei Weitem. Wir würden jederzeit wiederkommen – vielleicht das nächste Mal für zwei Nächte, um noch mehr in die Umgebung einzutauchen. Für einen Wochenendtrip oder eine Überraschungsreise (Geburtstag, Jahrestag etc.) ist Burg Trendelburg wie geschaffen. Man fährt nach Hause mit dem Gefühl, etwas wirklich Besonderes erlebt zu haben.

Zum Schluss kann ich nur sagen: Wenn ihr schon immer mal Rapunzel spielen oder euch wie ein Burgfräulein/Ritter fühlen wolltet, dann packt die Koffer und gönnt euch dieses Erlebnis. Wir haben es nicht bereut – im Gegenteil, wir schwelgen jetzt noch in den Erinnerungen an diese Nacht im Märchenschloss.