Skoda Scala – Der klassenloser Allrounder

Skoda Scala

Kompakter Kleinwagen? Oder kleiner Kompaktwagen? Der Skoda Scala ist nicht wirklich einzuordnen. Irgendwie passt er in die Kompaktklasse, andererseits aber auch nicht. Er konkurriert mit dem Volkswagen Golf genauso, wie mit dem Fiat Tipo. Wir nehmen den Tschechen unter die Trendlupe und schauen, was er kann!

Der Skoda Scala muss sich nicht verstecken

Lösen wir das Rätsel zunächst: Kleinwagen, Kompaktklasse? Spaceback! Um der nun einsetzenden Verwirrung entgegenzuwirken, übersetzen wir das einmal. Unter Spaceback versteht Skoda eine gewisse Mischung aus Kombi und „Hatchback“, wie es heute so schön heißt und macht daraus einen Kompakten. Ein Fließheck, wie beim Vorgänger, dem Skoda Rapid, gibt es nicht mehr. Sieht man die Klassifizierung technisch, dann ist der Skoda Scala aber tatsächlich ein Kleinwagen, da er auf dem MQB-A0, also dem Modulare-Querbaukasten für Kleinwagen, aufbaut.

Worauf man nicht verzichten sollte, ist das „Image“-Paket für 210 Euro. Damit wird der Skoda Scala richtig chic, da das Paket die Heckscheibe bis zur Kennzeichenmulde verlängert. Außerdem sind ein Dachspoiler sowie LED-Heckleuchten mit Wischblinker inbegriffen. Damit kommt ein wenig Audi-Feeling auf.

Größer als der Golf!

Der Namen fiel bereits: Skoda Rapid! Der Skoda Scala setzt auf eine ähnliche Form wie die Steilheck-Version des Vorgängers, wirkt dabei aber viel scharfkantiger und selbstbewusster. Und damit hat der Tscheche definitiv das Potenzial, es mit dem Golf aufzunehmen. Zumal die Größe des Scala nicht nur angenehm ausfällt, sondern den Klassenprimus Golf auch noch übertrumpft. Mit einer Länge von 4,36 m ist der Tscheche acht Zentimeter länger als der Golf 8. In der Breite nehmen sich beide nichts und sind – bis auf wenige Millimeter – rund 1,79 m breit. Allerdings ist der Skoda Scala fünf Zentimeter höher als der Golf, was man vor allem an der Kopffreiheit im Fond spürt.

Überhaupt: Die Platzverhältnisse im Innenraum gefallen! Selbst Großgewachsene finden hinten entspannt Platz. Vorne kann man es sich mit jeder Statur bequem machen. Und auch das Kofferraumvolumen überzeugt: Im Normalfall sind es 467 Liter, während der Volkswagen Golf gerade einmal 380 Liter bietet. Mit 550 Kg verkraftet der Skoda Scala zudem reichlich Zuladung!

Das Interieur wirkt ziemlich edel

Schauen wir uns den Innenraum weiter an. Was hier zunächst auffällt: Der Skoda Scala ist keineswegs billig! Ganz im Gegenteil: Das Interieur gefällt mit weichen Materialien und einer angenehmen Geräuschdämmung. Erst unterhalb der Klimaregelung werden die Kunststoffe einfacher. Ein wenig bieder ist die Gestaltung zwar, dafür aber sehr übersichtlich. So ist die Klimaautomatik beispielsweise getrennt vom Infotainment angebracht und lässt sich blind bedienen – na ja fast! Die Verteilung des Luftstroms muss letzten Endes über den großen Touchscreen geregelt werden – unverständlich.

Wer es technoid mag, wird sich über die Option der digitalen Instrumente für 470 Euro freuen. Wer sich darüber hinaus nobel einrichten möchte, bekommt eine Sitz- und Lenkradheizung, elektrische Sitze und eine Leder-Alcantara-Ausstattung. Vorbei die Zeiten des etwas kargen Skoda Rapid; der Scala muss sich nicht mit schönen Extras zurückhalten.

Praktisch ist der Tscheche obendrein, wie man es von einem Skoda erwartet. So gibt es natürlich wieder den Tickethalter an der Frontscheibe, den Eiskratzer im Tankdeckel, der gleichzeitig eine Lupe ist oder sogar eine optional umklappbare Beifahrer-Sitzlehne. Damit wird der Scala zum Kameraden für alle Fälle.

Sparsam sind sie alle

Beim Motorenprogramm greift der Skoda Scala auf Konzernaggregate zurück, die allesamt bekannt sind. Einziger Selbstzünder ist der 1.6 Liter Vierzylinder-Diesel mit 115 PS. Das Aggregat ist etwas knurrig, dafür aber sparsam. Bei Bedarf knackt der Tscheche mit diesem Antrieb sogar die 200-km/h-Marke.

Fahrspaß kommt mit dem 1.5 TSI mit 110 kW/150 PS auf. Der 1.5 Liter Vierzylinder entwickelt muntere 250 Nm Drehmoment, ist drehfreudig und kräftig, bleibt aber sparsam. Genau fünf Liter sollen es lau NEFZ Verbrauchszyklus sein. Im Alltag dürften ein bis eineinhalb Liter dazukommen. Dafür spurtet der Skoda Scala mit dem 1.5 TSI in 8,2 Sekunden auf 100 km/h und ist maximal 219 km/h schnell.

Ausreichend sind bereits die beiden 1.0 TSI mit 95 oder 115 PS. Sie haben mit dem rund 1.250 Kg leichten Scala keine Probleme. Angegeben sind beide, wie der 1.5 TSI, mit fünf Litern auf 100 km. Dafür sind sie nicht so dynamisch. Allerdings sind ihre Fahrleistungen der Motorleistung vollkommen angemessen: für den Sprint auf 100 km/h vergehen 10,9 bzw. 9,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeiten gibt Skoda mit 188 bzw. 201 km/h an.

Günstig, nicht billig

Die Preispolitik von Skoda hat sich in letzter Zeit etwas geändert. Gerade der allseits beliebte Skoda Octavia ist in der neuen Generation kein Schnäppchen mehr. Und der Skoda Scala? Er ist günstig, aber nicht billig. Los geht es bei 17.350 Euro für den bereits ausreichenden Einstiegsmotor. Der nächststärkere Motor, der 1.0 TSI mit 115 PS, kostet mindestens 18.550 Euro und ist damit rund 3.000 Euro günstiger, als ein vergleichbarer Volkswagen Golf. Wer mit dem 1.6 TDI liebäugelt, muss 21.500 Euro parat halten. Was gefällt, ist die bereits gute Ausstattung des Scala: Auf LED-Scheinwerfern muss niemand verzichten. Darüber hinaus sind ein Spurhalte- und Notbremsassistent ebenfalls serienmäßig.

Empfehlenswert erscheint die mittlere Ausstattung „Ambition“, während Style nicht notwendig erscheint. So bietet Ambition beispielsweise 16-Zoll-Leichtmetallräder, eine Einparkhilfe hinten, ein Multifunktionslenkrad sowie eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Zusätzlich sollte man mit den Voll-LED-Scheinwerfern mit Kurvenlicht für 740 Euro liebäugeln. Das Ablagepaket mit Türtaschen-Mülleimer für 100 Euro macht den Innenraum noch cleverer. Optisch und technisch wertet das Infotainment Bolero für 440 Euro das Interieur auf. Es kann mit Apple CarPlay und Android Auto verbunden werden und ermöglicht damit die Navigation sowie das Entertainment des Smartphones. Auf Nummer sicher geht man mit dem Totwinkelwarner für 410 Euro, während ein Tempomat serienmäßig ist. Die adaptive Funktion, also die automatische Abstands-Einhaltung, bekommt man für 390 Euro zusätzlich.

Ist der Skoda Scala der bessere Golf?

Was steht nun also unter dem Strich der Scala-Rechnung? Der Tscheche ist ein Kleinwagen im Kompaktklasse-Format, bietet reichlich Platz und clevere Lösungen, ist günstig und liefert ausgereifte Konzern-Technik. Feinschliff bedarf es wenig. Die Federung könnte etwas komfortabler sein, die Klimaautomatik logischer aufgebaut sein. Wer sich daran nicht stört, bekommt mit dem Skoda Scala den wahrscheinlich besseren Golf.

Weitere Infortmationen zu aktuellen ŠKODA Modellen findet ihr hier: www.skoda.de