BYD ATTO 3 EVO vorgestellt: Reichweite, Ladeleistung, Preis und Ausstattung

Mehr Reichweite, schnelleres Laden und bis zu 449 PS: So stark hat BYD den ATTO 3 weiterentwickelt

Der BYD ATTO 3 war eines der Modelle, mit denen der chinesische Hersteller in Deutschland überhaupt erst richtig bekannt wurde. Mit dem BYD ATTO 3 EVO kommt jetzt aber weit mehr als eine gewöhnliche Modellpflege um die Ecke.

Größere Batterie, deutlich mehr Ladeleistung, Heck- oder Allradantrieb statt Frontantrieb, mehr Power, mehr Stauraum und eine Reichweite von bis zu 510 Kilometern nach WLTP. Wenn man sich die Änderungsliste anschaut, wirkt das eher nach einer neuen Generation als nach einem Facelift.

Und das Interessante daran: BYD hat nicht einfach nur irgendwelche Leistungswerte hochgeschraubt. Die Änderungen treffen genau die Punkte, die bei einem Elektroauto im Alltag und auf längeren Strecken wirklich zählen. Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Platz, Anhängelast und Serienausstattung.

Ich habe mir das Fahrzeug für Dich einmal genauer angeschaut: Welche Version macht mehr Sinn? Wie schnell lädt der ATTO 3 EVO wirklich auf dem Papier? Was steckt in der Blade Battery? Und lohnt sich der Preis im Vergleich zur Konkurrenz?

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

Fangen wir mit den Zahlen an, die für die meisten am Ende sowieso den Ausschlag geben:

Technische Daten

BYD ATTO 3 EVO im Überblick

Design und Excellence direkt miteinander verglichen.

Merkmal
Design
Excellence
Antrieb
Heckantrieb
Allradantrieb
Leistung
230 kW / 313 PS
330 kW / 449 PS
Drehmoment
380 Nm
560 Nm
0–100 km/h
5,5 Sekunden
3,9 Sekunden
Batterie
74,8 kWh
74,8 kWh
WLTP-Reichweite
bis 510 km
bis 470 km
WLTP-Verbrauch
16,4 kWh/100 km
17,8 kWh/100 km
DC-Ladeleistung
bis 220 kW
bis 220 kW
AC-Ladeleistung
11 kW
11 kW
10–80 % DC
ca. 25 Minuten
ca. 25 Minuten
Kofferraum
490 Liter
490 Liter
Frunk
95 Liter
95 Liter
Anhängelast gebremst
bis 1.500 kg
bis 1.500 kg

Angaben laut aktuellen technischen Daten des Herstellers. Reichweite und Ladezeiten können je nach Temperatur, Fahrweise und Ladebedingungen abweichen.

Schon an dieser Tabelle merkst Du, wie viel sich bei BYD getan hat. Vor allem die Kombination aus größerer Batterie, bis zu 220 kW Schnellladen und dem Wechsel auf Heck- beziehungsweise Allradantrieb macht das Auto für deutlich mehr Einsatzzwecke interessant als den Vorgänger.

Mehr als ein klassisches Facelift

Der Namenszusatz „EVO“ klingt erstmal nach einer normalen Weiterentwicklung innerhalb derselben Modellreihe. Technisch ist der Schritt aber wesentlich größer, als der Name vermuten lässt.

Der bisherige ATTO 3 hatte ausschließlich Frontantrieb. Beim EVO sitzt der Motor der Design-Version jetzt hinten, bei der Excellence-Version kommt zusätzlich noch einer an der Vorderachse dazu, macht also Allrad. Auch das Fahrwerk wurde überarbeitet, an der Hinterachse setzt BYD jetzt auf eine Mehrlenker-Konstruktion statt der bisherigen Vierlenker-Lösung.

Zusammen mit der größeren Batterie, der gestiegenen Ladeleistung und dem zusätzlichen Stauraum verändert BYD hier also nicht nur ein paar Ausstattungsdetails, sondern zentrale technische Eigenschaften des Fahrzeugs.


Design: Weiterentwickelt statt neu erfunden

Optisch bleibt der ATTO 3 EVO klar als Teil der Modellfamilie erkennbar, BYD hat das Grunddesign nicht komplett über den Haufen geworfen. Finde ich richtig so.

Mit rund 4,46 Metern Länge und 2,72 Metern Radstand bleibt das Auto ein kompaktes Elektro-SUV, groß genug für Familie und Gepäck, ohne gleich die Dimensionen eines großen SUV zu erreichen.

Überarbeitet wurden unter anderem die Stoßfänger, die Seitenschweller, die Räder und der Dachspoiler. Insgesamt fällt die Modellpflege außen eher zurückhaltend aus. Das dürfte vor allem Käufer ansprechen, die bei einem Elektroauto kein besonders futuristisches Design suchen, sondern eher etwas, das man auch in fünf Jahren noch gerne fährt.

Innenraum: Eigenständig und praktischer geworden

Im Innenraum geht BYD weiterhin seinen eigenen Weg, und das merkt man beim Einsteigen sofort. Das ist definitiv kein Auto, bei dem man das Gefühl hat, hier wurde einfach das Cockpit eines europäischen Herstellers kopiert.

Eine praktische Änderung betrifft den Gangwahlhebel: Er wandert von der Mittelkonsole an die Lenksäule. Klingt nach Kleinigkeit, schafft im Alltag aber zusätzlichen Stauraum zwischen Fahrer und Beifahrer. Gerade für Ablagen von Smartphone, Schlüssel oder Getränken ist das im Alltag oft praktischer als manche technische Sonderfunktion, über die im Prospekt viel geschrieben wird.

15,6-Zoll-Touchscreen und Google-Dienste

In der Mitte sitzt ein 15,6-Zoll-Touchscreen, dazu kommt ein digitales 8,8-Zoll-Fahrerdisplay. Google Maps und die Google-Dienste sind fest integriert, dazu gibt es Apple CarPlay und Android Auto für alle, die lieber ihr eigenes Handy spiegeln.

Auch bei den Anschlüssen zeigt sich der ATTO 3 EVO großzügig: vier USB-C-Anschlüsse, zwei davon mit bis zu 60 Watt, zwei weitere mit bis zu 18 Watt. Dazu kommt eine gekühlte kabellose Ladefläche mit bis zu 50 Watt. Auf längeren Fahrten mit laufender Navigation ist so ein gekühltes Ladefach mehr wert, als es auf den ersten Blick klingt.

Platzangebot: 490 Liter plus Frunk

Bei einem Familien-SUV entscheidet für mich weniger die PS-Zahl, sondern eher: Wie viel bekomme ich rein?

Der Kofferraum bietet 490 Liter, 50 Liter mehr als beim bisherigen Modell. Legt man die Rücksitze um, sind bis zu 1.360 Liter möglich.

Dazu kommt unter der Fronthaube ein Frunk. Die aktuelle technische Dokumentation nennt hierfür 95 Liter. Kurze Randnotiz dazu: In frühen BYD-Unterlagen stand noch die Zahl 101 Liter, deshalb taucht sie auch in manchen älteren Berichten auf. Für eine aktuelle Einordnung ist der neuere Wert von 95 Litern die verlässlichere Angabe.

95 Liter reichen locker für Ladekabel, Adapter, kleinere Taschen oder Schuhe. Und genau dafür ist ein Frunk auch gedacht: Ladekabel gehören meiner Meinung nach nicht in den Kofferraum, wo man sie bei Regen erst umständlich unter dem restlichen Gepäck hervorkramen muss.

Zwei Antriebsvarianten: Design oder Excellence?

BYD bietet den ATTO 3 EVO in zwei technisch klar unterschiedlichen Versionen an.

ATTO 3 EVO Design

Die Design-Version setzt auf Heckantrieb, leistet 230 kW beziehungsweise 313 PS bei 380 Newtonmetern Drehmoment. Von 0 auf 100 km/h vergehen 5,5 Sekunden, für ein Familien-SUV bereits eine sehr kräftige Motorisierung.

Dazu bietet die Design-Version die größte Reichweite: bis zu 510 Kilometer nach WLTP, im Stadtzyklus sogar bis zu 710 Kilometer, bei einem kombinierten Verbrauch von 16,4 kWh/100 km.

ATTO 3 EVO Excellence

Bei der Excellence-Version wird es deutlich leistungsorientierter. Ein zweiter Motor an der Vorderachse sorgt für Allradantrieb, die Systemleistung steigt auf 330 kW beziehungsweise 449 PS, das Drehmoment auf 560 Newtonmeter. Der Sprint auf 100 km/h dauert nur noch 3,9 Sekunden, ziemlich beeindruckend für ein Familienauto.

Die zusätzliche Leistung und der Allradantrieb kosten allerdings Reichweite: bis zu 470 Kilometer nach WLTP, bei einem Verbrauch von 17,8 kWh/100 km.

Meine Einschätzung

Für die meisten Käufer halte ich die Design-Version für die ausgewogenere Wahl. 313 PS reichen für Alltag, Autobahn und Urlaubsfahrten völlig aus, dazu kommt mehr Reichweite und weniger Verbrauch.

Design passt zu Dir, wenn Du:

  • maximale Reichweite willst
  • keinen Allradantrieb brauchst
  • einen niedrigeren Verbrauch bevorzugst
  • mit 313 PS gut leben kannst
  • das beste Verhältnis aus Preis, Leistung und Reichweite suchst

Excellence passt zu Dir, wenn Du:

  • Allradantrieb möchtest
  • maximale Leistung willst
  • zusätzliche Komfortausstattung wie Head-up-Display oder Panorama-Schiebedach schätzt
  • etwas weniger Reichweite akzeptierst

Die Batterie: Blade Battery mit 74,8 kWh

Beide Versionen setzen auf die bekannte BYD Blade Battery mit 74,8 kWh Kapazität und LFP-Zellchemie, also Lithium-Eisenphosphat.

LFP gilt allgemein als thermisch stabil und kommt ohne Nickel und Kobalt in der Kathode aus. Trotzdem spielt die Batterietemperatur auch bei dieser Zellchemie eine wichtige Rolle. Gerade bei niedrigen Temperaturen kann die DC-Ladeleistung sinken, weshalb BYD bei kalten Bedingungen ausdrücklich eine Vorkonditionierung beziehungsweise Ladevorwärmung empfiehlt.

Für Dich als Fahrer zählt am Ende ohnehin weniger die chemische Detailfrage, sondern das Zusammenspiel aus Batteriekapazität, Temperaturmanagement, Verbrauch und Ladeleistung. Und genau bei diesem Gesamtpaket hat sich der ATTO 3 EVO gegenüber seinem Vorgänger deutlich weiterentwickelt.

Cell-to-Body: Die Batterie als Teil der Karosserie

Spannend finde ich auch die sogenannte Cell-to-Body-Technologie, kurz CTB. Dabei wird die Batterie stärker in die Fahrzeugstruktur integriert, statt einfach als separates Bauteil unter dem Fahrzeugboden zu sitzen. BYD nennt dabei Vorteile bei Karosseriesteifigkeit und Raumausnutzung.

Für Dich als Käufer zählt vor allem das Ergebnis: Trotz des großen Akkus bleibt ordentlich Platz für Passagiere und Gepäck.

Schnellladen mit bis zu 220 kW

Einer der wichtigsten Fortschritte gegenüber dem alten ATTO 3 steckt beim Laden. Der EVO kann Gleichstrom mit bis zu 220 kW aufnehmen, für den Bereich von 10 auf 80 Prozent nennt BYD rund 25 Minuten.

Wichtig dabei: Solche Herstellerwerte gelten immer unter bestimmten Bedingungen, dazu gehören eine entsprechend temperierte Batterie, passende Außentemperaturen und eine ausreichend leistungsstarke Ladesäule. Bei kaltem Akku fällt die tatsächliche Ladeleistung entsprechend niedriger aus.

Trotzdem sind 220 kW ein erheblicher Fortschritt. Für längere Reisen ist nicht allein die maximale Reichweite entscheidend, mindestens genauso wichtig ist, wie schnell nach einer Pause wieder genug Energie für die nächste Etappe drin ist.

AC-Laden mit 11 kW

An einer dreiphasigen Wallbox sind bis zu 11 kW möglich. Für eine komplette Ladung von null auf 100 Prozent nennt BYD ungefähr acht Stunden, für das Laden über Nacht völlig ausreichend.

800-Volt-Architektur: Genauer hinschauen lohnt sich

BYD bewirbt den ATTO 3 EVO mit einer 800-Volt-Elektroarchitektur. An dieser Stelle lohnt sich aber ein genauerer Blick.

In der aktuellen technischen Dokumentation wird für die Traktionsbatterie eine Nennspannung von 499,2 Volt angegeben. Die Bezeichnung „800-Volt-Architektur“ heißt also nicht, dass die Batterie selbst dauerhaft mit 800 Volt Nennspannung arbeitet.

Für Dich als Käufer ist diese Unterscheidung deshalb relevant, weil die Bezeichnung „800 Volt“ allein noch keine bestimmte Ladegeschwindigkeit garantiert. Entscheidend sind am Ende die tatsächlich mögliche DC-Ladeleistung, die Ladezeit und die Ladekurve. Und mit bis zu 220 kW und rund 25 Minuten für 10 bis 80 Prozent liegt der ATTO 3 EVO hier in einem Bereich, mit dem sich auch längere Strecken vernünftig planen lassen.

Reichweite: Bis zu 510 Kilometer

Die größte Reichweite bietet die Design-Version mit bis zu 510 Kilometern nach WLTP, im Stadtzyklus nennt BYD sogar bis zu 710 Kilometer.

Solche Werte solltest Du aber immer als standardisierte Vergleichswerte verstehen, nicht als Garantie. Die tatsächliche Reichweite hängt von einigen Faktoren ab: Geschwindigkeit, Außentemperatur, Heizung und Klimaanlage, Beladung, Topografie, Reifen und nicht zuletzt Deinem Fahrstil. Auf längeren Autobahnfahrten oder bei niedrigen Temperaturen wird die reale Reichweite unter dem WLTP-Wert liegen.

Deshalb würde ich beim Vergleich verschiedener Elektroautos nie nur auf die höchste Reichweitenzahl schauen. Wichtiger ist das Gesamtsystem aus Batteriekapazität, Verbrauch und Ladegeschwindigkeit, und genau darin ist der EVO deutlich schlüssiger geworden.

Verbrauch: Vorteil für den Hecktriebler

Auch beim Normverbrauch hat die Design-Version die Nase vorn: 16,4 kWh/100 km gegenüber 17,8 kWh/100 km bei der Excellence-Version.

1,4 kWh mehr pro 100 Kilometer klingt erstmal nicht dramatisch, macht sich über eine hohe Jahresfahrleistung aber durchaus bemerkbar. Wer keinen Allrad braucht, bekommt mit der Design-Version also nicht nur mehr Reichweite, sondern auch die effizientere Variante.

V2L: Strom für externe Geräte

Der ATTO 3 EVO unterstützt Vehicle-to-Load, also die Möglichkeit, externe Geräte über die Fahrzeugbatterie mit Strom zu versorgen. BYD nennt hierfür bis zu 3 kW.

Mögliche Einsatzbereiche: Camping, elektrische Kühlboxen, E-Bike-Ladegeräte, Laptop und Kamera unterwegs, Beleuchtung, Werkzeug oder andere kleinere Geräte. Wenn Du gerne campst oder draußen unterwegs bist, ist das deutlich mehr als eine technische Spielerei.

Anhängelast: Bis zu 1.500 Kilogramm – BYD ATTO 3 EVO

Gebremst dürfen bis zu 1.500 Kilogramm gezogen werden, ungebremst sind es 750 Kilogramm. Damit kommen kleinere Wohnwagen oder klassische Anhänger durchaus infrage.

Wer regelmäßig einen Wohnwagen ziehen möchte, sollte bedenken, dass ein Anhänger den Energieverbrauch eines Elektroautos deutlich erhöht und die Reichweite entsprechend sinkt.

Für einen Fahrradträger auf der Anhängerkupplung ist übrigens nicht die Anhängelast allein entscheidend, sondern zusätzlich die zulässige Stützlast der jeweiligen Anhängevorrichtung. Das würde ich beim Kauf getrennt betrachten.

Serienausstattung: Schon der Design bietet viel

BYD setzt beim ATTO 3 EVO auf eine angenehm unkomplizierte Ausstattungspolitik. Schon im Design-Modell ist unter anderem dabei:

  • 15,6-Zoll-Touchscreen, 8,8-Zoll-Fahrerdisplay
  • Google Maps, Apple CarPlay, Android Auto
  • 360-Grad-Kamera, Parksensoren vorne und hinten
  • Wärmepumpe
  • elektrisch einstellbare und beheizbare Vordersitze
  • Ambientebeleuchtung, V2L
  • 18-Zoll-Leichtmetallräder
  • gekühltes Wireless-Charging mit bis zu 50 Watt
  • vier USB-C-Anschlüsse

Bei der Excellence-Version kommen zusätzlich Head-up-Display, beheizbare Rücksitze und ein Panorama-Schiebedach dazu.

Das macht den Preisvergleich mit der Konkurrenz übrigens etwas komplizierter, als es auf den ersten Blick wirkt: Ein günstigerer Listenpreis bei einem anderen Hersteller heißt nicht automatisch, dass das Auto bei vergleichbarer Ausstattung tatsächlich günstiger ist.

Assistenzsysteme: Bei der Probefahrt selbst ausprobieren / BYD ATTO 3 EVO

Auch der ATTO 3 EVO bringt zahlreiche Fahrerassistenzsysteme mit, darunter Spurführung, Verkehrszeichenerkennung, Abstandsregelung und diverse Warnfunktionen.

Bei modernen Autos lohnt es sich, diese Systeme bei der Probefahrt bewusst auszuprobieren. Nicht jeder empfindet Eingriffe, Warnungen und Assistenzfunktionen gleich, was für den einen hilfreich ist, kann für den anderen schon nach kurzer Zeit nerven.

Deshalb würde ich eine Probefahrt nicht nur durch den Stadtverkehr planen. Auch Landstraße, Autobahn und eine etwas engere Baustellensituation zeigen deutlich besser, ob Assistenz und Bedienung zu Deinen eigenen Erwartungen passen.

Garantie: Ein Punkt, den viele unterschätzen

Bei einem Elektroauto in dieser Preisklasse gehört für mich auch die Garantie fest in den Vergleich. BYD Deutschland nennt:

  • bis zu sechs Jahre oder 150.000 Kilometer Fahrzeuggarantie
  • bis zu acht Jahre oder 150.000 Kilometer für die Antriebseinheit
  • acht Jahre oder 250.000 Kilometer für die Blade Battery

Für die Hochvoltbatterie nennt BYD innerhalb der Garantiebedingungen außerdem mindestens 70 Prozent Restkapazität beziehungsweise State of Health.

Gerade bei einem Hersteller, der auf dem deutschen Markt noch vergleichsweise jung ist, würde ich diesen Punkt nicht unterschätzen.

Was kostet der BYD ATTO 3 EVO?

Die unverbindlichen Preisempfehlungen liegen bei:

  • ATTO 3 EVO Design: ab 44.990 Euro
  • ATTO 3 EVO Excellence: ab 50.990 Euro

Diese Preise solltest Du immer mit einem konkreten Stichtag betrachten. BYD arbeitet regelmäßig mit zeitlich begrenzten Finanzierungs-, Bonus- oder Förderaktionen, wodurch der tatsächlich angebotene Preis niedriger liegen kann als die reguläre UPE.

Wenn Du Dich für das Auto interessierst, würde ich mich deshalb nie allein auf den Listenpreis verlassen, sondern beim Händler gezielt nach dem aktuellen Endpreis fragen.

Wie schlägt sich der Preis im Vergleich?

Mit 44.990 Euro ist der ATTO 3 EVO Design kein klassisches Billigangebot mehr. In diesem Preisbereich konkurriert er unter anderem mit Modellen wie Kia EV3, Škoda Elroq oder VW ID.4.

Preisvergleich

Wie schlägt sich der BYD ATTO 3 EVO im Vergleich?

Preis, Batterie und WLTP-Reichweite im direkten Vergleich mit wichtigen Wettbewerbern.

Modell Batterie WLTP-Reichweite Listenpreis
BYD ATTO 3 EVO Design BYD 74,8 kWh 510 km 44.990 €
Kia EV3 Air Long Range 81,4 kWh bis 605 km 41.390 €
Škoda Elroq 85 Selection 77 kWh netto bis 576 km ca. 47.670 €
VW ID.4 Pro 77 kWh netto bis 574 km ab 42.915 €
Reichweite
Die Konkurrenz bietet teilweise mehr WLTP-Reichweite.
Ladeleistung
Bis zu 220 kW DC sind eine klare Stärke des BYD.
Ausstattung
Wärmepumpe und 360°-Kamera sind bereits serienmäßig.

Auf dem Papier bieten Kia EV3, Škoda Elroq und VW ID.4 teilweise mehr Reichweite als der ATTO 3 EVO Design. Der BYD punktet dafür mit einer hohen DC-Ladeleistung von bis zu 220 kW und einer umfangreichen Serienausstattung.

Dazu gehören unter anderem Wärmepumpe, 360-Grad-Kamera, großes Infotainment und V2L. Deshalb lohnt sich beim Preisvergleich nicht nur der Blick auf die reine UPE, sondern auf die Ausstattung, die im jeweiligen Modell tatsächlich enthalten ist.

Hinweis: Škoda und Volkswagen weisen die Batteriekapazität hier als Nettoenergie aus. BYD nennt in den deutschen technischen Angaben 74,8 kWh Batteriekapazität, ohne diese ausdrücklich als netto oder brutto zu kennzeichnen. Die Batteriewerte sind daher nicht vollständig auf derselben Grundlage vergleichbar. Preise und Aktionsangebote können sich kurzfristig ändern.

Auffällig: Kia EV3, Škoda Elroq und VW ID.4 bieten auf dem Papier alle mehr WLTP-Reichweite als der ATTO 3 EVO Design. Dafür punktet der BYD an anderer Stelle, etwa mit bis zu 220 kW DC-Ladeleistung, deutlich mehr als beim aktuellen ID.4 Pro mit 165 kW, dazu die umfangreiche Serienausstattung inklusive Wärmepumpe und 360-Grad-Kamera, die bei anderen Herstellern oft erst gegen Aufpreis zu haben ist. Dazu kommt die ordentliche Anhängelast von 1.500 Kilogramm.

Der ATTO 3 EVO versucht also nicht, über den niedrigsten Einstiegspreis zu gewinnen, sondern über das Gesamtpaket aus Technik und Ausstattung. Und genau daran solltest Du ihn auch messen.

Vorteile des BYD ATTO 3 EVO

  • bis zu 510 Kilometer WLTP-Reichweite
  • bis zu 220 kW DC-Schnellladen
  • 74,8-kWh-LFP-Blade-Batterie
  • 313 PS bereits beim Design
  • Heckantrieb beim Design, optional 449 PS und Allrad
  • 490 Liter Kofferraum plus 95 Liter Frunk
  • bis zu 1.500 kg gebremste Anhängelast
  • V2L mit bis zu 3 kW
  • serienmäßige Wärmepumpe und umfangreiche Grundausstattung
  • lange Batteriegarantie mit 70 % SOH-Mindestwert

Was solltest Du vor dem Kauf bedenken? | BYD ATTO 3 EVO

Andere Modelle bieten teilweise mehr WLTP-Reichweite. Kia EV3 Long Range, Škoda Elroq 85 und bestimmte VW-ID.4-Versionen liegen auf dem Papier über den 510 Kilometern des ATTO 3 EVO Design.

Der Excellence braucht mehr Energie. Allradantrieb und 449 PS verbessern die Fahrleistungen, erhöhen aber den Verbrauch und reduzieren die Reichweite.

WLTP ist keine garantierte Praxisreichweite. Autobahntempo und niedrige Temperaturen können die tatsächliche Reichweite spürbar reduzieren.

Das Servicenetz solltest Du vorab prüfen. BYD wächst in Deutschland, ist regional aber unterschiedlich gut mit Servicepartnern ausgestattet.

Bedienung und Assistenz sind Geschmackssache. Was der eine als hilfreich empfindet, kann den anderen schon nach kurzer Zeit nerven, das würde ich unbedingt selbst bei der Probefahrt checken.

Für wen eignet sich der BYD ATTO 3 EVO?

Der ATTO 3 EVO ist vor allem für Käufer interessant, die ein kompaktes elektrisches Familien-SUV mit guter Reichweite, hoher Ladeleistung und umfangreicher Serienausstattung suchen.

Besonders gut passt er zu Familien, Pendlern, Vielfahrern, allen mit eigener Wallbox, Reisenden, Camping- und Outdoor-Fans, Fahrern, die einen Anhänger ziehen wollen, und Käufern, die bewusst auch Alternativen zu etablierten europäischen Marken in Betracht ziehen. Die Design-Version dürfte dabei für die meisten der interessantere Einstieg sein.


Mein Fazit zum BYD ATTO 3 EVO

Der BYD ATTO 3 EVO ist wesentlich mehr als eine optische Überarbeitung des bisherigen Modells. Die größere Batterie, die deutlich höhere Schnellladeleistung, der Wechsel auf Heck- beziehungsweise Allradantrieb und der zusätzliche Stauraum treffen genau die Punkte, die bei einem modernen Elektro-SUV zählen.

Besonders überzeugend finde ich das Gesamtpaket der Design-Version: 313 PS, bis zu 510 Kilometer WLTP-Reichweite, bis zu 220 kW Ladeleistung, 490 Liter Kofferraum plus 95 Liter Frunk und eine umfangreiche Serienausstattung ergeben eine ausgewogene Mischung aus Reichweite, Leistung und Alltagstauglichkeit.

Die Excellence-Version setzt mit 449 PS und Allrad noch stärker auf Leistung und Komfort, verlangt dafür aber einen höheren Preis und etwas Verzicht bei Reichweite und Effizienz.

Eine pauschale Aussage, dass der ATTO 3 EVO in jeder Kategorie besser ist als seine Konkurrenz, wäre allerdings nicht ehrlich. Dafür ist der Markt inzwischen zu stark besetzt, Kia EV3, Škoda Elroq, VW ID.4 und andere bieten ebenfalls interessante Konzepte, teils mit mehr Reichweite auf dem Papier.

Trotzdem verdient der ATTO 3 EVO einen festen Platz auf Deiner Vergleichsliste, wenn Du ein elektrisches Familien-SUV in dieser Preis- und Größenklasse suchst. Vor allem die Design-Version ist eine stimmige Wahl, wenn Du gute Reichweite, schnelles Laden und viel Serienausstattung miteinander kombinieren möchtest.

Bonus-Tipp: Preise und Ausstattung direkt vergleichen – BYD ATTO 3 EVO

Wenn Du den BYD ATTO 3 EVO in die engere Wahl nimmst, solltest Du Dich nicht ausschließlich an Listenpreisen orientieren. Sinnvoller ist ein direkter Vergleich mit zwei oder drei Wettbewerbern bei möglichst identischer Ausstattung. Wärmepumpe, 360-Grad-Kamera, Sitzheizung, Assistenzpakete oder Navigation kosten bei manchen Herstellern extra, während sie beim BYD schon serienmäßig mit an Bord sind.

Und plane für die Probefahrt genug Zeit ein. Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn zeigen deutlich besser als eine kurze Runde ums Autohaus, ob Sitzposition, Fahrwerk, Geräuschniveau, Assistenzsysteme und Infotainment zu Deinen Erwartungen passen.

Am Ende entscheidet nicht, welches Modell auf dem Datenblatt zehn oder zwanzig Kilometer mehr Reichweite hat. Entscheidend ist das Gesamtpaket, und genau da hat der BYD ATTO 3 EVO inzwischen einiges zu bieten.