Ein Mähroboter, der einfach nur ausgepackt, aufgestellt und gestartet wird, ohne dass vorher Kilometer an Begrenzungsdraht im Boden verschwinden. Klingt das nicht fast zu schön, um wahr zu sein? Genau mit diesem Versprechen tritt der Segway Navimow i208 LiDAR an, und ich habe das Gerät die letzten Wochen bei mir im Garten laufen lassen. Zeit für einen ehrlichen Blick auf das, was der kleine Rasenmäher kann, wo er glänzt und wo er auch mal an seine Grenzen stößt.
Kurz zur Info noch vorweg:
Wir haben den Segway Navimow i208 LiDAR für diesen Test / Vorstellung zur Verfügung gestellt bekommen. Die Bereitstellung des Testgerätes beeinflusst natürlich in keiner Weise meine Meinung. Die Basis für qualitative Berichte und Tests sind Unabhängigkeit und eine freie Meinung. Für mich steht deshalb euer Vertrauen immer an erster Stelle!
Bevor es losgeht, kurz zur Einordnung: Ich teste den Navimow i208 im Rahmen einer Kooperation mit Segway Navimow. Das Gerät wurde mir dafür zur Verfügung gestellt. Meine Eindrücke, die ich hier teile, sind trotzdem meine eigenen, so wie ich sie in den letzten Wochen bei mir im Garten gesammelt habe. Wo ich mich auf Werksangaben aus Handbuch und Produktseite beziehe, kennzeichne ich das im Text, damit du erkennst, was eigene Beobachtung und was Herstellerangabe ist.
Warum ein Mähroboter ohne Begrenzungskabel überhaupt spannend ist
Wer sich schon mal mit klassischen Mährobotern beschäftigt hat, kennt das Prozedere. Erst wird der Garten vermessen, dann das Begrenzungskabel verlegt, meistens vergraben oder mit kleinen Erdnägeln fixiert, und erst danach darf der Roboter überhaupt loslegen. Bei größeren oder verwinkelten Gärten kann das ein ganzer Nachmittag werden, manchmal sogar ein ganzes Wochenende.
Der Navimow i208 LiDAR geht einen anderen Weg. Er verzichtet auf Begrenzungsdraht und auf eine externe RTK-Antenne, wie man sie von vielen satellitengestützten Systemen kennt. Stattdessen orientiert er sich über ein LiDAR-System kombiniert mit einer Frontkamera. Das klingt erstmal nach viel Technik-Fachchinesisch, ist im Kern aber recht einfach erklärt: LiDAR steht für Light Detection and Ranging. Der Mäher sendet unsichtbare Lichtimpulse aus, misst, wie lange sie brauchen, um von Objekten zurückzukommen, und baut sich daraus in Echtzeit eine dreidimensionale Karte seiner Umgebung. Die Frontkamera unterstützt zusätzlich Navigation und Hinderniserkennung. Laut Segway werden dabei keine Videos dauerhaft gespeichert, die Bilder dienen der Echtzeitverarbeitung.
Genau dieses Prinzip wollte ich mir in der Praxis anschauen. Reicht das aus, um zuverlässig zu navigieren? Und wie gut funktioniert das bei einem Garten, der nicht aus dem Bilderbuch stammt, sondern ganz normal genutzt wird, mit Gartenmöbeln, Hecken, kleinen Steigungen und einem Hund, der auch gerne mal über die Fläche läuft?
Mein Testgarten: knapp 200 Quadratmeter mit echten Herausforderungen
Damit du meine Erfahrungen besser einordnen kannst, kurz ein paar Worte zu meinem Testgelände. Die Fläche, die der Navimow i208 bei mir bearbeitet, ist knapp 200 Quadratmeter groß. Das ist überschaubar, aber alles andere als ein leeres Rechteck. Auf dem Rasen stehen regelmäßig Gartenmöbel, mal ein Tisch, mal ein paar Stühle, dazu kommen Hecken und Bäume, die den Rand markieren, und der Garten hat leichte Steigungen. Kein Alpengelände, aber eben auch keine komplett ebene Fläche.

Das war für mich der passende Rahmen für einen Test. Ein Mähroboter, der in einem perfekt rechteckigen, hindernisfreien Garten funktioniert, sagt wenig darüber aus, wie er sich im echten Alltag schlägt. Genau deshalb wollte ich wissen, wie der i208 mit genau diesen kleinen Störfaktoren umgeht, die in praktisch jedem Garten irgendwo auftauchen.
Der erste Eindruck: Auspacken und Aufstellen
Schon beim Auspacken merkt man, dass sich bei Segway jemand Gedanken über den praktischen Alltag gemacht hat. Der Navimow i208 wirkt kompakt, wiegt laut Hersteller aber 14,7 Kilogramm. Kurzes Anheben oder Umsetzen zur Ladestation ist problemlos machbar, besonders leicht ist das Gerät dabei nicht. Die Verarbeitung machte beim Auspacken und im späteren Betrieb einen soliden Eindruck. Nichts wackelte, nichts fühlte sich billig an.
Ein Punkt, der mir sofort positiv aufgefallen ist: Es gibt keine Antenne, die irgendwo montiert werden muss. Bei vielen anderen satellitengestützten Mährobotern braucht man eine Referenzstation mit freiem Blick zum Himmel, oft an der Hauswand oder auf einem Pfosten. Das entfällt beim i208.
Auspacken und der erste Blick sind das eine, die eigentliche Arbeit beginnt bei der Einrichtung.
Die Ersteinrichtung: Zeit nehmen lohnt sich
Die Einrichtung lief bei mir grundsätzlich problemlos ab, aber man sollte sich Zeit dafür nehmen. Das ist kein Prozess, den man nebenbei in fünf Minuten erledigt. Die Anleitung führt gut durch die einzelnen Schritte, ist verständlich bebildert und logisch aufgebaut. Wer die Schritte der Reihe nach abarbeitet, sollte bei der Einrichtung gut zurechtkommen.
Bei der Ladestation solltest du ein paar Vorgaben aus dem Handbuch beachten. Sie sollte auf einer ebenen Fläche stehen. Vor der Station sollten laut Handbuch rund zwei Meter frei bleiben, seitlich jeweils mindestens 0,5 Meter. Ein gut zugänglicher Stromanschluss ist ebenfalls nötig. In meinem Garten hat sich ein zentraler, gut erreichbarer Standort bewährt, das ist meine persönliche Erfahrung und keine offizielle Vorgabe des Herstellers.
Für die eigentliche Kartierung bietet der i208 das sogenannte One-Click Auto Mapping. Bei klar abgegrenzten Flächen mit wenigen Hindernissen kann der Mäher die Rasenbereiche darüber weitgehend selbst erfassen. Laut Anleitung ist diese Funktion vor allem für übersichtliche Gärten gedacht. Bei unklaren Grenzen, Teichen, Absturzkanten oder komplexeren Flächen sieht Segway eine manuelle Kartierung vor, bei der man den Mäher per App zu den jeweiligen Bereichen fährt. Bei mir hat das automatische Mapping gut funktioniert, in einem stärker verwinkelten Garten kann durchaus mehr manuelle Nacharbeit nötig sein.
Das Ergebnis der Kartierung lässt sich anschließend in der App anschauen und bei Bedarf anpassen. Und genau hier kommt eine Funktion ins Spiel, die mir im Alltag gut gefallen hat.

GeoSketch: Der eigene Garten als interaktive Karte auf dem Handy – Segway Navimow i208 LiDAR
Die Funktion nennt sich GeoSketch. Der erfasste Garten erscheint dabei als farbige und anschauliche Karte in der App, nicht bloß als einfache Umrisslinie. Ich erkannte Beete, Wege und Hecken auf der Karte deutlich wieder, das war bei älteren Systemen, die ich kenne, oft nur eine grobe Umrisslinie ohne echten Wiedererkennungswert.
Über GeoSketch lassen sich einzelne Zonen anpassen, No-Go-Bereiche einzeichnen, zum Beispiel um ein Beet oder einen Teich herum, und die Mähbereiche verändern. Nach dem automatischen Kartieren lohnt es sich, die Karte einmal in Ruhe zu kontrollieren. Gerade bei Teichen, Treppen, Mauerkanten oder Spielbereichen solltest du virtuelle Grenzen und Sperrzonen bewusst selbst setzen, statt dich allein auf die automatische Objekterkennung zu verlassen.
Wer möchte, kann auch die Doodle-Funktion nutzen. Dabei mäht der Roboter nicht direkt ein Muster in den Rasen, sondern spart ausgewählte Bereiche in Form von Buchstaben, Zahlen oder einfachen Symbolen beim Mähen aus. Das Motiv entsteht durch etwas höher stehendes Gras und bleibt nur für eine begrenzte Zahl an Tagen sichtbar. Eine nette Spielerei, wenn man mal etwas Abwechslung möchte.
Die App im Alltag: intuitiv und selbsterklärend
Bei einem Gerät wie einem Mähroboter steht und fällt die Nutzererfahrung mit der zugehörigen App. Mit der App kam ich schnell zurecht. Sie ist gut gelöst, selbsterklärend und intuitiv. Ich musste nicht lange herumprobieren, um zu verstehen, wie ich Zeitpläne einstelle, Zonen anlege oder den Mäher manuell steuere.
Man findet sich schnell zurecht, die Menüführung ist logisch aufgebaut, und wichtige Funktionen wie Mähzeiten, Schnitthöhe oder die Übersicht über den Akkustand sind auf den ersten Blick sichtbar. Wer die App Navimow im jeweiligen App Store sucht, findet sie schnell und kann direkt loslegen. Firmwareupdates werden ebenfalls über die App installiert, dafür benötigt der Mäher eine Netzwerkverbindung.
Wie navigiert der Navimow i208 durch den Garten?
Der wichtigste Unterschied zu vielen anderen Mährobotern steckt in der Navigation. Das System heißt EFLS LiDAR, eine Kombination aus LiDAR-Sensor und Kamera. Beim i208 kommt ein Solid-State-LiDAR ohne mechanisch rotierenden Sensorkopf zum Einsatz.
Was bedeutet das praktisch? Bei älteren LiDAR-Systemen dreht sich oft ein kleiner Sensorkopf mechanisch, um die Umgebung abzuscannen. Das ist eine bewährte Technik, aber mechanische Teile, die sich ständig drehen, nutzen sich mit der Zeit ab. Da der Sensor im i208 ohne rotierenden Mechanismus auskommt, gibt es weniger bewegliche Teile, die verschleißen können. Laut Segway wurde der Sensor unter Laborbedingungen mehr als 60 Zuverlässigkeitstests unterzogen und hält Vibrationen und Stößen bis 50G stand. Das sind Werksangaben, die sich in einem privaten Gartentest naturgemäß nicht selbst nachprüfen lassen.
Segway nennt dazu einige auffällige technische Werte: nahezu 200.000 Messpunkte pro Sekunde, eine Reichweite von bis zu 70 Metern und ein Scanintervall von rund 50 Millisekunden. Bei meinen Fahrten reagierte der Mäher schnell und ohne erkennbares Zögern auf seine Umgebung.
Für die Navigation selbst ist der i208 nicht auf Satellitensignale oder eine externe RTK-Antenne angewiesen. Auch unter dichteren Bäumen, wo ein rein satellitengestütztes System schneller mal mit dem Empfang zu kämpfen hat, fielen mir keine erkennbaren Aussetzer auf. Laut Segway arbeitet der LiDAR-Sensor auch bei Dunkelheit. Das betrifft die Navigation selbst, nicht zwangsläufig jede Funktion des Gesamtsystems: Das Kantenmähen wird laut Handbuch nachts in allen Zonen automatisch deaktiviert.




Hinderniserkennung: Wie zuverlässig weicht der i208 aus?
Dieser Punkt war einer der wichtigsten für mich, denn mein Garten ist alles andere als leer. Da stehen mal Stühle, mal ein Tisch, dazwischen liegt auch mal Spielzeug, und unser Hund Mina läuft gerne über die Fläche.
Bei mir im Garten wurden Gartenmöbel und Spielzeug auf dem Rasen zuverlässig erkannt und umfahren. Der Mäher fuhr dabei nicht knapp daran vorbei, sondern hielt einen sichtbaren Abstand und navigierte sauber darum herum. Segway wirbt mit mehr als 200 erkennbaren Hindernistypen und einer Erkennungspräzision von bis zu einem Zentimeter, von Stuhlbeinen über Trampolinrahmen bis hin zu tief hängenden Teilen von Schaukeln oder anderen Spielgeräten. Wie bei solchen Herstellerwerten üblich, hängt das Ergebnis in der Praxis von Form, Position und Umgebung des jeweiligen Hindernisses ab. Ich selbst habe natürlich nicht 200 verschiedene Hindernistypen einzeln durchgetestet.
Segway gibt an, dass das System über 20 Tierarten erkennt, darunter Hunde, Katzen und Igel, und ab etwa einem Meter Entfernung automatisch langsamer wird. Dafür muss der sogenannte tierfreundliche Modus in der App aktiviert sein. Während der vergangenen Wochen verlangsamte der Mäher seine Fahrt, als Mina in seine Nähe kam, und hielt Abstand, ohne dass es zu einer kritischen Situation kam. Das ist meine Beobachtung über den bisherigen Testzeitraum, keine Garantie für jede denkbare Situation.
Wichtig dabei: Segway selbst rät in der Bedienungsanleitung ausdrücklich davon ab, den Mäher laufen zu lassen, wenn sich Personen oder Haustiere auf der Fläche befinden. Auch wenn die Erkennung bei mir gut funktioniert hat, halte ich mich an diese Empfehlung. Am einfachsten ist es, den Mähroboter dann nicht fahren zu lassen, wenn Haustiere gerade im Garten sind. Das muss nicht zeitgleich passieren, und man erspart sich jede Unsicherheit.
Mähleistung und Schnittbild im Alltag – Segway Navimow i208 LiDAR
Am Ende zählt natürlich, wie gut der i208 den Rasen mäht. Segway nennt für den Mähmotor eine Spitzenleistung von 100 Watt. Am Messerteller sitzen sechs frei bewegliche Klingen. Einen Fangkorb gibt es nicht, die feinen Grasspitzen bleiben als Mulch auf dem Rasen liegen. Die Schnitthöhe lässt sich zwischen 20 und 70 Millimetern elektrisch über die App einstellen, die Schnittbreite liegt bei 22 Zentimetern.
Auf meiner Testfläche hat der Mäher ein gleichmäßiges Schnittbild hinterlassen. Da er regelmäßig und in kleinen Intervallen mäht statt seltener große Mengen auf einmal zu schneiden, wirkte der Rasen in meinem Garten gleichmäßiger und gepflegter als beim klassischen wöchentlichen Mähen. Ob der Rasen dadurch langfristig auch dichter wird, lässt sich nach wenigen Wochen noch nicht sicher beurteilen, dafür spielen auch Boden, Bewässerung, Düngung und Grasart eine Rolle.
Die beiden angetriebenen Hinterräder werden durch eine elektronische Fahrregelung unterstützt. Auf den leichten Steigungen in meinem Garten blieb der Mäher stabil und rutschte nicht sichtbar weg. Innerhalb der Mähfläche sind laut Hersteller bis zu 45 Prozent Steigung möglich, umgerechnet rund 24 Grad. Direkt an virtuellen Grenzen gilt ein niedrigerer Wert von maximal 25 Prozent. Segway hat den höheren Wert unter Testbedingungen auf trockenem, rund fünf Zentimeter hohem Gras und ohne zusätzliche Hindernisse ermittelt. Im eigenen Garten kann das Ergebnis daher anders ausfallen.
Kantenmähen: Hier bleibt eine Einschränkung
Beim Kantenmähen hat mich der Navimow i208 nicht ganz überzeugt. | Segway Navimow i208 LiDAR
Laut Hersteller soll die sogenannte EdgeSense-Funktion Kanten bis auf etwa fünf Zentimeter an Begrenzungen heranmähen. In der Praxis musste ich trotzdem immer wieder selbst nacharbeiten, meistens mit einer klassischen Rasenschere entlang der Beetkanten und Wege. Ich habe mehrfach versucht, die Zonen und Kanten in der App neu zu justieren. Das hat an manchen Stellen etwas geholfen, ein wirklich sauberer Rand ohne jede Nacharbeit blieb bei mir aber aus. Nachts ist die EdgeSense-Funktion laut Handbuch zusätzlich automatisch deaktiviert.
Wie nah der Mäher an eine Kante herankommt, hängt stark von der baulichen Beschaffenheit ab. Bei einer ebenerdigen Pflasterkante kommt er näher heran als bei einer Mauer, einem Hochbeet oder einer steilen Rasenkante. Bei vielen Mährobotern bleibt an solchen Stellen ein schmaler Streifen stehen, auch das würde ich vor der Anschaffung realistisch einplanen.
Enge Passagen, Hecken und Bäume – Segway Navimow i208 LiDAR
Ein Garten besteht selten nur aus einer großen, offenen Fläche. Bei mir gibt es Hecken, Bäume und engere Durchfahrten, durch die der Mäher hindurch muss, um von einer Zone in die nächste zu gelangen. Für einzelne enge Durchfahrten nennt Segway eine Mindestbreite von etwa 70 Zentimetern. Für dauerhaft angelegte Verbindungskorridore zwischen zwei Zonen empfiehlt das Handbuch dagegen eine Breite von mehr als einem Meter, das ist ein wichtiger Unterschied, wenn du planst, wie deine Zonen später verbunden sein sollen.
In den schmaleren Durchfahrten meines Gartens fand der Mäher zuverlässig seinen Weg. Unter Bäumen mit dichterem Blätterdach hatte ich keine erkennbaren Navigationsprobleme.
Lautstärke und Ruhezeiten
Bei Reihenhäusern oder kleinen Grundstücken ist die Lautstärke schnell ein Thema. Segway gibt für den i208 einen Schallleistungspegel von 59 dB(A) an, im Handbuch wird zusätzlich ein Schalldruckpegel von 51 dB(A) genannt. Ich saß mehrfach in der Nähe, während der Mäher seine Runden gedreht hat, und empfand ihn als sehr leise.
Ein Hinweis, der mir wichtig ist: Die geringe Lautstärke hebt gesetzliche Ruhezeiten nicht auf. In reinen, allgemeinen und besonderen Wohngebieten dürfen Rasenmäher nach der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich nicht betrieben werden. Werktags gilt dort in der Regel ein Betriebsverbot zwischen 20 und 7 Uhr. Örtliche Vorgaben können darüber hinausgehen. Es lohnt sich, die Mähzeitpläne in der App entsprechend anzupassen.
Sicherheit: Was passiert, wenn der Mäher gestohlen wird oder abhandenkommt?
Ein Mähroboter steht die meiste Zeit draußen im Garten, oft auch dann, wenn niemand zuhause ist. Der Navimow i208 setzt hier auf mehrere Bausteine: Geofence-Alarm, Hebealarm, Standortverfolgung und Unterstützung für Apple „Wo ist?“.
Verlässt der Mäher den definierten Bereich, schlägt das System Alarm. Wird er angehoben, löst ebenfalls ein Alarm aus. Geofence und die Standortverfolgung hängen dabei von einer aktiven 4G-Verbindung und Netzabdeckung ab. Apple „Wo ist?“ arbeitet dagegen über das Apple-eigene Netzwerk und kann auch dann helfen, wenn der Mäher vom Besitzer getrennt wurde. Welche Ortungsfunktion im Einzelfall verfügbar ist, hängt also vom Gerätestatus und der jeweiligen Verbindung ab. Ich musste diese Funktionen glücklicherweise nie im Ernstfall nutzen, allein das Wissen um mehrere Sicherheitsebenen gibt aber ein gutes Gefühl.
Betriebstemperatur, Wetter und Winterlagerung / Segway Navimow i208 LiDAR
Beim Temperaturbereich werden Betrieb und Lagerung schnell verwechselt. Der zulässige Betriebsbereich liegt laut Hersteller zwischen 0 und 40 Grad Celsius, als empfohlener Betriebsbereich werden 10 bis 35 Grad genannt. Der oft zitierte Bereich von minus 20 bis plus 50 Grad Celsius bezieht sich dagegen auf die zulässige Lagertemperatur, nicht auf den laufenden Betrieb.
Für den Winter empfiehlt Segway ausdrücklich, Mäher, Ladestation und Kabel zu reinigen, zu verpacken und drinnen zu lagern. Der Akku sollte vor der Winterpause auf mindestens 85 Prozent geladen werden. Das Gerät steht also nicht das ganze Jahr über einfach draußen, wie man bei einem wetterfesten Außengerät vielleicht zunächst annehmen könnte.
Zum Thema Regen: Gehäuse und Ladestation sind nach IP66 gegen Staub und kräftige Wasserstrahlen geschützt. Das bedeutet aber keine generelle Freigabe fürs Mähen bei jedem Wetter. Laut Anleitung soll bei starkem Regen, dichtem Nebel, Gewitter und Schnee nicht gemäht werden, die wetterabhängige Steuerung kann Aufgaben in solchen Fällen automatisch pausieren oder verschieben. Bei mir lief der Mäher an einzelnen Tagen mit leichtem Regen unauffällig weiter, das war eine persönliche Beobachtung und keine generelle Betriebsempfehlung.
Mehrzonen-Management: praktisch für größere oder verwinkelte Gärten
Wer mehrere getrennte Bereiche im Garten hat, profitiert von der Mehrzonen-Funktion. Bis zu 20 verschiedene Bereiche lassen sich anlegen, jeweils mit eigener Schnitthöhe und individuellem Zeitplan. Wichtig ist dabei eine Unterscheidung, die im Alltag leicht übersehen wird: Automatisch und regelmäßig bearbeitet der Mäher nur Flächen, die über einen kartierten, befahrbaren Korridor miteinander verbunden sind. Bei vollständig isolierten Rasenflächen, etwa einem separaten Vorgarten ohne durchgehenden Weg, muss der Mäher von Hand zur jeweiligen Fläche gebracht werden. Für solche Bereiche ist laut Handbuch nur ein einmaliger Mähauftrag vorgesehen, kein regulärer automatischer Zeitplan.
Bei mir war die Fläche zusammenhängend, ich habe die Mehrzonen-Funktion trotzdem genutzt, um rund um die Terrasse eine etwas andere Schnitthöhe zu wählen als im hinteren Gartenbereich.
Akkulaufzeit, Ladeverhalten und laufende Kosten / Segway Navimow i208 LiDAR
Für meine knapp 200 Quadratmeter große Testfläche reichte der 5,1-Ah-Akku problemlos aus. Segway nennt für den i208 rund 110 Minuten Mähzeit pro Ladung und etwa 110 Minuten Ladezeit. Wie weit das in der Praxis reicht, hängt stark von Graslänge, Feuchtigkeit, Steigungen und der Aufteilung deines Gartens ab. Werksangaben unter Idealbedingungen lassen sich selten eins zu eins auf jeden Garten übertragen.
Ich konnte beobachten, dass das eigenständige Rückkehren zur Ladestation und Fortsetzen der Arbeit im Alltag unkompliziert funktionierte. Ich musste zu keinem Zeitpunkt eingreifen. Für größere Flächen bis 2000 Quadratmeter bietet Segway mit dem i220 eine Variante mit größerem Akku von 10 Amperestunden an.
Nach dem ersten Jahr können zusätzliche Kosten entstehen: Der i208 nutzt für Fernzugriff, Ortung und verbundene Funktionen eine 4G-Verbindung. Dieser Mobilfunkdienst ist bei Navimow im ersten Jahr enthalten. Stand August 2026 kostet die Verlängerung 29,90 Euro für ein Jahr, 59,80 Euro für zwei Jahre oder 89,70 Euro für drei Jahre. Das sind laufende Kosten, die du bei der Kalkulation mit einplanen solltest, auch wenn sich Preise ändern können.
Pflege und Wartung: Was regelmäßig ansteht
Ein Mähroboter läuft nicht komplett wartungsfrei. Segway nennt bei regelmäßiger Nutzung einen Wechsel von Messern und Schrauben ungefähr alle ein bis zwei Monate. Je nach Fläche und Zustand kann das früher oder später nötig sein, eine Sichtkontrolle ist dabei wichtiger als ein starrer Kalendertermin. Vor allem beschädigte, stumpfe oder schwergängige Messer solltest du zeitnah ersetzen. Bei mir hat sich nach den ersten Wochen noch kein spürbarer Verschleiß gezeigt.
Für die Reinigung lassen sich Unterseite und Räder mit Wasser und einer Bürste säubern, einen Hochdruckreiniger solltest du dafür aber nicht verwenden. Kamera und Sensorflächen reinigst du besser vorsichtig mit einem weichen Tuch. Vor der Reinigung sollte der Mäher grundsätzlich ausgeschaltet werden. Bei mir ließ er sich mit Gartenschlauch und Bürste unkompliziert von Grasresten befreien.
In der von mir getesteten App- und Firmwareversion gab es keinen klassischen Spot-Mähmodus, mit dem man den Roboter spontan auf eine einzelne Stelle setzt, um dort gezielt eine kleine Fläche nachzumähen. Für punktuell nachgewachsenes Gras oder frisch nachgesäte Stellen musst du also weiterhin selbst mit der Handschere ran. Über künftige Updates kann sich das natürlich ändern.
Technische Eckdaten des Segway Navimow i208 LiDAR im Überblick
Was kostet der Spaß? | Segway Navimow i208 LiDAR
Die offizielle Preisempfehlung lag zum Zeitpunkt meines Tests im August 2026 bei 1.199 Euro. Aktionspreise, Bundles und Händlerpreise können davon abweichen, teilweise werden auch Sets mit zusätzlichem Zubehör angeboten. Wer sich für den aktuellen Preis interessiert, schaut am besten direkt beim Händler oder bei Segway vorbei, da sich Angebote erfahrungsgemäß immer wieder ändern.
Mähen im Vergleich zum klassischen Rasenmäher
Bleibt die Frage, ob sich der Umstieg von einem klassischen Rasenmäher lohnt. In meinem Alltag hat sich einiges verändert. Wo ich früher am Wochenende bewusst Zeit für das Mähen eingeplant habe, läuft das jetzt nebenbei mit. Der Rasen wird regelmäßiger und in kürzeren Abständen gemäht, in meinem Garten wirkte das Schnittbild dadurch gleichmäßiger.
Auch der Zeitfaktor spielt eine Rolle. Statt selbst mit dem Rasenmäher hinter dem Gerät herzulaufen, kann ich die Zeit für andere Dinge nutzen, während der i208 im Hintergrund seine Bahnen zieht. Wer gerne selbst mäht und das als Ausgleich empfindet, für den ist dieser Punkt weniger relevant.
Im direkten Betrieb entstehen keine lokalen Abgase, und Kraftstoff sowie regelmäßige Ölwechsel entfallen, das ist im Vergleich zu einem Benzinmäher ein klarer Unterschied. Zu Stromverbrauch, Herstellung und Lebensdauer des Akkus liegen mir keine eigenen Messwerte vor, eine vollständige Umweltbilanz kann ich an dieser Stelle daher nicht seriös ziehen.
Nachbarschaft und Alltag mit einem elektrischen Helfer
Gerade wenn Grundstücke dicht beieinander liegen, kann ein lauter, benzinbetriebener Rasenmäher am Wochenende schnell zum Reizthema werden. Mit einem elektrisch betriebenen und leisen Gerät wie dem i208 fällt dieser Störfaktor im Alltag deutlich geringer aus, solange du dich an die oben genannten gesetzlichen Ruhezeiten hältst.
Was ich anfangs unterschätzt habe: Der Roboter nimmt mir tatsächlich ein Stück Alltagsstress ab. Es macht einen Unterschied, ob ich jedes Wochenende bewusst Zeit für die Gartenarbeit einplanen muss, oder ob der Rasen gemäht wird, während ich mich um andere Dinge kümmere. Das hat bei mir Druck herausgenommen, ohne dass ich dafür Abstriche bei der Rasenpflege in Kauf nehmen musste.
Für wen eignet sich der Segway Navimow i208 LiDAR?
Nach mehreren Wochen im Alltagstest würde ich sagen, der i208 eignet sich gut für alle, die einen überschaubaren bis mittelgroßen Garten haben, bis etwa 800 Quadratmeter, und die eine unkomplizierte Einrichtung schätzen. Auch wer einen Garten mit Hindernissen, leichten Steigungen oder Bereichen unter Bäumen hat, profitiert von der LiDAR-Navigation.
Wer einen absolut perfekten Kantenschnitt ganz ohne Nacharbeit erwartet, sollte seine Erwartungen anpassen. Wer punktuell nachmähen möchte, sollte wissen, dass ein Spot-Modus fehlt. Wer mit diesen Einschränkungen leben kann, bekommt einen gut bedienbaren Mähroboter mit zuverlässiger Navigation.
Wie sich Akku, Antrieb und Sensorik über mehrere Mähsaisons schlagen, kann ein mehrwöchiger Test naturgemäß noch nicht zeigen. Zu Navigation, Bedienung, Schnittbild und Hinderniserkennung im Alltag kann ich dagegen schon jetzt eine fundierte Einschätzung geben.
Vorteile und Nachteile im Überblick
Häufige Fragen rund um den Segway Navimow i208 LiDAR
Braucht man für den i208 durchgehend WLAN im ganzen Garten? Der Garten selbst muss nicht vollständig mit WLAN abgedeckt sein, die lokale LiDAR-Navigation funktioniert davon unabhängig. Für Fernzugriff, Updates, Wetterdaten und Ortungsfunktionen braucht der Mäher aber eine WLAN- oder 4G-Verbindung.
Funktioniert der Mäher auch bei Regen? Gehäuse und Ladestation sind nach IP66 gegen Wasser geschützt, das ist aber keine generelle Freigabe für jedes Wetter. Laut Anleitung soll bei starkem Regen, Gewitter oder Schnee nicht gemäht werden, die Steuerung kann Aufgaben in solchen Fällen automatisch pausieren.
Wie sieht es mit mehreren getrennten Rasenflächen aus, etwa Vorgarten und Garten? Das funktioniert automatisch, wenn die Flächen über einen kartierten, befahrbaren Korridor verbunden sind. Bei vollständig isolierten Flächen muss der Mäher von Hand umgesetzt werden.
Wie laut ist der Mäher wirklich? Mit einem Schallleistungspegel von 59 dB(A) liegt der i208 deutlich unter der Lautstärke eines klassischen Benzin- oder Elektrorasenmähers, ich empfand ihn in meinem Garten als sehr leise.

Mein Fazit nach mehreren Wochen im Test – Segway Navimow i208 LiDAR
Nach mehreren Wochen würde ich den Navimow i208 LiDAR weiterempfehlen, allerdings nicht ohne die genannten Einschränkungen. Die Navigation ohne Begrenzungskabel und ohne externe Antenne funktioniert in meinem Alltag zuverlässig, die App macht die Bedienung einfach, und die Hinderniserkennung hat mich überzeugt.
Zwei Punkte würde ich klar benennen, wenn du selbst über eine Anschaffung nachdenkst: Das Kantenmähen bleibt Handarbeit, und nach dem ersten Jahr können für die 4G-Funktionen laufende Kosten entstehen. Beides trübt den insgesamt positiven Gesamteindruck nicht wesentlich, gehört aber ehrlicherweise in jede Kaufentscheidung mit hinein.
Wenn du einen Mähroboter ohne Begrenzungskabel und externe Antenne suchst, gehört der i208 aus meiner Sicht zu den interessanten Modellen für Flächen bis 800 Quadratmeter.