Gardens by the Bay – der Dschungel liegt mitten in Singapur – Singapore Airlines Teil IV

Gardens by the Bay Singapore

Mit vielem bringt man Singapur in Verbindung, mit Natur allerdings bislang eher nicht. Ein besonderes Projekt des Stadtstaats hat in den letzten Jahren darauf hingearbeitet, dass sich das ändert: Vor der beeindruckenden Skyline entstehen Stück für Stück die „Gardens by the Bay“. Direkt am Meer wird eine über 100 Hektar große Grünanlage angelegt, die Landschaftsgärten ebenso umfasst wie Gewächshäuser.

Komplett ist die Anlage noch nicht, die Fertigstellung des letzten Teilbereichs ist für das Jahr 2020 geplant. Schon jetzt ist sie allerdings durchaus einen Besuch wert und zeichnet ein Bild von Singapur, das man so eher nicht im Kopf hat: Naturverbundenheit und Entspannung stehen im Mittelpunkt, und das in nur wenigen Hundert Metern Entfernung von Hafen und Geschäftsviertel.Interessanterweise sind die „Gardens by the Bay“ nicht in erster Linie als Touristenattraktion gedacht, sie richten sich vor allem an Einheimische.

Das spiegelt sich auch in der Preispolitik wider: Während man für das Betreten der Häuser 12,50 Euro bezahlen muss, sind die riesigen Außenanlagen kostenlos zugänglich. Die Natur mitten in der Großstadt soll als Erholungsgebiet dienen für alle, die eine Auszeit vom hektischen Alltagsleben benötigen. Nach Fertigstellung der Anlage wird sie unter anderem auch eine drei Kilometer lange Promenade am Meer enthalten, die sich für den täglichen Abendspaziergang anbietet.

Die beeindruckendste Attraktion in den „Gardens by the Bay“ sind aktuell die sogenannten Supertrees – riesige künstliche Bäume aus Stahl, die als vertikale Gärten dienen. Bis zu 50 Meter hoch sind die Gerüste, die am oberen Ende weiter werden und an denen Pflanzen wuchern, die der Europäer in der Regel nur aus dem Wohnzimmer kennt. Eine besonders atemberaubende Perspektive bietet ein Skywalk, der zwei der künstlichen Bäume in schwindelerregender Höhe miteinander verbindet.

Bei der Gestaltung der Attraktion hat übrigens durchaus die Nachhaltigkeit eine Rolle gespielt: Die Supertrees werden dazu eingesetzt, Regenwasser zu sammeln, und große Sonnenkollektoren in der Baumkrone erzeugen Strom.

Jeden Abend wird der Strom für eine 15 Minuten lange Lightshow benutzt, die die „Gardens by the Bay“ in ganz besonderer Atmosphäre zeigen soll. Auch sonst spielt der Faktor Erlebnis in der Anlage durchaus eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Die Gewächshäuser, die eine trockene Mittelmeerlandschaft oder einen feuchten Regenwald in 2000 Metern Höhe simulieren, richten sich nach den Jahreszeiten und werden regelmäßig umgestaltet. Unangenehme Begegnungen sind in den Anlagen selbstverständlich nicht vorgesehen: Kein Regenwurm und keine Spinne leben in diesem tropischen Regenwald, den natürlichen Verfall des Pflanzenbestandes müssen die Gärtner also ganz alleine übernehmen.

Nicht ganz billig ist es, die Gewächshäuser im heißen Singapur auf die authentische Temperatur zu bringen. Selbst der tropische Regenwald wünscht sich nicht mehr als 24 Grad und muss aufwändig heruntergekühlt werden. Technik und Geld sind in Singapur allerdings nie ein Problem, was man an der überwältigenden Vielfalt merkt, die in den „Gardens by the Bay“ präsentiert wird.

Eines der Highlights der Anlage ist ein aus Spanien importierter Olivenhain, in dem unter anderem ein angeblich mehr als 1000 Jahre alter Baum steht. Der Besucherandrang gibt den Planern der Gärten bislang recht: Die ungewöhnliche Attraktion hat sich gleich nach ihrer Eröffnung zu einem Erfolgsmodell entwickelt, das jeden Tag zahllose Menschen anzieht. Offenbar ist etwas dran am Konzept der Natur in der Großstadt – in Singapur jedenfalls funktioniert es blendend.

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