Angefasst: die neue Garmin Virb X und Virb XE

Neue Aktionkameras von Garmin

Garmin Virb X und Virb XE

Eigentlich kann am Marktführer GoPro bisher keiner rütteln. Alle möglichen Hersteller versuchen ihr Glück und bringen einen Versuch auf den Markt, die beste Actionkamera vom Thron zu stoßen. Doch sie scheitern jämmerlich. Die neue Garmin Virb X und Garmin Virb XE werden dies wohl auch nicht schaffen, aber sie können bereits trocken mit diversen technischen Highlights, welche die GoPro überhaupt nicht anbietet.

Zuerst die harten Fakten. Die Garmin Virb X/XE (151,7 Gramm) ist 25% kleiner als eine GoPro im Wasserschutzgehäuse. Ein zusätzliches Gehäuse braucht die Virb X/XE dabei auch nicht, sie kommt direkt im wasserdichten Gehäuse (bis 50 Meter / 5 ATM). Der nächste Vorteil ist das außen am Gehäuse angebrachte Mikro. Welcher Audio-Vorteil sich dadurch im Gegensatz zur GoPro ergibt ist denkbar einfach. Allerdings können wir vor einem intensiven Test nicht sagen, ob das auch praktisch zutrifft.

Vom technischen Aspekt der Videoqualität reicht selbst die Virb XE für 399 Euro nicht an die aktuell teuerste GoPro der vierten Generation heran. Maximal 1440p mit einer Geschwindigkeit von 30 Bildern pro Sekunde ist möglich. Die beste Slow-Mo Auflösung ist mit 240 Bildern pro Sekunde bei 480p möglich, allerdings natürlich nur im teureren Modell. Eine „sensorgesteuerte“ digitale Bildstabilisierung ist auch dem Topmodell vorbehalten. Die Virb X macht mit 30 Bildern pro Sekunde bei 1080p noch immer den aktuellen Standard für Actionaufnahmen mit.

Nun aber zu den Besonderheiten, welche die neue Garmin Virb X gegenüber der GoPro hervorstechen lassen. Der GPS Empfänger und der G-Metrix Datenstrom. Zum einen zeichnet die Kamera nicht nur parallel zum Video (oder auch Foto) GPS Daten auf, sondern kann diese auch später (mit Virb Edit) visuell im Video darstellen. Die gesammelten Daten umfassen die grundlegenden Daten wie etwa Geschwindigkeit, Höhenmeter oder die zurückgelegte Strecke.

Weiter können über weitere Sensoren (Zubehör von Garmin mit ANT+ Schnittstelle) zusätzliche Daten mit dem Videostream synchronisiert werden. Gesteuert werden kann die Kamera über die angebrachten Knöpfe, darunter auch ein „Schnell-Start-Switch“ wodurch die Kamera direkt mit der letztgewählten Einstellung aufnimmt, über eine App für das Smartphone oder auch die Smartwatches und Fitnessbänder von Garmin.

Der Akku (980 mAh) hat etwas unter dem Upgrade gelitten, denn im Vergleich zu ersten Garmin Virb Elite (die weiterhin verkauft wird), läuft dieser knapp 25% kürzer. Bei 1080p 30fps hält der Akku unabhängig vom Modell zwei Stunden. Die Verarbeitung der neuen Actionkamera ist ordentlich. Die Klappe, welche über einen Schnappverschluss alles zusammenhält, ist sehr dünn. Der Verdacht liegt nahe, dass all zu viele Steinschläge kein gutes Bild am Gehäuse lassen werden. In diesem Sinn ist auch fraglich, ob bei einer beschädigten Abdeckung die gesamte Kamera oder nur die vordere Klappe ausgetauscht werden muss.

Wem die Akku-Laufzeit zu gering ist, der wird sich über das Zubehör der Garmin Virb X/XE freuen. Nicht nur zahlreiche Halterung etc. werden angeboten, sondern auch diverse Kabel, die an die magnetische Kontaktschnittstelle angeschlossen werden können. Damit lässt sich beispielsweise das Gerät auch während des Betriebs laden. Ferner können hier auch externe Mikros über eine Kabelverbindung angeschlossen werden. Wer nicht auf den möglichen Bluetooth-Standard als Übertragung vertrauen möchte.

Fotos & Text (c) Fabian Meßner