Kopfhörer Test: beats studio

Beats By Dr. Dre

Sie sind lange kein Hype mehr, auch wenn scheinbar jeder sie haben will oder haben muss. Wenn auch nur ein kleines Paar Kopfhörer der Marke „beats by dr. dre“ man scheint sie besitzen zu müssen, denn so viele tragen sie. Und die können immerhin nicht lügen. Ich habe mich ausführlich mit der Königsklasse den beats studio beschäftigt und ich muss sagen, außer dem Hype steckt nicht viel drin.

Sie sehen erstklassig aus, diese Kopfhörer, die angeblich von Dr. Dre (dieser große Musikproduzent aus den USA) höchstpersönlich entwickelt worden sind. Immerhin gibt es seinen Namen drauf und die Verpackt ziert ein Zitat von ihm.

Dr. Dre sagt „With Beats people are going to hear what the artists hear and listen to the music the way they should: they way I do“.

Wenn dem so ist, dann muss ich leider an seiner Musik zweifeln, aber dazu später mehr. Die Box in der die beats studio ankommen hat etwas Besonders, gar einen Hauch Apple versprüht das „unboxing“. Nach dem „plopp“ gibt sich der Blick auf ein kleines schwarzes Etui frei, welches unmöglich die Kopfhörer beinhalten kann. Und doch liegen sie darin versteckt, zusammen geklappt. Der Mechanismus, in diesem Fall in Gold, wirkt sehr hochwertig, auch das Kabel wird darin als Flachband versteckt und kann keinesfalls umknicken. Es sieht metallisch aus, das Einrasten klingt dagegen leider mehr nach Plastik.

Die Ohrmuschel ist extrem weich, das weiße Leder schmiegt sich ideal der Kopfform an und sie schließt auch perfekt um das Ohr herum ab. Der Bügel allerdings ist leider kaum gepolstert und macht sich nach knapp einer Stunde negativ bemerkbar. Es sieht aus, als ob hier eine Polsterung vorhanden wäre, leider ist sie es nicht wirklich. An der Ohrmuschel mit Kabeleingang kann durch drücken auf das b kurzzeitig der Sound ausgestellt wird. Ganz nettes Gimmick, leider mit einem billigen Plastik-Geräusch verbunden.

Nun aber zum wichtigsten bei einem Kopfhörer: dem Sound!

Die „Adpative Ausblendung äußerer Störgeräusche“ ist ja ganz nett und schön, wenn sie denn auch qualitativ gut ausgeführt wird. Wird sie allerdings leider nicht, ich konnte noch Störgeräusche wahrnehmen und was in meinen Augen viel schlimmer ist, auch das Rauschen, welches durch diese Funktion verursacht wird. Die beats-Fans werden nun direkt auf die Barrikaden gehen. Vermutlich ist es euch noch nie aufgefallen, da ihr auf voller Stufe hört.

Alleine die „leichteste“ Einstellung (über iPhone oder Mac) ist mir persönlich schon fast zu laut um zu genießen. Gerade das Rauschen behinderte mich mehr beim Video-Schnitt als das es unterstützend war. Einerseits bekam ich noch aus den Nachbarräumen mit, was abging und andererseits war ich verzweifelt das Rauschen auf der Tonspur am suchen und herauszufiltern. Die Herausfilterung der Störgeräusche funktioniert besser, wenn man den Lautstärkeregler weiter aufdreht, aber der Sinn dahinter ist eigentlich ein anderer. Die 20 Stunden, welche die Akkus halten sollen, kann ich so nicht bestätigen, sagen wir mal, wer täglich hört, wird auch täglich aufladen müssen. Das Risiko am nächsten Tag ohne Musik da zustehen ist zu hoch. Denn, wenn kein Saft im „studio“ ist dann kommt auch kein Ton raus.

Fassen wir zusammen, hätte ich 299,95 Euro (OVP) für diese Kopfhörer bezahlt, ich hätte sie nach einem Tag zurückgeschickt und mein Geld verlangt. Denn diesen Preis sind die beats studio nicht wert. Persönlich habe ich das Gefühl bekommen, dass über 50% des Preises für den Namensgeber draufgehen. Die Hälfte des Preises wäre der Leistung angemessen; wer gerne einem Trend hinterherläuft und nicht allzu sehr an seinen Ohren hängt, der hat hiermit die perfekten Kopfhörer in der Hand.

Fotos & Text (c) Fabian Meßner

Beats By Dr. Dre

299,95 €
7.5

Musikqualität

7.0/10

Tragekomfort

7.2/10

Verarbeitung

9.0/10

Design

9.1/10

Preis-/ Leistungsverhältnis

5.0/10

Pro

  • Zusammenklappbar
  • Designobjekt

Contra

  • Preis
  • Geringe Musikqualität