CoVent: James Dyson setzt auf die Produktion von Beatmungsgeräten

Staubsauger-Milliardär hilft in Corona-Krise

Dyson zählt zu den bekanntesten Marken weltweit. Sie steht für hochwertige Staubsauger mit innovativer Technologie und einem einzigartigen Design. In diesen Tagen allerdings steht wieder der Großputz in der eigenen Wohnung im Fokus des britischen Erzeugers, sondern die weltbeherrschende Pandemie namens Coronavirus.

Der 72-jährige Unternehmer und Erfinder, unter den 1000 reichsten Menschen der Welt zu finden laut der Forbes-Liste, widmet sein aktuelles Engagement der Herstellung von Beatmungsgeräten für die britische Bevölkerung.

Adel verpflichtet?

Der vor einigen Jahren von der Queen zum Ritter geschlagene Brite ist technikaffin. Bislang hat er 5127 Prototypen von Staubsaugern gebaut. Die Hartnäckigkeit, trotz ausbleibender Erfolge in der Anfangszeit von Dyson dranzubleiben, macht sich auch in diesen herausfordernden Zeiten bezahlt.

Binnen zehn Tagen gelang es Dyson einen Prototyp für ein Beatmungsgerät namens CoVent herzustellen. Die Produktion startet bereits Anfang April. Zudem stellt Dyson 5000 Geräte kostenlos zur Verfügung, ein Fünftel für die britische Bevölkerung.

Das Gerät ist speziell für Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, entwickelt. Das praktische Beatmungsgerät kann mit Batterien betrieben werden und ist tragbar. Laut Dyson ist es schnell und effizient, kann auch in großer Anzahl produziert werden. Die britische Regierung hat bereits 10.000 Stück des Beamtungsgeräts bestellt.

Ich war nicht erfolgreich, bis ich 48 Jahre alt wurde. Ich hatte bis dahin mein ganzes Leben als Ingenieur mit kommerziellen Fehlschlägen und Schulden zu tun gehabt, bis dann durch Zufall etwas gepasst hat.

James Dyson
Dyson Technologie Campus-James Dyson | Urheber: Dyson

Tüftler seit eh und je

Bereits als Kind interessierte sich Dyson für den Modellflugzeugbau und erfand den Sea Truck, eine Hochgeschwindigkeitslandungsfahrzeug, sowie 1974 die Ballbarrow Schubkarre mit einer flexiblen Ball-Lenkung. Der erste wirkliche Erfolg stelle sich erst im Alter von 48 Jahren bei James Dyson ein.

Kommerzielle Fehlschläge und Schulden prägten seinen Weg bis dahin. Seine Familie unterstützte den Erfinder, der sich trotz wiederholter Absagen für neue Patente nie aufgab. Anfang der 90er Jahre bekam Dyson das erste Patent, 1993 folgte die Gründung von Dyson Ltd.

Seine Erfindungen funktionieren auf Anhieb oder gar nicht, aber negative Gefühle wegen Fehlschlägen ignoriert der umtriebige Entwickler. Er möchte seine Vision umsetzen und setzt auf Robotik. So sollen Haushaltsgeräte leise und störungsfrei im Hintergrund arbeiten, ohne dass man auf diverse Knöpfe drücken muss als Benutzer. Das Erfindertum treibt Dyson bis heute an und der Erfolg scheint ihm Recht zu geben.