Baby-Benz ist erwachsen geworden: Mercedes-Benz C-Klasse W 205

C-Klasse von Mercedes-Benz in neuer Erscheinung

Mit nun 4686 Millimeter in der Länge ist die neue C-Klasse von Mercedes-Benz eine stattliche Erscheinung. Sieben Millimeter mehr im Radstand und elf Millimeter breiter die E-Klasse von 1995 (W 210) ist zudem. Und nicht nur gewachsen ist der Baby-Benz von damals (vgl. 190er), auch erwachsen geworden ist die neue Mittelklasse Limousine. Mit intelligenten Fahrassistenz Systemen und Entertainment-Technik aus der Oberklasse. Die Stuttgarter werden doch hier nicht gar den besten Benz, den es aktuell zu kaufen gibt, anbieten? Neue Motoren, ein Hybrid, später auch noch ein Plug-in Hybrid. Auch mit verschiedenen Ausstattungspaketen, die zum einen die sportliche, zum anderen die edel-elegante Schiene abdecken, gelingt es der C-Klasse einen Spagat zu bewältigen, der an sich mehrerer Fahrzeuge bedarf. Kassenschlager wie der C 180, C 200 BlueEfficiency sowie die Diesel Pendants C 200 und C 220 Bluetec sind in ihren Aggregaten überarbeitet worden. Verbrauchsarmer, leichter (bis zu 100 kg gegenüber dem Vorgänger W 204), dabei gleich noch ein Raumgewinn, sowie intelligenter auf den Fahrer eingestimmt und vielleicht auch ein bisschen wegweisend.

Das neue Touchpad in Verbindung mit dem Command Online benötigt alleine eine Bedienungsanleitung so dick wie ein Brockhaus, doch es lohnt sich. Es ist nicht ganz so intuitiv wie gedacht, nur aktuelle iMac-Nutzer (Apple) finden sich schnell mit der Gestensteuerung zurecht, allen anderen sei ein wenig mehr Zeit gegeben als eine kurze Probefahrt beim Händler. So gleich es auch eine höhere Wissbegierigkeit des Fahrers fordert, so belohnt es später mit fixer und eingänglicher Bedienung.

Nicht ganz von ungefähr kommt die Verwandtschaft der ähnlich gestylten S-Klasse (W 222) – eben ganz wie damals der Baby-Benz. Die Proportionen sind ideal einer Limousine angepasst, diese kann eben zugleich durch verschiedene Pakete zum einen sportlich durch das AMG-Style Paket wirken, zum anderen auch wie eine noble Chauffeurs-Limousine durch den guten alten Stern auf der Motorhaube. Standardisiert ist der Stern im Kühlergrill integriert. LED Intelligent Light nennt sich das hochpreisige Licht, dass aus einem LED-Tagfahrlicht Streifen sowie zwei LED-Blöcken besteht. Dies sieht nicht nur schick aus, es leuchtet auch weiter als die ebenso erhältliche Halogen-Variante. Zudem bietet es ein Sicherheitsplus; es kann um Hindernisse herum bzw. vorbei leuchten. So muss das Fernlicht nicht andauernd an und ausgeschaltet werden, die entgegenkommenden Fahrzeuge, werden einfach abgeblendet. Das Heck, ganz im Stile des W 222, hat kleiner dimensionierte Rückleuchten, dafür ähnlich geschwungen.

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Viel (neuen) Schwung gibt es auch im Innenraum. Die Mittelkonsole, außer in der Variante mit manuellen Sechsganggetriebe, schwingt durch. Vom Armaturenträger über den Getriebetunnel bis hin zum Fond-Fußraum. Von glanzlackierten bis offenporigen Hölzern kann hier eingerichtet werden. Wie aus einem Guss, auch die Aluminium-Kippschalter durchbrechen die Form keineswegs. Am Ende dieser teilweise wie von einer Yacht anmutenden Hölzern erwartet das neue Touchpad ihre Befehle. Wahlweise durch Handauflegen am Handschmeichler und dann am Drehrad die passenden Optionen auswählen oder ganz frei auf dem Touchpad über Buchstaben- sowie Zahleneingabe (oder Wischen) den richtigen Weg (durch das Menü) finden.

Reisekomfort stellt sich nicht zuletzt durch sparsame sowie leise Motoren wie etwa den Vierzylinder Benziner im C 200 ein (Getestet etwa um sechs Liter im Schnitt). Nein auch durch eine Luftfederung, hier Airmatic genannt, gleitet der Fahrer über die Fahrbahn. Da die C-Klasse sowie die Sitzposition eher tief (und sportlich) ausgelegt ist, gibt es hierbei auch die Möglichkeit, die Limousine „höherzulegen“, damit das Aus- und Einsteigen besser gelingt. Über verschiedene „Agility“ Modes kann variiert werden zwischen straffer (Sport/ Sport+) sowie komfortabler (Comfort/Eco) Dämpferabstimmung und auch die Kennlinien von Motor, sowie Pedalerie. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit aus einem Auto gar zwei zu machen, denn die Unterschiede sind nicht marginal, sie sind enorm. In Sport+ spricht der Motor direkt über das Gaspedal an, keine Verzögerung, nichts, es geht direkt voran. Dahingegen reagiert er schon im Comfort Modus relativ träge auf Gaspedaldruck.

Worauf Mercedes-Benz mit Recht ein bisschen Stolz sein darf ist die Projektion des Head-up Displays in der speziell dafür gewölbten Frontscheibe. Verstellbar in Höhe und Helligkeit stellt es Informationen zur Navigation sowie zu aktuell erlaubten Geschwindigkeiten dar, nicht zu vergessen die aktuell gefahrene Geschwindigkeit. Durch die Verstellung kann jeder selbst bestimmen, wo genau die Information darstellt wird. Sinnvoll schien die Anzeige etwas vor Ende der Motorhaube, also quasi auf dem Asphalt. So wich der Blick nie von der Straße ab und trotzdem war man als Fahrer über alle Informationen auf dem neuesten Stand.

Über Design lässt sich wahrlich streiten, in keinem Fall aber wird die C-Klasse ein Auto sein, dass die Nation spaltet. Schon in Marseille erregte die Limousine viel Aufsehen unter den Interessierten Franzosen. Hier kommt das Beste aus den Welten der Oberklasse in die bezahlbare Mittelklasse und mit großer Sicherheit wird das der Konkurrenz einige Schweißperlen auf die Stirn treiben, wenn Mercedes-Benz den Umsatz im Premium Segment wieder ankurbeln kann.

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Fotos & Text (c) Fabian Meßner

1 Kommentar

  1. Über acht Millionen verkaufter Fahrzeuge zählt die C-Klasse. Angefangen mit dem „190er“ geht der Kassenschlager der Stuttgarter mit dem W 205 in eine neue Generation über. Heute startet der C [..]

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