Im Test: Garmin Virb Elite

Action-Cam inkl. Aufzeichnung von GPS- und Höhendaten

Ihr macht gerne Action-Aufnahmen und denkt die GoPro sei die beste Kamera der Welt dafür? Dann macht euch gefasst etwas Wissen an den Kopf geschmissen zu bekommen, welches eure Welt erschüttern wird. Die Garmin Virb Elite mag nicht die beste Auflösung in diesem Segment haben, dennoch liefert sich im Gesamtpaket eine bessere Kamera ab, als es GoPro aktuell macht.

Zuerst einen groben Überblick über die technischen Fertigkeiten* der Garmin Virb Elite. Sie wiegt 170 Gramm, kann mit einer Auflösung bis zu 1080×1920 @ 30fps aufwarten, und sechs Fotos im Serienbildmodus schießen (Auflösung 16 Megapixel).

Was mir beim Test direkt positiv auffiel ist die blitzschnelle Anbindung per Wlan an das Smartphone. Wer die GoPro kennt, der weiß, dass dieser „Livestream“ eine Zeitverzögerung von drei Sekunden hat. Das mag ausreichen, um die Kamera auszurichten, aber für mehr auch nicht. Die Garmin Virb Elite hat eine Verzögerung von null Sekunden! Marginal stimmt das Bild nicht überein, verglichen mit der GoPro ist der Verzögerung quasi nicht existent. Das wiederum eröffnet mit der Virb Elite völlig neue Möglichkeiten in diesem Modus. Weiter kann die App auch die typischen Einstellungen vornehmen, die manchmal über die Knöpfe an der Kamera direkt etwas anstrengend sein können.

Der nächste positive Punkt ist der „Go and Roll“ Schalter an der Seite der Kamera. Egal ob sie vorher angeschaltet wurde oder nicht, wenn man den rot umrandeten Schalter nach vorne umlegt nimmt die Virb Elite sofort auf. Aus dem Ruhezustand benötigt dies zwar eine Sekunden, dennoch deutlich schneller als die GoPro und nicht nur, weil dieser ein solcher Knopf fehlt. Auf der anderen Seite ist die Virb Elite nur gegen 30 min Spritzwasser-Einfluss geschützt. Wer damit unter Wasser will, der braucht ein zusätzliches Gehäuse, was die Kamera deutlich wachsen lässt. Doch wer es kompakter möchte, der kann auf die neue (bessere, kleinere) Garmin Virb X/XE zurückgreifen. Ein Test hierzu wird folgen.

Der serienmäßig verbaute Bildschirm verfügt nicht über eine klare Farbwiedergabe, hilft aber deutlich die Kamera auszurichten bzw. zu positionieren. Der Wechselbare Akku hält in der Virb Elite bis zu drei Stunden. Wer allerdings die Remote Steuerung per ANT+ (also andere Garmin Geräte) oder Wlan per Smartphone nutzt, der muss diese Zeit etwas nach unten korrigieren. Ebenso zieht die eingebaute GPS-Datenaufzeichnung (abschaltbar) ihren Saft aus dem Akku. Damit sind wir auch schon beim nächsten Punkt angekommen, welchen die Virb Elite der GoPro voraus hat: Geo-Datenaufzeichnung.

Hierbei zeichnet die Virb Elite anhand von GPS-Daten Geschwindigkeit und Strecke auf. Diese Aufzeichnung können noch durch weitere Garmin-Geräte etwa Pulsuhr, Trittfrequenz (Fahrrad) erweitert und synchronisiert werden. In der sehr einfach zu handhabenden Virb Edit Software können diese Daten dann zusammengeführt und durch Grafiken dargestellt werden. Dieses Programm gibt es für Windows und Mac, ist wirklich kinderleicht zu verstehen, zu bedienen und wirft die Videos maximal in 1080p mit 30 Bildern pro Sekunde als mp4 aus.

  • Garmin zumo 590LM Motorrad-Navi

Die Bildqualität auf dieser Stufe ist mit der aktuellen GoPro vergleichbar. Nur wer etwa wirklich – aber wer tut das schon – die 4K-Aufnahme der GoPro nutzt kann einen Mehrwert aus dem teureren Gerät ziehen. Einzig die Befestigungsmöglichkeiten sehe ich von GoPro noch vorne. Diese sind zwar fest und scheinen sicher, sind mir allerdings doch auch nach über einem Monat noch immer suspekt. Bei Garmin wird alles „verzahnt“ und dann nur geschraubt. Aber wie hat ein Vorstand von VW so schön gesagt: „Da klappert nix“.

Bei einem aktuellen UVP von 259 Euro liegt die Virb Elite deutlich über einer GoPro Hero3 White (210 Euro), kann aber technisch (abgesehen vom Bild) mehr bieten als die 530 Euro teure GoPro 4 Black. Allerdings kostet die neuere, leicht verbesserte (und kleinere) Virb X nur schlappe 40 Euro mehr. Es obliegt nun dem Cleversten zu entscheiden, welche Action-Kamera in Zukunft aufzeichnen soll.

*Technische Daten

Abmessungen
• Abmessungen des Geräts (H x B x T): 32 mm x 53 mm x 111 mm
• Gewicht des Geräts: 170 g (Gerät), 226,7 g (Gerät und Fuß)
• Anzeigegröße: 1,4 Zoll (205 x 148)

Video
• Bildsensor: 16 MP, 1/2,3 Zoll, CMOS
• Dateityp: MP4
• 1080p-HD-Video: 1920 × 1080; 30 fps
• 960p-HD-Video: 1280 × 960; 30, 60 fps
• 720p-HD-Video: 1280 × 720; 30, 60 fps
• WVGA (Zeitlupe): 854 × 480; 120, 60 fps
• Auflösung für Fotos: 16 MP (4664 * 3496), 12 MP (4664 * 2632), 8 MP (3264 * 2448)
• Serienbildfotos: 6 pro Sekunde
• Zeitrafferfotos (Sekunden): 0,5, 1, 2, 5, 10, 30, 60

Audio
• Integriertes Mikrofon: Ja
• Externes Mikrofon: Optionaler Stereomikrofonadapter von USB auf 3,5 mm

Konnektivität
• Bluetooth®: Nein
• ANT+™-Kompatibilität: Ja (Fernbedienung)
• Schnittstelle: USB 2.0
• HDMI-Ausgang: Micro-HDMI
• WLAN-Streaming: Ja (802.11 b/g/n)

Sonstiges
• GPS: Ja
• Temperaturbereich: -15 °C bis 60 °C
• Speicher: microSD™-Karte (bis zu 64 GB); Karte nicht im Lieferumfang enthalten
• Beschleunigungsmesser: Ja
• Höhenmesser: Ja
• Wasserbeständigkeit: IPX7 (1 m/30 min)
• Bildstabilisierung: Ja (digital)
• Verzerrungskorrektur: Ja

Batterie
• Batterietyp: auswechselbarer Lithium-Ionen-Akku
• Kapazität der Batterie: 2000 mAh
• Batterie-Betriebszeit: bei 1080p (30 fps) bis zu 3 Stunden

Fotos & Text (c) Fabian Meßner

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