Im Test: Fitness Tracker Garmin vivosmart

Das Garmin Vivosmart unter der Lupe

Fitness Tracker Garmin vivosmart

Das Garmin vivosmart ist ein Fitness Tracker, der die einfache Schrittzähl-Funktion um die dauerhafte Konnektivität mit dem Smartphone erweitert. Dabei sieht das kleine schwarze Band auch noch sehr elegant aus, das technische Highlight ist dabei ganz klar das OLED-Display. Doch der Test zeigt, was schwarz-matt ist kann bekannterweise nicht unbedingt glänzen.

Das Garmin vivosmart kommt in einer kompakten Verpackung, die kaum größer ist als zwei Mars-Riegel. Und dabei könnte man die Verpackung mit Sicherheit noch kleiner gestalten, doch dann sähe es nicht mehr so gut aus. Innen finden sich dann nur der Fitness-Tracker selbst, sowie ein Aufladekabel per USB und eine Kurzanleitung. Obwohl es schon geladen ist, reagiert es noch nicht auf die Berührung. Erst muss das Smartphone die Bluetooth-Verbindung anwerfen, dann blinkt das vivosmart auf.

Der übliche Sicherheitscode wird auf dem OLED-Display angezeigt, eben diesen auf dem Smartphone bestätigen und schon kann es losgehen. Das Band lässt sich in (Large) im Armumfang anpassen,, wer nun nachmessen will, es sind 155 bis 221 Millimeter. Per Bluetooth wird man nun auf dem Laufenden gehalten über Nachrichten, Emails, Anrufe oder was man eben noch so in den Benachrichtigungen des Smartphone anzeigen lässt. Über die Wisch-Funktion kann – wer sehr geduldig ist – der gesamte Inhalt der Benachrichtigung (also teils auch komplette Nachrichten) gelesen werden. Dafür gibt es einen Daumen nach oben.

Darüber hinaus sei gesagt, dass die Notification auf dem vivosmart immer unverzögert erscheint, teils vibriert das Band bereits bevor das Smartphone über den Erhalt der neuen Email informiert. Diese Funktion erhebt das Garmin vivosmart über andere Fitness-Bänder, die diese Funktion für 169 Euro (oder vergleichbar) vermissen lassen. Auf der anderen Seite ist die Technologie vielleicht auch ein Blender. Denn in der eigentlichen Funktion des Fitness-Armbands kann das Garmin vivosmart selbstständig nur Schritte zählen. Diese immerhin überaus genau, alle anderen Fitness-Funktionen verlangen nach der mühsamen Hilfe des Benutzers.

Etwa der Kalorienzähler; dieser schätzt nur den täglichen Kalorienverbrauch und gibt scheinbar willkürlich gewählte Zahlen an. So habe ich an einem Tag, an dem ich viel unterwegs war anscheinend nur etwa 1.500 kcal verbrannt. An einem Tag, der als Experiment diente und das vivosmart still schweigend auf dem Tisch lag (also Null Schritte) hatte ich 2.300 kcal verbrannt. Wer es etwas genauer haben will, der kann seine Tageseinnahmen an Mahlzeiten über eine zusätzliche App eintragen. An der Abgabe der verbrannten Kalorien ändert diese allerdings auch nichts.

Ein weiterer in meinen Augen störender Faktor ist die Inaktivitätsanzeige. Nicht weil sie zeigt, wie lange man bereits auf dem Hintern sitzt und einen daran erinnert sich wieder zu bewegen. Nein, dabei funktioniert sie gut und motiviert durch ein kurzes vibrieren aufzustehen und sich zu bewegen. Wobei mich diese Funktion stört ist, wenn sie mich daran erinnert mich zu bewegen, während in durch den Flughafen in Frankfurt hetze. Dann kann wirklich nicht von Inaktivität gesprochen werden.

Das OLED-Display verträgt das höchste Lob, welches ich aussprechen kann, Egal ob Sonneneinstrahlung oder Stockfinster, dieses Display lässt sich immer perfekt ablesen. Wenn es denn auch auf den Doppel-Tipp auf selbiges reagiert und die Anzeige anschaltet. Scheinbar muss nämlich ein gewisser Punkt perfekt getroffen sein. Ein schiefer oder nur leicht verzögerter Doppel-Tipp (Double tap) auf das Display gibt die Informationen nämlich nicht frei.

Die Materialanmutung des gesamten Bandes ist beeindruckend. Für gewöhnlich kenne ich die Fitness Armbänder als eher billiges Accessoire, welches man besser versteckt. Nicht so beim Garmin vivosmart. Unscheinbar, elegant und dezent trägt es auf. Die Garmin-Plakette als eine Art Schnalle setzt noch einen oben drauf. Auch bei sagen wir hartem Einsatz klebt das Gummiband nicht unangenehm an der Haut fest, es wirkt gar wasserabweisend.

Erst zuletzt ist mir noch ein in meinen Augen negativer Punkt aufgefallen. Die Verbindung bzw. Synchronisierung zwischen dem vivosmart und dem Smartphone (Garmin Connect App erforderlich – kostenlos) funktioniert nur bei einer bestehenden Funknetz oder WLAN Verbindung. Im Ideallfall sollte es eine gute 3G-Verbindung sein und dabei darf man sich ironischerweise auch nicht zu sehr bewegen.

Ein positiver Faktor ist die lange Akkulaufzeit. Diese gibt Garmin selbst mit sieben Tagen an, ich musste das vivosmart allerdings erst nach knapp 10 Tagen an den USB-Port hängen. Weiter bietet das vivosmart auch die Aufzeichnung von Schlafdaten an, kann diese aber nicht wirklich verarbeiten. Zwar wird in der App die Bewegungsintensität der Nacht angezeigt, es wird aber keine „perfekte Aufwachzeit“ oder ähnliches empfohlen. Es ist einfach ein Feature ohne tiefere Bedeutung.

Man kann es also unter Umständen schon herauslesen; ich bin nicht zu 100% vom Garmin vivosmart überzeugt. Es hat nette Funktionen, bleibt aber hinter meinen Erwartungen zurück, zudem es bei der inzwischen harten Konkurrenz nicht wirklich ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten hat.

Fotos & Text (c) Fabian Meßner

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