Mazda feiert seinen 100. Geburtstag! – Mazda MX-5 Geschichte

Mazda MX-5

Anlässlich dieser Feier wollen wir der japanischen Traditionsmarke nicht nur alles Gute wünschen, sondern schauen uns auch die Geschichte des Mazda MX-5 bis zum aktuellen Sondermodell an. Und wie es sich für ein Jubiläumsmodell gehört, ist der knackige Roadster besonders hochwertig ausgestattet. Licht aus und den Spot der Trendlupe an auf den Mazda MX-5.

Schon jetzt ein gesuchter Youngtimer!

Wir blicken in das Jahr 1989: Die Geburt des Mazda MX-5 ist dick und fett im Kalender angestrichen. Warum? Glasklar, weil die Welt einen neuen, bezahlbaren Helden und Spaßmacher bekommen hat. Er hörte auf den Namen Mazda MX-5, oder in den USA Mazda Miata, und stieß die Renaissance der Roadster an.

Aber sind Roadster nicht eigentlich britische Produkte? Und was haben sie mit Japan zu tun? Eigentlich haben Japan und Groß Britannien nicht viel gemein, oder vielleicht doch? Zumindest das Konzept eines klassischen Roadsters teilen beide Nationen. So nahm der Mazda MX-5 1989 das Erbe des Triumph Spitfire auf und setzte auf klassische Roadster-Tugenden, wie Heckantrieb, geringes Gewicht, zwei knappe Ledersessel und viel Fahrspaß aus einem Motor, der aufgrund des geringen Gewichts gar nicht so viel Leistung brauchte.

Dabei waren die Aussichten anfangs nicht rosig für das Fahrzeugprojekt, da die Mazda-Marktforschung keine hohen Absatzzahlen prognostizierte. Doch die persönliche Initiative der Entwickler, allen voran MX-5 Projektleiter Toshihiko Hirai, ist es zu verdanken, dass der japanische Roadster doch realisiert wurde. Man rechnete zwar nur mit vielleicht 5.000 Einheiten im Jahr, doch man sollte sich täuschen. Bereits 1990 hatte sich der Mazda MX-5 über 140.000-fach verkauft, ein Kassenschlager! Und der Erfolg hält bis heute an. Auf diesen Zug sprangen im Laufe der Zeit weitere Hersteller auf, wie etwa Mercedes-Benz mit dem SLK, BMW mit dem Z3 und später Z4 oder Fiat mit dem Barchetta.

Doch keiner kam an den Mazda MX-5 heran, der mittlerweile Millionär ist. 2006 war es soweit und Mazda konnte den Rekord von einer Million verkauften Exemplaren für sich verbuchen. Und wir zählen weiter, schließlich gibt es mittlerweile vier Generationen.

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Was machte den Mazda MX-5 so erfolgreich?

Schauen wir uns die erste Generation, den NA, einmal genauer an. Anfangs war es sicherlich sein eher knuffiges Design, das ihn zum Verkaufserfolg machte. Kurze Abmessungen, süße Klappscheinwerfer und ein schnell nach hinten geworfenes Dach machten den Charme des Neuzeit-Roadsters aus. Dazu gesellte sich sein günstiger Unterhalt, da der 1.6 Liter Vierzylinder mit 115 PS keine großen Löcher ins Portemonnaie fraß. Doch mit dem knackigen Fünfgang-Getriebe, seiner straffen Straßenlage und ganz viel Fahrspaß spielte er sich ins Herz der Fangemeinde. Puristen ließen gerne das Kreuzchen auf der Ausstattungsliste bei der Servolenkung aus und hatten vollends puristische Fahrfreude beim Kurvenräubern. Ein echtes Highlight war die 1991 eingeführte und besonders elegante, limitierte Auflage des MX-5 in british racing green – ein Augenzwinkern in Richtung der britischen Urväter.

Leistungshungrige kamen 1994 auf ihre Kosten, als der 1.8 Liter Vierzylinder mit 131 PS eingeführt wurde. Gleichzeitig erfolgte ein dezentes Facelift, das den Mazda MX-5 vor allem sicherer machte: ABS sowie ein Fahrer- und Beifahrerairbag zählten seit 1994 zur Serienausstattung. Sparfüchse konnten ab 1995 eine 90 PS-Variante des 1.6ers kaufen. Die werksinterne Bezeichnung „NA“ darf als besonders passend zu dieser Variante genannt werden, da Leistung hier „not available“ war. Die leistungsschwache Maschine war kein großer Erfolg.

NB: die zweite Generation

1998, nach neun Jahren Bauzeit, wurde die zweite Generation des Mazda MX-5 vorgestellt: Der NB. Sein 1.6 Liter erstarkte wieder auf 110 PS, der zusätzlich erhältliche 1.8er brachte es auf 140 PS. Technisch war der NB recht eng mit der ersten Generation verwandt. Leider entfielen die Klappscheinwerfer und damit auch ein stückweit der Charme – die Crashsicherheit und eine bessere Lichtausbeute wogen einfach schwerer. Schade: Der Mazda MX-5 durchbrach als NB die magische 1.000kg-Grenze – Sicherheitsaspekte ließen den Roadster etwas ansetzen.

NC: allerlei guten Dinge sind drei!

Auf dem Genfer Autosalon 2005 vorgestellt, wirkte der NC richtig modern. Mazda setzte auf die Bodengruppe des RX-8, dem Wankelmotor-Sportler im Programm, und konnte so Kosten sparen. Gleichzeitig, wie es die Moderne verlangte, brachte diese Generation mehr Ausstattung, mehr Sicherheit, wie etwa mit einer dynamischen Stabilitätskontrolle, aber erneut mehr Gewicht mit. Entsprechend zogen stärkere Motoren unter die Haube des neuen Mazda MX-5. Als Basis diente ein 1.8er mit 126 PS, der vom 2.0 Liter mit 160 PS und einer wahlweise erhältlichen Automatik übertrumpft wurde. Aber – das weiß man einfach: Einen echten Roadster fährt man mit einer knackigen Handschaltung.

Im Herbst 2006 beugte sich Mazda dem Klappdach-Trend und stellte dem Stoffdach MX-5 eine Kunststoff-Klappdach-Variante zur Seite. Anders als viele andere Klappdach-Cabrios, lies diese Dachtechnik das Heck kaum nennenswert wachsen, sodass nur Kenner das Ganzjahrescabrio bei geöffnetem Dach sofort erkennen.

Vom knapp vier Meter langen Roadster gab es zahlreiche Sondermodelle, die seine Attraktivität steigerten. So etwa das 2010er Modell „20th Anniversary“, das mit 1.8-Liter-Motor, Stoffverdeck und sportlichen Attributen, wie Aluminiumpedalen oder einer zusätzlichen Domstrebe versehen war. Damit wollte man den Roadster-Tugenden der ersten Generation huldigen. Ein besonderes Highlight war die auf der IAA 2009 vorgestellte „Superlight“-Version. Das Dach und die Windschutzscheibe entfielen, hinzu gesellte sich eine reduzierte Innenausstattung, sodass das Gewicht um 135 kg auf insgesamt unter eine Tonne sank.

ND: Willkommen im Hier und Jetzt

Wir schreiben das Jahr 2015: Der Mazda MX-5 der aktuellen Generation entert die Showrooms. Der bereits im Herbst 2014 in Paris vorgestellte Roadster teilt sich die Basis mit dem Fiat 124 Spider, ähnelt seinem italienischen Bruder äußerlich aber kaum. Unverkennbar: Der Mazda MX-5 ND folgt als erster MX-5 dem Kodo Design-Ansatz der Japaner, der für „Seele der Bewegung“ steht und natürlich fließende Linien als Merkmale trägt.

Und der ND ist richtig modern: Er bietet LED-Scheinwerfer, ein großes Infotainment und kommt, durch gezielte Gewichtseinsparungen, wieder auf ein Kampfgewicht von knapp unter einer Tonne. Das Verdeck des Roadsters wird weiterhin manuell betätigt und zeigt, dass eine gute Dachkonstruktion nicht elektrisch erfolgen muss, sondern auch schnell und einfach von Hand bedient werden kann. Nochmals extravaganter zeigt sich der Mazda MX-5 RF, der „Retractable Fastback“. Er verfügt über ein Targa-Dach mit feststehender Heckscheibe und C-Säule. Der Mittelteil der Dachkonstruktion verschwindet auf Knopfdruck.

Reduziert wurde nicht nur das Gewicht, sondern auch der Hubraum der Einstiegsmotorisierung. Wählen kann man zwischen einem 1.5 Liter Vierzylinder mit 131 PS oder einem 2.0 Liter mit 160 PS – beide sind frei atmende Sauger. Fiat verwendet bei seinem 124 Spider aufgeladene 1.4 Liter Turbo-Benziner. Beim Mazda MX-5 ND immer mit an Bord: eine Sechsgang-Handschaltung – natürlich mit kurzen Schaltwegen, wie es sich für einen Roadster gehört. Einzige der RF wird mit einer Automatik angeboten. Im letzten Jahr erfolgte eine dezente Modellpflege, bei der vor allem auf die Euro 6d-temp-Abgasnorm umgestellt wurde – der Mazda MX-5 hat also eine saubere Weste.

Nun gibt es, zur Feier des 100. Geburtstags der Traditionsmarke, Sondermodelle, die sofort ins Auge stechen und beim Mazda MX-5 die Roadster-Tugenden besonders unterstreichen. So kontrastieren die Sitze und Innenraumapplikationen in burgunderrot schön mit der strahlendweißen Außenlackierung. Dies Kombination, in Verbindung mit dem burgunderroten Verdeck, soll an den Mazda 360 erinnern, den ersten Roadster der Japaner.

Während man bei der Wahl des 1.5-Liter-Motors 16-Zoll-Felgen von Rays bekommt, ist der 2.0-Liter- Motor mit 17-Zoll-Leichtmetallfelgen in schwarz ausgestattet, die vom Spezialisten BBS zugeliefert werden. Die Spiegelkappen sind hier in schwarz gehalten. Beim RF bekommt das Dachmittelteil ebenfalls den dunklen Anstrich. Das war es aber natürlich noch nicht. Der Mazda MX-5 fährt als Jubiläumsedition ebenfalls mit dem i-Activesense-Paket vor. Es enthält den City-Notbremsassistenten Plus, eine Müdigkeitserkennung, eine Rückfahrkamera sowie eine Verkehrszeichenerkennung. Hinzu kommen eine erweiterte Anzeige im Instrumententräger mit 4,6-Zoll-TFT-Display, sowie zahlreiche Logos zum 100. Geburtstag an verschiedenen Stellen im Innenraum, wie etwa auf den Fußmatten, den Kopfstützen oder auf dem Funkschlüssel. Und unter uns: so sexy wie heute, war der Mazda MX-5 wohl noch nie. Und wo sonst findet man heute noch so puristischen Fahrspaß, der auch noch bezahlbar ist?

Fotos (c) by Mazda