Mazda MX-5 Ein Roadster reinsten Wassers

Die Roadster-Legende mit der sportlichsten Umsetzung des KODO – Soul of Motion Designs verspricht Fahrspaß pur

Mazda MX-5 Ein Roadster reinsten Wassers

Was wird nicht immer gepredigt: Ein Roadster muss klein, leicht und stark sein. Wohin geht die Reise aber zumeist? Cabrios werden immer ausufernder. Sowohl die Abmessungen, wie auch das Gewicht steigen, um unserem immer größer werdenden Ansprüchen nach Komfort und Luxus gerecht zu werden. Käme der Mazda MX-5 aus Frankreich, könnte man meinen, dass er so etwas wie das kleine gallische Dorf sei, das noch nicht von diesem Wahn betroffen sei. Schließlich pfeift der Japaner auf Größe, Speck und Völlerei. Er ist einer der letzten echten Roadster und macht mit diesem ehrlichen Charakter reichlich Spaß.

Und mit genau diesem Charakter stößt das kleine Cabriolet auf reichlich Zuspruch: Gerade erst wurde der Mazda MX-5 zum World Car of the Year 2016 gewählt – welch Ehrung! Damit aber noch nicht genug, hat der japanische Kult-Roadster auch den World Car Design of the Year 2016 Preis eingeheimst. Darüber hinaus bekam der MX-5 im letzten Jahr auch noch den Red Dot Design Award für sein herausragendes Design.

Und das kann sich wahrlich sehen lassen. Wie es sich für einen Mazda der aktuellen Generation gehört, wurde auch der Roadster nach dem Kodo Design entworfen. Das bedeutet genauer, dass die dynamisch fließende Linienführung keinen Aufhängungspunkt für die Augen gibt, der den Fluss stört. Durch die klaren, weichen Linien wollen die Japaner die Sinne ansprechen und die Lebendigkeit sowie den Bewegungsdrang des Roadsters unterstreichen.

Mazda MX-5

Mazda MX-5

Mazda MX-5

Das sollte ihnen gelungen sein: Mit seiner markant geduckten Haltung zieht der MX-5 die Blicke auf sich. Daraus ergibt sich darüber hinaus ein entscheidender Vorteil: Die herausragende Aerodynamik. Dank der „Top Down” Ausrichtung führt der Luftstrom sanft über die Passagiere hinweg und streichelt ihre Frisuren nur mit Vorsicht. Vorbild für diese ausgeklügelte Aerodynamik war die Silhouette eines Wassertropfens, der dem Wind ähnlich wenig Angriffsfläche bietet.

Kommen wird zu den Design-Highlights des Mazda MX-5. Als solches dürfen ganz klar die Voll-LED-Scheinwerfer gezählt werden. Sie schauen grimmig drei und wirken – nicht zuletzt durch ihr geringe Größe – wie zusammengekniffene Augen. Darunter verbirgt sich der typische Mazda Kühlergrill, der einen freudig aufgerissenen Lach-Mund darstellen will. Dennoch überwiegt meiner Ansicht nach der aggressive Look und passt damit gut zum Konzept. Weiteres Highlights sind die, für die höheren Ausstattungslinien vorbehaltenen, 17-Zoll-Leichtmetallräder und der knackige Heckabschluss. Mit seinen Sichelartigen Heckleuchten gibt sich der MX-5 aus dieser Ansicht betont keck.

Wo wir gerade beim Thema Ausstattungen sind. Der Mazda MX-5 wird in vier Linien angeboten: der Prime Line, der Center Line, der Exclusive Line und der Sport Line. Wenn man sich die Ausstattungsumfänge zu Gemüte führt, wird man schnell merken, dass die Basis-Ausstattung eigentlich vollkommen reicht. Von der Klimaanlage über das Audiosystem hin zu 16-Zoll-Leichtmetallrädern und den Voll-LED-Scheinwerfern ist alles dabei. Und viel mehr braucht es für einen puristischen Roadster auch nicht, oder? Vielleicht ist da doch etwas: Leistung. Das einzige Manko der Prime Line ist, dass sie nur mit der kleinen 1.5 Liter Maschine erhältlich ist.

Klar reicht das Basis-Aggregat vollkommen aus, schließlich wiegt der aktuelle MX-5 vom Typ ND weniger als eine Tonne. Und auch das Datenblatt liest sich für den kleinen Hubraum und die daraus resultierenden 131 PS passabel: Den Standard-Spurt legt der Roadster in 8,3 Sekunden hin und lässt es erst bei 204 km/h Topspeed bewenden. Dennoch geht die klare Empfehlung an die 2.0 Liter Maschine mit 160 PS. Die Durchzugskraft ist eindeutig besser, der Antritt satter und erst die daraus resultierenden Fahrleistungen denen eines kleinen Sportwagens würdig. So rennt das große Aggregat zwar nur zehn Stundenkilometer mehr, braucht aber auch eine Sekunde weniger auf 100 km/h.

Spannend ist, dass Mazda fest daran festhält, auf Hubraum zu setzten und auf Aufladung zu verzichten. Ganz genau: Die beiden Aggregate sind „Sauger“ und generieren ihre Leistung über das Drehzahlband. Wie es auch geht – nicht zwingend besser, aber eben anders – zeigt Fiat mit dem 124 Spider. Der nahezu baugleiche Bruder des Mazda MX-5 vertraut auf den im Fiat-Konzern bekannten 1.4 Liter Motor mit Turbolader und quetscht 140 PS aus ihm heraus. Doch die Leistungsentfaltung ist eine ganz andere und passt gut in die heutige Zeit.

Vielleicht spendiert uns Mazda in Zukunft ja noch eine schärfere Version? Vielleicht auch im brandneuen Mazda MX-5 RF? Diese Variante kommt ohne die knappe Stoffmütze aus, verfügt dafür aber über eine todschicke Fastback-Form und bietet ein elektrisch einklappbares Targa-Dach. Noch vor seiner Premiere am 15. Oktober in Rom hat dieser Japaner eine feste Fan-Base errungen.

Mazda MX-5

Mazda MX-5

Mazda MX-5

Bleiben wir aber noch einen kleinen Moment bei den Ausstattungen. Los geht mit der Prime-Line bei 21.490 Euro. Hier sind, wie bereits erwähnt, schon die wichtigsten Details enthalten. Man ist aber auch an den Basis-Motor gebunden. Will man den 2.0 Skyactive unter der Haube haben, muss es mindestens die Exclusive Line für 24.190 Euro sein. Die Top-Ausstattung Sportsline kommt sogar auf knapp 26.300 Euro. Farblich gönnt einem Mazda nur das – zugegebenermaßen sehr gut passende – Purweiß. Möchte man einen der anderen Farbtöne, werden entweder 520 oder 750 Euro Aufpreis fällig.

So wird der Mazda MX-5 nicht mehr zu dem Schnäppchen, das er einmal war. Das relativiert sich aber, wenn man einmal schaut, was der kleine Roadster aber alles bietet. So sind moderne Assistenten wie ein Spurwechsel- und Spurhalteassistent ebenso erhältlich, wie ein Fernlichtassistent. Als Extra gibt es in der Top-Ausstattung nur noch das Navigationssystem MZD Connect. Es umfasst die Kommunikation genauso wie die Unterhaltung und kostet rund 700 Euro. Inbegriffen sind hier schon das Telefonieren via Bluetooth, das Audiostreaming und Internet-Radios. Zudem bietet Mazda Apps für News und Social Media an.

Angezeigt wird alles auf dem Farbdisplay auf dem Armaturenbrett. Die Steuerung erfolgt entweder über den und Multi-Commander oder über einen Sprachbefehl. Beides gelingt gleichermaßen gut, wie intuitiv. Eine genauere Beschreibung liefert unser Fahrbericht über den Fiat 124 Spider, in dem wir genauer auf das System eingehen. Es wurde 1:1 von Mazda übernommen.

Kommen wir aber endlich zum Wichtigsten am offenen Mazda – dem Fahrspaß! Dank der neuen elektronischen Lenkung in Doppelritzel-Ausführung ist eine schnelle und direkte Umsetzung der Steuerbefehle garantiert und ein Lächeln meißelt sich ins Gesicht des Fahrers. Hinzu gesellt sich außerdem der Heckantrieb, der zu einem waschechten Sportwagen gehört, wie die Butter aufs Brot. Dank dieser Trennung von Lenkung und Antrieb zieht der Mazda MX-5 herrlich neutral seine Bahnen und bietet eine Menge Fahrspaß. Vor allem, wenn man auf die aufpreispflichtige Automatik verzichtet und mit dem knackigen Sechsgang-Getriebe die Gänge von Hand wechselt.

Sauber rasten die Stufen auf den kurzen Schaltwegen ein und entlocken den Antrieben damit eine gleichmäßige Leistungsentfaltung. Entscheidend für den Spaß ist aber auch die optimale Gewichtsverteilung von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse. Und mit dem niedrigen Schwerpunkt sowie dem Gewicht, das je nach Motorisierung, um eine Tonne schwankt, kann kaum noch etwas das echte Roadster-Fahrerlebnis zerstören.

Hat man die erste Spaß-Tour im Mazda MX-5 hinter sich gebracht, kann man einen Blick auf das ansehnliche Cockpit werfen. Hier haben die Japaner das KODO-Design weitergeführt und sorgen afür, dass die Übergänge zum Exterieur verschwimmen. So lackierte man Teile des Innenraums in der Karosseriefarbe und schaffte einen attraktiven Materialmix, der von der reduzierten Optik im Innenraum unterstützt wird. Hinzu kommt, dass das Cockpit den Fahrer und seinen Beifahrer angenehm umschließt und die beiden so zu einer Einheit mit dem Fahrzeug werden. So eng sogar, dass die meisten den Mazda MX-5 nicht mehr verlassen wollen.

Mazda MX-5

Weitere Informationen findet ihr unter www.mazda.de

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