Eine Woche Wanderurlaub im Zillertal bei Mayrhofen

Wanderurlaub im Zillertal: Authentische Erlebnisse rund um die Hubertushütte

Nach einer entspannten Anreise erreichen wir am späten Nachmittag Mayrhofen im Zillertal. Unsere Unterkunft, die Hubertushütte am Oberkumbichl oberhalb von Mayrhofen, entpuppt sich sofort als Volltreffer: ein rustikales Holzhäuschen auf ca. 670 m Höhe, nur wenige Gehminuten vom Ortszentrum entfernt und doch himmlisch ruhig gelegen. Vom Grundstück aus blicken wir direkt auf die umliegenden Berge – allen voran auf den Actionberg Penken gegenüber. Nachdem wir den Hüttenschlüssel übernommen und unser Gepäck verstaut haben, genießen wir erst einmal die erste Bergluft auf der Terrasse. Die Abendsonne taucht das Zillertal in goldenes Licht, und die Stille wird nur vom Läuten entfernter Kuhglocken unterbrochen. Dieser direkte Start ins Hüttenleben fühlt sich großartig an und stimmt uns perfekt auf die kommenden Wandertage ein.

Anreisetipp: Unbedingt früh genug den Schlüsselübergabe-Termin mit der Hüttenverwaltung abklären. Wir haben zwei Tage vor Anreise die Verwalterin, Frau Margit, angerufen und ein Zeitfenster ausgemacht – so konnten wir entspannt ankommen, ohne vor verschlossener Tür zu stehen. Sie erwartete uns bereits freundlich und zeigte uns die Hütte. Dieser herzliche Empfang hat den Start in den Urlaub gleich noch angenehmer gemacht.


Noch am ersten Abend unternehmen wir einen kurzen Spaziergang in der Umgebung, um uns die Beine zu vertreten. Ein kleiner Forstweg führt hinter der Hütte durch duftenden Nadelwald zu einem Aussichtspunkt. Von hier oben sehen wir die Lichter von Mayrhofen im Tal funkeln, während über den Bergkämmen langsam die Dämmerung hereinbricht. Unsere Vorfreude ist riesig: In den nächsten Tagen wollen wir einige der schönsten Wanderungen der Region erkunden. Zurück an der Hütte planen wir bei einer Tasse heißem Tee die Touren für die Woche und fallen danach zufrieden in die gemütlichen Betten – bereit für das Abenteuer am nächsten Morgen.

Zillertal

Wanderung im Stilluptal – Wasserfallparadies am Speichersee | Zillertal

Tour-Daten: ca. 15 km Rundweg, ≈ 350 Höhenmeter, Gehzeit rund 4 Stunden, mittelschwere Wanderung.

Gleich zum Auftakt steht eine Tour ins nahegelegene Stilluptal auf dem Programm. Nach dem Frühstück fahren wir ein kurzes Stück mit dem Auto Richtung Süden. Eine schmale Mautstraße (Gebühr 12 €) windet sich mit bis zu 15 % Steigung etwa 8 Kilometer den Berg hinauf – nichts für schwache Nerven am Steuer. Am Gasthof Wasserfall auf etwa 1.100 m Höhe stellen wir den Wagen ab. Hier beginnt unsere eigentliche Wanderung entlang des Stillupspeichers, einem smaragdgrünen Stausee, der von steilen, bewaldeten Berghängen eingerahmt wird.

Der breite Wanderweg führt uns zunächst gemütlich am Ufer des Sees entlang. Überall stürzen Wasserfälle von den Felswänden in die Tiefe – mal als feine Silberschleier, mal als tosendes Wassergetöse. Jeder neue Blick ist beeindruckend, wir bleiben oft stehen und zücken die Kamera. Je weiter wir ins Tal hineingehen, desto tiefer dringen wir in die Bergwelt des Naturparks vor. Nach etwa zwei Stunden erreichen wir den Talschluss bei der Grünen-Wand-Hütte (1.438 m). Über dieser Alpenvereinshütte macht ihrem Namen alle Ehre ein gewaltiger Wasserfall die gegenüberliegende Felswand hinab – ein echtes Naturschauspiel und das Highlight der Tour. Wir gönnen uns eine Verschnaufpause, trinken frisches Quellwasser und genießen die Szenerie: Hier hinten im Stilluptal ist die Luft feucht und voller Energie, und die umliegenden Gipfel ragen imposant in den Himmel.


Auf dem Rückweg kehren wir noch kurz beim Gasthof Wasserfall ein, der idyllisch an einem Bachlauf liegt. Ein kühles Radler und ein Teller hausgemachter Kaiserschmarrn sind der wohlverdiente Abschluss dieser Wanderung. Gestärkt und glücklich machen wir uns schließlich wieder an den Abstieg bzw. die Rückfahrt. Bereits am ersten Tag hat uns das Zillertal gezeigt, was es kann: rauschende Wasserfälle, glasklare Bergseen und unberührte Natur direkt vor der Haustür. Abends auf der Hubertushütte lassen wir den Tag Revue passieren – und können es kaum erwarten, morgen die nächsten Pfade zu erkunden.

Schleierwasserfall in Hintertux – Panorama und Picknick auf der Bichlalm

Tour-Daten: ca. 7 km Rundweg, ≈ 500 Höhenmeter, Gehzeit rund 3 Stunden, mittelschwere Wanderung.

Am zweiten Wandertag fahren wir ins Tuxertal bis nach Hintertux (ca. 30 Minuten von Mayrhofen). Dort startet unsere Rundwanderung zum Schleierwasserfall, einem der schönsten Wasserfälle der Region. Früh am Morgen stellen wir das Auto an der Talstation der Gletscherbahn (≈ 1.500 m) ab und machen uns auf den Weg. Zunächst steigen wir gemütlich über einen Waldpfad bergan. Die frische Morgenduft der Zirben und Lärchen begleitet uns, während wir an Höhe gewinnen. Nach etwa einer Stunde lichtet sich der Wald, und wir hören bereits das Donnern des Wassers.

Der Schleierwasserfall liegt auf etwa 1.700 m Höhe und macht seinem Namen alle Ehre: Das Wasser des Tuxbachs fällt in einem breiten Schleier über die Felsen in ein grünes Becken. Von einem kleinen Aussichtspunkt mit Holzbank können wir das Schauspiel aus nächster Nähe betrachten – und auch ein wenig den kühlen Sprühnebel auf der Haut spüren. Ein besonderes Extra: Im Hintergrund ragt der weiße Gletscher des Hintertuxer Ferners hervor. Was für ein Kontrast – unten tosendes Wasser, oben ewiges Eis! Wir nutzen die Gelegenheit für ein paar Fotos und eine Trinkpause, während die Sonne langsam über die Gipfel klettert.


Vom Wasserfall führt unser Weg weiter hinüber zur Bichlalm (1.695 m). Ein angenehmer Forstweg bringt uns nach kurzer Zeit zu dieser urigen Almhütte mit großer Sonnenterrasse. Gerade rechtzeitig zur Mittagszeit kommen wir an und legen eine gemütliche Rast ein. Bei einer Brettljause und herrlichem Bergblick ruhen wir uns aus – direkt vor uns thronen die mächtigen Eisfelder des Hintertuxer Gletschers. Die Atmosphäre auf der Alm ist entspannt und familiär: Hühner scharren im Hof, und ein paar Ziegen grasen unbeeindruckt neben den Tischen.

Nach der Stärkung treten wir den Rückweg an. Ein sanft abfallender Wanderpfad führt uns in gut einer Stunde zurück zum Ausgangspunkt im Tal. Unten in Hintertux angekommen, gönnen wir uns noch einen schnellen Kaffee, bevor es zurück nach Mayrhofen geht. Fazit des Tages: Die Schleierwasserfall-Runde ist eine abwechslungsreiche Tour, die spektakuläre Wasserfall-Szenen mit Panorama-Ausblicken auf den Gletscher vereint. Ideal, um etwas alpine Höhenluft zu schnuppern, ohne dass es zu anstrengend wird. Entsprechend zufrieden und mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck kehren wir am Nachmittag zur Hubertushütte zurück und verbringen den Rest des Tages entspannt mit Kartenspielen und Hüttengemütlichkeit.

Zillergrund – Auf dem Weg nach „Klein Tibet“ / Zillertal

Tour-Daten: ca. 14 km Hin- und Rückweg, ≈ 450 Höhenmeter, Gehzeit rund 4 Stunden, mittelschwere Wanderung.

Heute steht eine Tour in den Zillergrund auf dem Plan, einem weiteren Seitental, das sich östlich von Mayrhofen erstreckt. Wir haben viel über das sogenannte „Klein Tibet“ im Zillergrund gehört und sind neugierig, was es damit auf sich hat. Früh am Morgen fahren wir mit dem Bus die Zillergrund-Landesstraße hinauf. Wir stehen oben auf der gewaltigen Staumauer des Zillergründl-Speichers (1.850 m). Tiefblau und riesig liegt der Stausee vor uns, umrahmt von schneebedeckten Gipfeln – ein Anblick, der uns einen Moment den Atem stocken lässt.


Direkt an der Staumauer befindet sich ein Berggasthaus namens Adlerblick. Wir steigen ein paar Stufen zur Panorama-Terrasse hinauf und gönnen uns ein zweites Frühstück mit Aussicht. Das Zillertal präsentiert sich hier oben tatsächlich fast ein wenig exotisch: Der See schimmert türkisfarben, die Sonne spiegelt sich darin, und Gebetsfahnen flattern im Wind. Entlang des Uferwegs sind an einigen Stellen bunte tibetische Fahnen und sogar kleine Gebetsmühlen angebracht – daher der Spitzname „Klein Tibet“ für diesen Ort. Mit jedem Schritt entlang des Sees fühlen wir uns wie auf einer Pilgerroute im Himalaya, nur dass ringsum saftige grüne Almwiesen liegen. Auf dem Weg passieren wir mehrere tosende Gebirgsbäche, die sich als Wasserfälle in den Stausee ergießen. An den Felswänden entdecken wir vereinzelt Murmeltiere, die pfeifend vor uns warnen und dann blitzschnell in ihren Bau huschen.


Unser Ziel ist die Hohenaualm am hinteren Ende des Sees. Nach einem gut einstündigen, nahezu ebenen Ufermarsch – inklusive eines eindrucksvollen Tunnels durch den Berg – erreichen wir die Alm auf etwa 1.860 m Höhe. Sie ist wirklich einzigartig: Vor der urigen Holzhütte flattern noch mehr Gebetsfahnen, und es gibt sogar ein paar bunte Gebetsmühlen. In diesem alpinen „Klein-Tibet“ legen wir natürlich eine Pause ein. Die umliegenden Dreitausender sind zum Greifen nah, und doch ist es hier erstaunlich friedlich, fast meditativ. Man spürt, warum dieser Ort so genannt wird.

Für den Rückweg nehmen wir denselben Weg entlang des Sees zurück. Die Nachmittagsstimmung taucht die Landschaft in warmes Licht, und wir sind fast allein unterwegs. An der Adlerblick-Hütte auf der Staumauer gönnen wir uns zum Abschluss noch einen hausgemachten Apfelstrudel – den können wir uns nach der Strecke ohne schlechtes Gewissen gönnen. Müde, aber erfüllt kehren wir am Abend zu unserer Hubertushütte zurück. Der Zillergrund-Ausflug war definitiv ein Höhepunkt unserer Woche: magische Landschaft und Fernweh-Flair im Herzen der Zillertaler Alpen.

Lokale Wanderungen und Zeit zum Durchatmen

Nach drei längeren Touren gönnen wir uns heute einen etwas ruhigeren Tag. Ausschlafen, ein ausgiebiges Hüttenfrühstück und die Seele baumeln lassen stehen am Morgen auf dem Plan. Das Wetter spielt mit – ein Sonne-Wolken-Mix –, also beschließen wir am Nachmittag doch noch eine kleine Wanderung direkt von Mayrhofen aus zu unternehmen.

Wir wählen den Steinerkogel, einen Aussichtspunkt oberhalb des Ortes, als Ziel. Vom Ortsrand führt ein gut ausgeschilderter Steig in etwa einer Stunde hinauf. Der Anstieg ist kurz, aber knackig – ideal, um die Muskeln etwas zu lockern, ohne gleich wieder den ganzen Tag unterwegs zu sein. Oben auf rund 1.270 m angekommen, werden wir mit einem herrlichen Blick belohnt: Tief unten liegt Mayrhofen, und gegenüber erkennt man die Bergstation der Ahornbahn und die mächtigen Felswände des Ahornmassivs. Direkt am Steinerkogel befindet sich ein gemütlicher Gasthof, wo wir uns auf der Terrasse einen Kaffee gönnen. Fast könnte man vergessen, dass unten im Tal Trubel herrscht – hier oben ist es wunderbar friedlich.

Den restlichen Tag verbringen wir entspannt. Zurück im Tal bummeln wir noch ein wenig durch Mayrhofen, schauen in ein paar Läden mit Sportausrüstung und lokalen Spezialitäten und decken uns mit Proviant für den nächsten Tag ein. Am Abend kochen wir in der Hütte gemeinsam ein großes Pastaessen und genießen anschließend den klaren Sternenhimmel. Diese ruhigeren Momente gehören für uns genauso zum Urlaub wie die anstrengenden Gipfelstunden. Sie geben Gelegenheit, die vielen Eindrücke sacken zu lassen und einfach das einfache Hüttenleben zu genießen – ohne Hektik, ohne Verpflichtungen.


Panorama vom Ahorn – Höhenluft über Mayrhofen

Für unseren letzten vollen Wandertag haben wir uns noch ein besonderes Erlebnis vorgenommen: einen Ausflug auf den Genießerberg Ahorn direkt bei Mayrhofen. Bequem lassen wir uns am Morgen mit der Ahornbahn – einer der größten Gondelbahnen Österreichs – hinauf zur Bergstation auf knapp 2.000 m bringen. Oben eröffnet sich ein fantastisches Panorama über das gesamte Zillertal. Wir schnüren die Wanderschuhe nochmal fester und machen uns auf den Weg zur Karl-von-Edel-Hütte (2.238 m). Ein gut ausgebauter Panoramaweg schlängelt sich vom Ahornplateau in etwa einer Stunde leicht ansteigend zur Hütte. Unterwegs bieten sich immer wieder Ausblicke in die Tiefe: Mayrhofen wirkt von hier oben winzig. In der Ferne erkennen wir sogar den Stillupspeicher, den wir zu Beginn der Woche erwandert hatten, sowie die schimmernden Eiskuppen der Zillertaler Gletscher.

An der Edel-Hütte angekommen, legen wir unsere letzte Hüttenrast dieser Reise ein. Das urgemütliche Schutzhaus ist bei Wanderern beliebt – hier treffen sich Tagesgäste wie wir und Bergsteiger, die von mehrtägigen Touren kommen. Bei einer kräftigen Kaspressknödelsuppe sitzen wir auf der Terrasse und schauen hinüber zum Gipfel der Ahornspitze, der mit seinen fast 3.000 m Höhe die Szene dominiert. Einige besonders fitte Wanderer machen sich von hier auf den Weg zum Gipfelkreuz der Ahornspitze, doch wir begnügen uns heute mit dem Rundumblick ohne weitere Kraxelei. Schließlich ist dies unser Genusstag.

Für den Abstieg nehmen wir den gleichen Weg zurück zur Bergstation. Wer mag, könnte alternativ auch zu Fuß ins Tal laufen – aber das wären über 1.300 Höhenmeter bergab, und unsere Knie bedanken sich, dass die Seilbahn wartet. Am frühen Nachmittag schweben wir also gemütlich zurück nach Mayrhofen. Den restlichen Tag verbringen wir ganz in Ruhe: Ein letzter Spaziergang durch den Ort, ein paar Mitbringsel einkaufen und das Packen der Rucksäcke stehen auf dem Programm, denn morgen heißt es Abschied nehmen.

Hubertushütte in Mayrhofen

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Kulinarische Einkehrtipps: Almhütten mit regionaler Küche

Wandern macht hungrig – und zum Glück bietet das Zillertal zahlreiche Gelegenheiten, sich unterwegs mit herzhaften Schmankerln zu stärken. Hier einige kulinarische Einkehrtipps entlang unserer Wege, die uns besonders begeistert haben:

  • Gasthaus Wasserfall (Stilluptal) – Direkt am Stillup-Stausee gelegen. Perfekt für einen Kaffee oder Radler zum Start oder Abschluss der Wanderung. Der hausgemachte Apfelstrudel war fluffig und fruchtig, sehr zu empfehlen!
  • Alpengasthof Stillupperhaus (Stilluptal) – Idyllisch am Talende des Sees. Hier lohnt eine Pause für Speckknödelsuppe oder ein einfaches Butterbrot mit frischer Almbutter. Die Aussicht von der Terrasse auf den See ist traumhaft.
  • Grüne Wand Hütte (Stilluptal) – Rustikale Berghütte auf ~1.450 m. Unbedingt den Kaiserschmarrn oder das Gröstl probieren. Die Portionen sind großzügig, und die urige Atmosphäre in der Stube ist echtes Hüttenfeeling.
  • Hohenaualm „Klein Tibet“ (Zillergrund) – Einzigartige Hütte mit tibetischem Flair. Hier gibt’s Zillertaler Hausmannskost: Graukäse, Melchermuas (eine süße Mehlspeise) oder frischen Milchkaffee. Die Spezialität des Hauses ist der Kaiserschmarrn – außen knusprig, innen fluffig, genau richtig! Dazu die Aussicht auf die Gletscher ringsum – ein unvergesslicher Einkehrstopp.
  • Bichlalm (Hintertux) – Sonnenterrasse mit Panorama, bekannt für traditionelle Tiroler Küche. Wir haben hier den besten Apfelstrudel der Reise gegessen. Auch die Speck-Jausenplatte, die wir am Nachbartisch sahen, sah fantastisch aus: Bergkäse, Hirschsalami, Bauernbrot – alles lokal. Ein Ort, an dem man leicht länger sitzt als geplant.
  • Café Kostner (Mayrhofen) – Nicht auf einem Berg, aber im Ort. Falls nach den Wanderungen Lust auf etwas Süßes ist: dieses Café/Patisserie bietet himmlische Torten, Eis und Kaffee in gemütlicher Atmosphäre. Perfekt, um einen aktiven Tag ausklingen zu lassen.

Unser Tipp generell: In den Zillertaler Almhütten sollte man unbedingt regionale Spezialitäten kosten. Ob Kasspatzln, Zillertaler Krapfen (gefüllte Teigtaschen) oder eine einfache Brettljause – die Produkte sind oft direkt von der Alm oder aus dem Tal und schmecken daher besonders authentisch. Und natürlich darf ein Zillertal Bier am Ende einer Wanderung nicht fehlen, um auf die geschafften Höhenmeter anzustoßen!

Abreise und Fazit – Bergabenteuer mit Wiederholungsbedarf – Zillertal

Eine Woche neigt sich dem Ende zu. Am nächsten Morgen heißt es früh aufstehen, die Hubertushütte besenrein hinterlassen (gehört zum Hüttenleben eben dazu) und den Schlüssel zurück an die Verwalterin geben. Wir verabschieden uns von „unserer“ Hütte mit einem weinenden und einem lachenden Auge – ungern lassen wir diese gemütliche Unterkunft und die klare Bergluft zurück, aber zugleich sind wir dankbar für die unvergesslichen Erlebnisse der vergangenen Tage.

Unser Wanderurlaub im Zillertal bei Mayrhofen war in jeder Hinsicht ein Volltreffer. Jede Tour war anders: vom wasserreichen Stilluptal über den aussichtsreichen Schleierwasserfall bis hin zum nahezu meditativen Klein Tibet im Zillergrund. Dazwischen lagen Hüttenabende am Kachelofen, Sternenhimmel und morgendliches Vogelgezwitscher – einfache Dinge, die den Kopf frei machen. Die Mischung aus Aktivität und Entschleunigung hat uns unglaublich gutgetan.

Für Wanderfreunde können wir Mayrhofen und Umgebung wärmstens empfehlen: Die Wege sind bestens markiert, für jede Kondition ist etwas Passendes dabei, und die Einkehrmöglichkeiten von urigen Almen bis zu gemütlichen Gasthöfen machen jede Tour auch kulinarisch zum Erlebnis. Unsere Ausrüstung haben wir tatsächlich für alle Touren gebraucht – vom Regenjacke (ein kurzer Schauer im Stilluptal) bis zum Fernglas (Murmeltiere beobachten!). Überrascht waren wir von der hervorragenden Infrastruktur: selbst auf abgelegenen Almwegen trafen wir immer wieder auf Hinweisschilder, und in vielen Hütten gibt es WLAN – obwohl wir das gar nicht vermisst haben.

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Zum Schluss bleibt uns nur zu sagen: Danke, Zillertal! Diese Woche in den Bergen hat uns reich beschenkt – mit tollen Aussichten, körperlicher Herausforderung und ganz viel frischer Energie. Der Abschied fällt schwer, doch eins ist sicher: Wir kommen wieder. Die Tiroler Bergwelt hat noch viele Abenteuer für uns parat, und nach diesem Urlaub fühlen wir uns mehr denn je bereit, sie zu erleben. In diesem Sinne – Servus und bis zum nächsten Mal, Zillertal!

Praktische Tipps für Ausrüstung, Vorbereitung und Freizeitgestaltung | Zillertal

Zum Abschluss möchte ich noch einige Tipps teilen, die unsere Wanderwoche im Zillertal angenehm und sicher gemacht haben – von der richtigen Ausrüstung bis zu kleinen Helferlein und Freizeitideen:

Ausrüstung & Vorbereitung:

  • Wanderschuhe: Unbedingt gutes, eingelaufenes Schuhwerk mit griffiger Sohle mitbringen. Viele Wege sind zwar einfach, aber es gibt auch steinige Passagen und Nässe durch Wasserfälle. Unsere knöchelhohen Bergschuhe haben sich bezahlt gemacht.
  • Rucksack-Packliste: Was bei uns nie fehlte: Regenjacke, Trinkflasche (mind. 1–2 Liter pro Person, es gibt aber oft Quellen oder Hütten zum Auffüllen), Sonnencreme, Sonnenbrille, ein kleines Erste-Hilfe-Set (Blasenpflaster!), Wanderkarte oder offline-App, und etwas Proviant (Müsliriegel, Obst). Tipp: Eine leichte Stirnlampe mitzunehmen, hat sich als nützlich erwiesen – nicht nur für Tunnels am Zillergrund, sondern auch falls man mal unerwartet in die Dämmerung kommt oder nachts vor die Tür muss.
  • Kleidung: Wie erwähnt Zwiebelprinzip. Wir hatten Funktionsshirts, Fleecejacke und dünne Wind-/Regenjacke dabei, dazu Wechselsocken. Am Schleierwasserfall bekamen wir etwas Sprühregen ab – hier war eine leichte Softshell perfekt. Wanderhosen mit abnehmbaren Beinen sind praktisch, wenn es nachmittags heiß wird.
  • Wanderstöcke: Wer Knieprobleme hat, dem rate ich zu Teleskopstöcken, vor allem bergab (z.B. vom Schleierfall oder von der Valentinskapelle herunter). Zwei aus unserer Gruppe nutzten Stöcke und waren sehr zufrieden, gerade bei längeren Abstiegen.
  • Planung: Informiert euch vorab über die Touren – z.B. über Länge, Höhenmeter und Öffnungszeiten von Hütten. Wir haben abends in der Hütte immer die Tour für den nächsten Tag besprochen und Alternativen überlegt (für Schlechtwetter oder falls jemand müde ist). Dabei hilft das Tourismusbüro Mayrhofen mit Infomaterial, und viele Infos findet man online. Dennoch: Vor Ort können Verhältnisse anders sein (z.B. Wege gesperrt wegen Holzarbeiten – sowas sahen wir einmal). Flexible Planung und nicht stur am ursprünglichen Plan hängen, lautet die Devise. Sicherheit geht vor – im Zweifel lieber umkehren oder Plan B wählen.

Freizeitgestaltung & Erholung:

  • Pausentag einlegen: Scheut euch nicht, in einer Wanderwoche auch mal einen „Lazy Day“ einzulegen. Wir haben gemerkt, wie gut uns der entspanntere dritte Tag tat. Die Muskeln erholen sich und die Vorfreude auf die nächsten Touren steigt wieder. Es gibt genug zu tun: Freibad, Sauna, eine Runde Minigolf in Mayrhofen oder einfach auf der Hüttenterrasse ein Buch lesen – Hauptsache, es tut euch gut.
  • Kultur & Brauchtum: Falls das Wetter gar nicht mitspielt, lohnt ein Besuch im Heimatmuseum in der Nähe (in Zell am Ziller gibt es z.B. ein spannendes Heimatmuseum) oder ein Abstecher zu einer Käserei. Im Zillertal sind Musik und Brauchtum allgegenwärtig – vielleicht habt ihr Glück und erwischt eine Zillertaler Musikveranstaltung im Dorf. Wir hörten an einem Abend Blasmusik aus dem Tal heraufklingen – ein lokales Fest, das wir dann spontan besucht haben. So taucht man gleich noch tiefer in die Region ein.
  • Erlebnisangebote: Für den Adrenalinkick stehen Paragliding-Tandemflüge in Mayrhofen hoch im Kurs. Jeden Tag sahen wir etliche bunte Schirme am Himmel. Einer aus unserer Gruppe hat’s ausprobiert und war begeistert: „Abheben über dem Zillertal ist der Wahnsinn!“ meinte er. Wer also neben dem Wandern noch etwas außergewöhnliches erleben will – Möglichkeiten gibt es genug. Auch Mountainbiking ist in der Gegend top (zahlreiche Verleihstationen im Ort). Wir haben es diesmal bei Wandern belassen, aber wer weiß, beim nächsten Mal vielleicht?
  • Hüttenabende: Unsere Abende auf der Hubertushütte waren genauso wertvoll wie die Tage draußen. Nehmt gern ein Kartenspiel, Würfelspiel oder eine Gitarre mit, wenn ihr sowas mögt. Nichts schlägt einen Hüttenabend bei Kerzenlicht, mit einem Glas Wein oder Zirbenschnaps in der Hand und guten Gesprächen unter Freunden. Gerade weil kein Fernseher flimmert (okay, es gab einen, aber der blieb aus) und man abgeschnitten vom Trubel ist, entstehen wunderbare gemeinsame Erinnerungen.

Die Hubertushütte – Lage, Ausstattung und Atmosphäre – Zillertal

Lage: Die Hubertushütte liegt am Oberkumbichl oberhalb von Mayrhofen – idyllisch am Hang auf etwa 670 m Höhe. Obwohl sie so ruhig und abgeschieden wirkt, ist der Ortskern von Mayrhofen in nur rund zehn Gehminuten erreichbar. Perfekt, um morgens frische Brötchen zu holen oder abends noch durchs Dorf zu schlendern. Von der Hüttenterrasse blicken wir direkt ins Zillertal: Unten das lebendige Mayrhofen, gegenüber der Actionberg Penken mit seinen Seilbahnen und Skipisten, und ringsum nichts als Berggipfel. Dieses Panorama lässt uns sofort durchatmen und in Urlaubsstimmung eintauchen. Der Standort ist ein riesiger Vorteil – man ist mitten in der Natur und hat trotzdem Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants in Reichweite.

Ausstattung: Drinnen empfängt uns eine urig-gemütliche Atmosphäre mit allem Komfort, den man sich für eine Woche Selbstversorgerurlaub wünscht. Die Hütte ist aus einem historischen Getreidespeicher (einem sogenannten Troadkastn) entstanden und besteht fast komplett aus duftendem Holz, was sofort für Behaglichkeit sorgt. Auf etwa 90 m² Wohnfläche finden bis zu 7 Personen Platz – ideal also, wenn man mit Familie oder Freunden unterwegs ist. Es gibt drei Schlafzimmer (zwei Doppelzimmer und ein Dreibettzimmer mit Stock- und Einzelbett), genug Rückzugsmöglichkeiten also nach langen Wandertagen. Die Küche ist voll ausgestattet: Von E-Herd mit Backofen über Kühlschrank bis Kaffeemaschine, Toaster und Wasserkocher ist alles da. Sogar eine Spülmaschine – Luxus in einer Berghütte! Am großen Esstisch in der Stube versammeln wir uns abends gern zum Karten spielen oder um gemeinsam zu kochen. Ein Highlight ist der traditionelle Kachelofen im Wohnbereich, der an kühleren Abenden wohlige Wärme spendet. Zusätzlich gibt es SAT-TV und stabiles WLAN – praktisch, um Wetterberichte zu checken oder Fotos mit Daheimgebliebenen zu teilen (auch wenn wir das Digitale meist links liegen ließen). Das Badezimmer mit Dusche und ein separates WC sind einfach, aber sauber und völlig ausreichend. Draußen vor der Tür wartet eine kleine Terrasse mit Sitzbank, von der man die Berge und das Tal im Blick hat. Hätten wir uns etwas wünschen dürfen, dann vielleicht einen größeren Terrassentisch oder mehr Sitzgelegenheiten draußen, um die lauen Sommerabende noch ausgiebiger zu genießen – aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Atmosphäre: Die Hubertushütte strahlt Authentizität pur aus. Sobald wir eintreten, fühlen wir uns wie in einem Alpen-Märchen: knarrende Holzdielen, liebevoll rustikale Deko und dieser unnachahmliche Holz-Geruch. Hier ist nichts modern-steril, sondern alles echt und mit Charakter. Man merkt, dass die Hütte Geschichte hat – jeder Balken erzählt ein Stück Tiroler Tradition. Gleichzeitig fehlt es an nichts, was man für einen komfortablen Aufenthalt braucht. Diese gelungene Mischung aus urig und praktisch verleiht der Hütte einen ganz besonderen Charme. Wir haben die Abende am knisternden Ofen sehr genossen – draußen die völlige Stille der Berge, drinnen Kartenrunden bei Kerzenschein und das Gefühl, weit weg von der Hektik zu sein. Genau das hatten wir gesucht!

Vorteile und kleine Einschränkungen: Als Basislager für eine Wanderwoche in Tirol ist die Hubertushütte nahezu ideal. Die Lage vereint Ruhe und Nähe zum Geschehen, Wanderwege starten quasi vor der Haustür, und man kann das Auto bequem direkt an der Hütte parken (zwei Stellplätze stehen bereit). Apropos Auto: Für größere Einkäufe oder Ausflüge in entferntere Seitentäler ist ein Wagen definitiv von Vorteil – bergauf mit schweren Einkaufstüten vom Supermarkt zurückzulaufen wäre weniger spaßig. Ein Auto empfehlen wir also, auch wenn man theoretisch nicht darauf angewiesen ist. Ein kleiner Wermutstropfen sind die zusätzlichen Hüttenregeln, die man aber von solchen Selbstversorger-Unterkünften kennt: Mülltrennung ist Pflicht (man bringt den Müll selbst ins Tal zum Recyclinghof) und am Ende der Woche muss die Hütte besenrein hinterlassen werden. Auch kommen Nebenkosten wie Kaution, Kurtaxe und Endreinigung hinzu – das sollte man bei der Reiseplanung im Blick haben. Uns hat das nicht gestört, denn es überwiegt ganz klar die Freude über dieses urige Hüttenerlebnis. Wer hier Urlaub macht, weiß vorher, dass es kein Hotelservice ist, sondern Teil des Abenteuers, sich selbst zu versorgen. Für uns machte gerade das den Reiz aus.

Zum Schluss noch: Vergesst nicht, einfach den Moment zu genießen. Bei all den Aktivitäten und Plänen haben wir uns immer wieder bewusst gemacht, wie privilegiert wir sind, diese Natur erleben zu dürfen. Mal ein Innehalten, ein Blick in den Sternenhimmel (in einer klaren Nacht sahen wir über der Hütte die Milchstraße glitzern!) – solche Augenblicke sind unbezahlbar.