Der neue Ford Capri – das Kult-Coupé kehrt als Elektro-SUV zurück

Fahrzeugvorstellung

Der Name Ford Capri dürfte bei vielen Autoliebhabern nostalgische Erinnerungen wecken. In den 1970er und 80er Jahren stand der Capri für ein erschwingliches Sport-Coupé mit Heckantrieb, eine Art „europäischer Mustang“ für die Straße. Doch kann ein modernes Elektroauto diesem Erbe gerecht werden? Ford wagt den Versuch: Der neue Ford Capri ist zurück – und zwar vollelektrisch als stylisches SUV-Coupé.

Dieses Modell hat mit dem Klassiker von damals technisch kaum noch etwas gemein. Statt röhrendem V6-Motor gibt es einen leisen Elektromotor, statt Zwei-Türen-Flitzer einen geräumigen Viertürer. Was geblieben ist, ist der klangvolle Name und der Anspruch, Fahrspaß für breitere Käuferschichten erschwinglich zu machen. Mit einer Reichweite von über 600 km, modernster Technik im Innenraum und bis zu 340 PS Leistung will der Capri der Neuzeit überzeugen.

In diesem Blogbeitrag stelle ich euch den vollelektrischen Ford Capri ausführlich vor. Wir schauen uns Design und Innenraum an, werfen einen Blick auf die technischen Daten wie Akku, Reichweite und Ladeleistung, und fühlen dem Fahrverhalten auf den Zahn. Natürlich beleuchten wir auch, welche Vorteile und Nachteile der neue Capri mitbringt und für wen er sich besonders eignet. Auf geht’s – schauen wir uns an, ob die Wiederauferstehung des Capri gelingt!

Design – modernes SUV-Coupé mit Capri-DNA

Wer den neuen Ford Capri zum ersten Mal sieht, erkennt nicht sofort den Klassiker wieder – und das ist Absicht. Ford wollte kein Retro-Design, sondern ein eigenständiges, zeitgemäßes Fahrzeug auf die Räder stellen. Herausgekommen ist ein sportlich gezeichneter Crossover mit Coupé-Silhouette, der dennoch ein paar subtile Anspielungen auf den alten Capri bereithält.

Von vorne trägt der Capri vier markante LED-Leuchtelemente, die durch einen schwarzen Leisten-Grill optisch verbunden sind. Diese „Vieraugen-Gesichter“ erinnern Kenner an den Capri der 1980er Jahre, ohne dass das Design altbacken wirkt. Die Motorhaube und die vorderen Kotflügel teilt sich der Capri übrigens mit seinem Plattformbruder Explorer – doch dank abgesenktem Fahrwerk (um etwa 1 cm tiefer als der Explorer) duckt sich der Capri etwas dynamischer auf die Straße. Das Ergebnis ist ein Frontblick, der eher sportlich-schlank als bullig wirkt.

Die Seitenansicht zeigt das typische SUV-Coupé-Profil: eine leicht abfallende Dachlinie, kräftige Schultern und ein Heck, das fließend ausläuft. Hier hat Ford bewusst eine Linie integriert, die an den „Capri-Schwung“ des Originals angelehnt ist – besonders das hintere Seitenfenster mit der rund auslaufenden Ecke soll diesen Wiedererkennungseffekt bieten. Praktischer Nebeneffekt: Trotz der coupéhaften Form bleibt die Kopffreiheit im Fond ordentlich, da das Dach erst spät abfällt.

Am Heck setzt sich das Design-Konzept fort. Vier LED-Rückleuchten-Elemente, verbunden durch ein schwarzes Zierelement über die gesamte Fahrzeugbreite, spiegeln das Vieraugen-Thema auch hinten wider. Das Schriftzug Capri prangt mittig hinten, allerdings dezent hinter der dunkel getönten Leiste integriert. Auffällig: Auf einen Heckscheibenwischer wurde verzichtet, um die cleane Coupé-Optik nicht zu stören – das kennen wir so ähnlich auch von manchen anderen Design-SUVs.

Insgesamt wirkt der neue Capri modern und eigenständig. Er misst rund 4,63 m in der Länge und 1,63 m in der Höhe – damit ist er etwas länger als der Explorer, aber dank der niedrigeren Dachlinie deutlich flacher. Das Ergebnis ist ein eleganter Auftritt, der irgendwo zwischen SUV und Fließheck-Limousine angesiedelt ist. Ford bietet den Capri in mehreren Lackfarben an, darunter auch ein leuchtendes Vivid Yellow – eine Hommage an die bunten Farbpaletten des historischen Capri. Kurzum: Das Äußere des Elektro-Capri ist kein Retro-Abklatsch, sondern eine gelungene Mischung aus modernen Crossover-Trends und einigen wohl dosierten nostalgischen Details.

Innenraum und Komfort – Hightech trifft Alltagstauglichkeit

Im Cockpit des neuen Capri setzt Ford auf Minimalismus und moderne Technik. Fast alle Bedienelemente laufen über den zentralen Touchscreen, der im Capri hochkant (vertikal) eingebaut ist und satte 14,6 Zoll misst. Dieser große Bildschirm fällt sofort ins Auge und fungiert als Steuerzentrale für Navi, Entertainment, Fahrzeugfunktionen und Klima. Physische Knöpfe sucht man vergeblich – bis auf den Warnblinkschalter unter dem Display. Das mag zunächst überwältigend wirken, doch Ford hat darauf geachtet, die Menüführung übersichtlich zu gestalten. Wichtige Funktionen wie Temperatur, Front- und Heckscheibenheizung oder Sitzheizung sind dauerhaft im unteren Bildschirmbereich erreichbar, sodass man nicht erst durch Untermenüs tippen muss.

Ein besonderes Gimmick ist der verstellbare Bildschirm: Auf Knopfdruck lässt er sich in der Neigung verstellen und gibt dahinter ein geheimes Staufach frei. In diesem „My Private Locker“ lassen sich Wertgegenstände wie Smartphone oder Geldbeutel verstecken und sogar per PIN verriegeln. Zudem findet man dort zusätzliche USB-Anschlüsse. Diese clevere Doppelfunktion des Displays – Infotainment und Safe in einem – dürfte besonders Technikfans freuen und ist im Wettbewerbsumfeld ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Hinter dem Lenkrad sitzt ein schmales 5-Zoll-Digitaldisplay als Tacho und Fahrerinfodisplay. Es zeigt Geschwindigkeit, Akkustand und die wichtigsten Fahrassistenz-Informationen an, verzichtet aber auf überladene Grafik. Viele Infos wandern dafür ins Head-up-Display, das optional erhältlich ist und die wichtigsten Daten ins Sichtfeld der Frontscheibe projiziert. Das Lenkrad selbst hat eine kleine Hommage an frühere Ford-Modelle: die dritte Lenkradspeiche ziert eine metallische Spange mit ausgestanzten Löchern – ein Designgriff, der schon beim Ford Cortina (dem technischen Vorfahren des originalen Capri) zu finden war. Weniger nostalgisch sind die Bedientasten am Lenkrad: Hier setzt Ford auf berührungsempfindliche Kunststofffelder, ähnlich wie VW sie verwendet. Einige Tester monieren, diese Knöpfe fühlten sich etwas wackelig an – hier hätte man sich vielleicht solidere Tasten gewünscht.


Die Materialauswahl im Innenraum ist insgesamt eher funktional als luxuriös. Das Armaturenbrett besteht größtenteils aus Hartplastik; nur an einigen Stellen, wie einem schmalen Zierstreifen, findet sich weiche Polsterung. In den vorderen Türen gibt es teils Softtouch-Oberflächen, hinten jedoch dominieren harte Kunststoffe. Auch die Mittelkonsole ist schlicht gehalten – zwar gibt es einen kleinen gepolsterten Bereich dort, wo das Knie anliegt, aber insgesamt merkt man: Der Capri will kein Premium-Luxusschlitten sein, sondern ein solides Tech-Auto für den Alltag.

Immerhin: Nichts wirkt optisch billig, und die Verarbeitung ist ordentlich, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau teurerer Wettbewerber.

Dafür punktet der Capri mit durchdachter Ergonomie und viel Stauraum. Die Vordersitze – serienmäßig Sportsitze – sind angenehm breit und bequem, auf Wunsch sogar mit Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken (AGR) für rückenschonendes Sitzen. Fahrer und Beifahrer genießen eine erhöhte Sitzposition mit gutem Überblick, ohne dass man sich wie in einem LKW fühlt. Zahlreiche Ablagen erleichtern den Alltag: Zwei Fächer in der Mittelkonsole (eins davon mit induktiver Ladeschale fürs Handy und eins mit herausnehmbaren Cupholdern), großzügige Türfächer und das MegaConsole-Staufach unter der vorderen Armlehne, das stolze 17 Liter fasst. Letzteres schluckt problemlos Handtaschen, Laptops oder eine ganze Picknick-Ausrüstung – Ford wirbt nicht zu Unrecht damit, dass man hier fast einen Rucksackinhalt unterbringen kann.

Auch im Fond bietet der Capri ordentlich Platz. Trotz der Coupélinie ist die Kopffreiheit für Personen bis etwa 1,85 m ausreichend, und die Beinfreiheit profitiert vom langen Radstand (knapp 2,77 m wie beim Explorer). Drei Erwachsene passen in der zweiten Reihe, wobei es zu dritt etwas kuschelig wird – für zwei Passagiere hinten ist es aber sehr bequem. Praktisch: In der Premium-Ausstattung gibt es sogar eine Durchlade-Möglichkeit in der Rücksitzbank (eine klappbare Ski-Durchreiche), falls man mal längere Gegenstände transportieren will, ohne die ganze Bank umzuklappen.

Stichwort Transport: Der Kofferraum des Capri ist überraschend geräumig. Offiziell passen ca. 572 Liter Gepäck hinter die elektrische Heckklappe – mehr als in manch klassischem Kombi. Legt man die Rücksitze um (im Verhältnis 60:40), stehen bis zu 1.510 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Die Ladefläche ist schön eben, und ein doppelter Boden (serienmäßig) ermöglicht es, Kleinkram unsichtbar zu verstauen oder den Boden höher zu setzen, damit keine Stufe entsteht. In der Praxis reicht der Gepäckraum locker für den Urlaub mit der Familie: Im ADAC-Test konnte man beim Capri sogar mehr unterbringen als im etwas kürzeren Explorer-Bruder. Nur die Heckscheibe ist bei voller Beladung etwas flacher – sehr große Umzugskartons müssen eventuell eher liegend verstaut werden. Einen Frunk (Front-Kofferraum) wie bei manchen anderen E-Autos sucht man im Capri allerdings vergeblich, da die Technik vorn den Platz beansprucht.

Unterm Strich vermittelt der Innenraum des Ford Capri ein modernes, aufgeräumtes Ambiente mit viel Alltagsnutzen. Hightech-Features wie der große Touchscreen und das clevere Staufach treffen auf pragmatische Tugenden wie große Ablagen und variable Platzverhältnisse. Luxusmaterialien darf man zwar keine erwarten, doch dafür fühlt man sich sofort wohl und findet sich intuitiv zurecht – und genau das ist für ein Auto, das auch Einsteiger in die E-Mobilität ansprechen soll, entscheidend.

Antrieb, Akku und Reichweite – drei Varianten für unterschiedliche Ansprüche

Unter dem schicken Blechkleid steckt beim Ford Capri bewährte Elektro-Technik. Ford nutzt hier die MEB-Plattform von Volkswagen – das ist ein modularer Elektro-Baukasten, auf dem auch VW ID.4/ID.5 oder der Audi Q4 e-tron basieren. Das bedeutet: Radstand, Batteriepakete und E-Motoren sind eng mit diesen Modellen verwandt. Ford hat jedoch an der Abstimmung gefeilt und eigene Software sowie Fahrwerkskomponenten verwendet, um dem Capri eine eigene Note zu geben (dazu gleich mehr beim Fahrverhalten).

Der Capri wird in drei Antriebsvarianten angeboten, sodass für verschiedene Bedürfnisse etwas dabei ist:

  • Standard Range (52 kWh, Heckantrieb): Das Basismodell kommt mit einer Netto-Batteriekapazität von 52 kWh und einem Elektromotor an der Hinterachse, der 125 kW (170 PS) leistet. Damit beschleunigt der Capri in ca. 8,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht maximal 160 km/h. Die WLTP-Reichweite liegt bei rund 370 bis 393 km (je nach Ausstattung und Reifen). Dieser Einstieg eignet sich vor allem für Stadt- und Pendlerverkehr, wo man selten extrem weite Strecken fährt.
  • Extended Range RWD (77 kWh, Heckantrieb): Hier kommt ein größerer Akku mit 77 kWh zum Einsatz, kombiniert mit einem stärkeren Heckmotor (210 kW/286 PS). Der Sprint auf 100 km/h gelingt in etwa 6,4 Sekunden, die Spitze liegt bei 180 km/h. Das Highlight ist die Reichweite: bis zu 627 km nach WLTP schafft diese Version – einer der besten Werte in dieser Fahrzeugklasse. Realistisch sind im Alltag eher um die 500 km, aber selbst das ist für lange Touren sehr komfortabel. Diese Variante dürfte für die meisten Allround-Nutzer die attraktivste sein, da sie einen guten Mix aus Leistung und maximaler Reichweite bietet.
  • Extended Range AWD (79 kWh, Allradantrieb): Das Topmodell hat zwei E-Motoren (einen vorn, einen hinten) mit zusammen 250 kW (340 PS Systemleistung) und zieht seine Energie aus einer 79 kWh-Batterie. Trotz etwas höherem Gewicht katapultiert sich der Allrad-Capri in nur ca. 5,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h – das ist Sportwagen-Niveau. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt bei 180 km/h (elektronisch abgeregelt). Die Dual-Motor-Variante bietet sehr viel Power und Traktion, was vor allem bei Überholvorgängen oder auf rutschiger Fahrbahn Vertrauen gibt. Die Reichweite liegt hier bei bis zu 592 km (WLTP). Das ist etwas weniger als beim heckgetriebenen Modell, da zwei Motoren und Allradantrieb mehr Energie verbrauchen. In der Praxis muss man mit gut 450–500 km Reichweite rechnen, was immer noch mehr als ausreichend für die meisten Zwecke ist.

Alle Capri-Modelle setzen auf modernste Lithium-Ionen-Batterietechnologie (Nickel-Mangan-Cobalt Zellen) und ein 400-Volt-Bordnetz. Positiv: Trotz der unterschiedlichen Akkugrößen sind die Batteriepakete platzsparend im Fahrzeugboden untergebracht, wodurch der Schwerpunkt niedrig bleibt und kein Innenraumvolumen verloren geht. Ford gibt die Garantie auf den Hochvoltakku üblicherweise über 8 Jahre oder 160.000 km, sodass man sich um die Haltbarkeit keine großen Sorgen machen muss.

Mit den verschiedenen Antriebsoptionen kann jeder Käufer den Capri nach seinen Bedürfnissen auswählen – vom preisbewussten Stadtfahrer bis zum Vielfahrer, der möglichst selten nachladen will. Im nächsten Abschnitt schauen wir auf die Ladeleistung und Ladezeiten, denn Reichweite ist nur die halbe Miete bei einem E-Auto.

Laden und Ladezeiten – flott wieder Energie tanken / Ford Capri

Große Akkus nützen wenig, wenn das Aufladen ewig dauert. Beim Ford Capri hat man sich darum bemüht, ordentliche Ladeleistungen zu bieten, damit der Stromer schnell wieder einsatzbereit ist. Je nach Modell unterscheiden sich die maximalen DC-Schnellladeleistungen etwas:

  • Standard Range (52 kWh): max. ca. 145 kW Ladeleistung (DC). Dank des kleineren Akkus dauert eine Ladung von 10 % auf 80 % nur rund 25 Minuten. Das entspricht einer durchschnittlichen „Tankgeschwindigkeit“ von etwa 1,5 kWh pro Minute – oder anders ausgedrückt: In einer Minute lädt der Capri genug Strom für gut 10 km Reichweite nach.
  • Extended Range RWD (77 kWh): max. ca. 135 kW (DC). Hier ist interessanterweise die Ladeleistung etwas geringer als beim kleineren Akku. Eine 10–80 %-Ladung benötigt etwa 28 Minuten. Pro Minute fließen ca. 1,9 kWh in die Batterie, was ungefähr 14–16 km zusätzlicher Reichweite pro Minute entspricht.
  • Extended Range AWD (79 kWh): max. ca. 185 kW (DC). Das Topmodell lädt am schnellsten – in nur 26 Minuten von 10 % auf 80 %. Die Spitzenleistung von 185 kW wird dabei allerdings nicht die ganze Zeit gehalten, sondern meist nur im Optimalbereich des Ladestands. Im Schnitt kam der Capri AWD in Tests auf etwa 127 kW im Ladefenster 10–80 %. Trotzdem ergibt das eine hohe Nachladegeschwindigkeit von rund 2,1 kWh pro Minute bzw. bis zu 15 km Reichweite pro Minute Ladezeit.

Alle Angaben beziehen sich auf ideales Laden an einer entsprechenden High-Power-Charging-Station (z.B. 150 kW oder 300 kW Ladesäule) und bei optimaler Batterietemperatur. Praktisch bedeutet das: Auf der Langstrecke kann man nach gut 25–30 Minuten Kaffeepause wieder rund 300–400 km weiterfahren – das dürfte den meisten Reisenden ausreichen. Wichtig für Winter und Sommer: Der Capri besitzt eine Batterie-Vorkonditionierung. Wenn man im Navigationssystem einen Schnellladepark als Ziel eingibt (oder manuell im Menü die Vorkonditionierung anstößt), bringt das Fahrzeug den Akku auf die ideale Temperatur zum Schnellladen. So erzielt man auch bei Kälte möglichst gute Ladezeiten.

Zu Hause oder an öffentlichen AC-Ladesäulen lädt der Capri dreiphasig mit bis zu 11 kW Wechselstrom. Damit lässt sich selbst der große Akku über Nacht (in ca. 8 Stunden) von leer wieder voll laden – vorausgesetzt, man hat eine Wallbox oder entsprechenden Drehstrom-Anschluss. Für die meisten Fahrer dürfte das Laden über Nacht im Alltag die Regel sein, während Schnellladestopps nur auf Langstrecken nötig werden. Apropos Alltag: Ford bietet optional eine Wärmepumpe an, die besonders im Winter die Effizienz erhöht, indem sie die Abwärme zur Innenraumheizung nutzt. Das schont die Batterie und erhöht die Reichweite bei kalten Temperaturen – ein nützliches Extra für Vielfahrer im kalten Klima.

In Sachen Ladeinfrastruktur setzt Ford auf gängige Standards: Der Capri nutzt den CCS-Anschluss (Combo-Stecker) und unterstützt natürlich Funktionen wie zeitgesteuertes Laden und eine App-Anbindung über FordPass, um Ladevorgänge zu überwachen. Plug-and-Charge (automatisches Authentifizieren an kompatiblen Ladesäulen, ohne extra Ladekarte) sollte ebenfalls funktionieren, da dies mittlerweile zum Standard bei vielen neuen E-Autos gehört – hier bleibt Ford also am Puls der Zeit.

Zusammengefasst können Capri-Fahrer mit konkurrenzfähigen Ladezeiten rechnen. Egal ob kurzer Ladestopp auf der Autobahn oder bequem über Nacht daheim: Der vollelektrische Capri lässt einen nicht lange warten, bis es weitergehen kann.

Technische Daten

Neuer Ford Capri (vollelektrisch)

Kompakt-SUV-Coupé – Reichweite, Ladeleistung, Antriebe und Maße im Überblick

PlattformMEB (400 V)
AntriebeRWD 125 kW / 210 kW · AWD 250 kW
Batterie (netto)52 / 77 / 79 kWh
WLTP-Reichweitebis zu 627 km (ER RWD)
0–100 km/h8,7 s · 6,4 s · 5,3 s
Vmax160–180 km/h
DC-Ladenbis 145 / 135 / 185 kW (10–80 % ≈25–30 min)
AC-Laden11 kW (3-phasig)
AbmessungenL ~4.63 m · B ~1.87 m · H ~1.63 m
Radstand~2.77 m
Kofferraum572–1.510 l
Anhängelastbis 1.200 kg (gebremst)
Wärmepumpeoptional
AssistenzACC, Spurführung, 360°-Kamera (opt.)
Infotainment14,6″ Touch · OTA · CarPlay/AA
HV-Akku-Garantie8 J / 160.000 km

*Hinweis: Angaben können je nach Ausführung/Ausstattung abweichen..

RWD & AWD bis 627 km WLTP 185 kW DC (AWD) 11 kW AC 572 l Kofferraum

Fahrverhalten – komfortabel unterwegs mit genügend Dynamik

Kommen wir zum Fahrgefühl: Wie fährt sich der elektrische Ford Capri auf der Straße? Zunächst sollte man sich von dem sportlichen Namen nicht täuschen lassen – trotz „Capri“ ist dieses Auto in erster Linie ein komfortabler Crossover und kein puristischer Sportwagen. Ford hat dem Fahrwerk eine eher komfortable Grundabstimmung gegeben, passend zum Charakter eines Alltagautos. Das bedeutet: Der Capri bügelt Unebenheiten souverän weg und fährt sich auch auf längeren Strecken entspannt. Selbst auf holprigen Straßen bleibt das Stahlfahrwerk gelassen und steckt die 2,1 Tonnen Fahrzeugmasse gekonnt weg, ohne dass die Insassen durchgerüttelt werden.

In schnellen Kurven merkt man dann allerdings doch, dass der Capri ein hohes, schweres SUV-Coupé ist. Die Karosserie neigt sich leicht (Body-Roll), wenn man dynamisch einlenkt – nicht dramatisch, aber spürbar für sportlich ambitionierte Fahrer. Adaptive, elektronisch verstellbare Dämpfer bietet Ford für den Capri nicht an (auch nicht gegen Aufpreis), sodass man mit dem serienmäßigen Set-up auskommen muss. Das ist wie gesagt komfortabel abgestimmt; wer einen knüppelharten Sportmodus erwartet, wird ihn hier nicht finden. Dafür bleibt der Capri stets berechenbar und sicher.

Die Lenkung des Capri ist sehr leichtgängig, was im Stadtverkehr und beim Einparken angenehm ist. Bei höherem Tempo könnte man sich etwas mehr Widerstand und Rückmeldung wünschen – die Direktion wirkt teils etwas indirekt und feedbackarm. In schnellen Kurven fehlt das „sportliche“ Lenkradgefühl ein wenig, weil die Lenkung relativ weich zentriert. Vorteil der sanften Abstimmung: Im Alltag lässt sich der Capri mühelos manövrieren und ermüdet nicht durch ein schweres Lenkrad. Nur wenn man wirklich zügig unterwegs ist, hätte man gern etwas mehr Präzision.

Trotz dieser komfortbetonten Auslegung kann der Capri durchaus Fahrspaß bieten – vor allem abhängig von der gewählten Motorisierung. Das Heckantriebsmodell (RWD) mit 210 kW entfaltet eine spürbare Agilität: Durch den fehlenden Frontmotor ist das Fahrzeug etwas leichter und die Gewichtsverteilung hecklastiger. In schnell gefahrenen Kurven lässt sich der Capri RWD leicht zum Mitlenken des Hecks animieren (ein Hauch von Übersteuern), was geübten Fahrern ein Grinsen ins Gesicht zaubert. Ford hat das ESP (elektronisches Stabilitätsprogramm) bewusst so programmiert, dass es kleine Lastwechselreaktionen zulässt, bevor es eingreift – dadurch fühlt sich das Handling lebendiger an. Wichtig: Das Eingreifen erfolgt dennoch zuverlässig, sobald es kritisch wird, und fängt das Auto sicher ab. Der Heckantrieb bringt also eine Prise Sportlichkeit, ohne die Sicherheit zu opfern.

Das Allradmodell (AWD) dagegen klebt förmlich auf der Straße. Mit vier angetriebenen Rädern beschleunigt der Capri AWD extrem souverän, auch bei Nässe oder auf rutschigem Untergrund. Hier kommt das hohe Drehmoment von bis zu 679 Nm voll zur Geltung – der Vortrieb ist jederzeit mühelos abrufbar. In Kurven vermittelt der Allradantrieb viel Stabilität: Untersteuern (übers Vorderrad schieben) tritt kaum auf, der Capri bleibt neutral und gut beherrschbar. Natürlich merkt man das höhere Gewicht ein wenig, aber insgesamt ist das Gefühl von Traktion und Sicherheit im AWD hervorragend. Wer also vor allem ein souveränes Fahrverhalten bei allen Wetterbedingungen schätzt, wird mit dem AWD sehr glücklich – zumal die 340 PS für reichlich Durchzug sorgen, z.B. 60–100 km/h Überholvorgänge in unter 3 Sekunden erledigen.

Bei aller Beschleunigung sollte man aber nicht vergessen: Die Physik lässt sich nicht austricksen. Die Bremsen im Capri stehen vor der Aufgabe, über zwei Tonnen Fahrzeug sicher zu verzögern. Zwar verfügt der Capri über ein Rekuperationssystem (Energierückgewinnung beim Verzögern), doch eine richtige One-Pedal-Bedienung – also das Fahren fast ohne Bremspedal – beherrscht er nicht. Die Verzögerung beim Lupfen des Strompedals ist eher mild (vor allem, um gleichmäßiges Gleiten zu ermöglichen). Für kräftige Verzögerungen muss man also auf die klassischen Scheibenbremsen zurückgreifen. Diese verzögern den Capri zwar effektiv (der Bremsweg aus 100 km/h liegt um die 34 m, ein guter Wert), doch das Bremsgefühl könnte besser sein. Einige Fahrer bemängeln, dass das Pedal relativ weich und ohne klaren Druckpunkt ist. Es braucht Feingefühl, um sanft zum Stillstand zu kommen – am besten lässt man so viel wie möglich die Rekuperation vorarbeiten. Hier merkt man, dass die Abstimmung der Bremse typisch für viele E-Autos ist, bei denen erst rekuperiert und dann mechanisch gebremst wird. Das ist kein Dealbreaker, aber ein Punkt, an den man sich gewöhnen muss.

Unterm Strich fährt sich der Ford Capri angenehm und unkompliziert. Er ist kein Sportwagen im klassischen Sinne, aber er bietet genügend Leistung, um auch mal zügig zu überholen oder auf der Autobahn mitschwimmen zu können. Sein größter Trumpf ist die Ausgewogenheit: Im Alltag ein leiser, komfortabler Cruiser; bei Bedarf aber durchaus dynamisch genug, um Spaß zu haben. Die Mischung aus entspanntem Fahrkomfort und solider Fahrdynamik dürfte gerade Einsteigern in die Elektromobilität ein sicheres Gefühl geben – und erfahrene Fahrer werden die hinterradgetriebene Agilität oder die Allrad-Power je nach Vorliebe zu schätzen wissen.

Technik und Assistenz – Infotainment, Konnektivität und Sicherheit – Ford Capri

Als modernes E-Auto hat der Ford Capri natürlich auch bei den Assistenzsystemen und der Konnektivität einiges zu bieten. Viele Features hat er serienmäßig an Bord, gerade was Sicherheit angeht. So gehören ein adaptiver Tempomat (ACC) mit Stop&Go-Funktion, ein Spurhalte-Assistent, Verkehrszeichenerkennung, ein Toter-Winkel-Warner und ein Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrererkennung bereits zur Grundausstattung. Im dichten Stadtverkehr warnt der Capri vor Querverkehr (praktisch beim Rückwärts-Ausparken) und hilft mit einer Rückfahrkamera sowie Parksensoren vorne und hinten beim Einparken. Kurz: Die gängigen Fahrerassistenzsysteme der Stufe 2 (teilautomatisiertes Fahren) sind alle an Bord, sodass man auf langen Fahrten entspannt mit Tempomat und Spurführung dahinrollen kann.

Wer noch mehr möchte, kann optional ein Assistenzpaket bestellen. Dieses umfasst zum Beispiel eine 360-Grad-Umgebungskamera (Bird-View), einen Ausstiegsassistenten (der vor herannahenden Radfahrern warnt, wenn man eine Tür öffnen will), einen Querverkehrs-Assistenten mit Notbremsfunktion sowie einen Head-up-Display, der die wichtigsten Infos (Geschwindigkeit, Navipfeile etc.) ins Sichtfeld des Fahrers projiziert. Auch ein automatischer Spurwechsel-Assistent auf der Autobahn ist in diesem Paket enthalten – damit setzt Ford fast schon auf Oberklasse-Niveau an Assistenz.

In puncto Infotainment haben wir bereits den riesigen Touchscreen erwähnt, der mit Ford Sync Move 2 läuft. Dieses System unterstützt selbstverständlich Apple CarPlay und Android Auto zur Smartphone-Integration (kabellos), und es bietet eine eingebaute Navigation mit Echtzeit-Verkehrsdaten. Die Software-Oberfläche wirkt aufgeräumt; Ford hat aus den Kritikpunkten an manchen VW-Systemen gelernt und zum Beispiel eine feste Leiste für Klima- und Sitzheizungsbedienung integriert. Updates kommen Over-the-Air (drahtlos übers Internet), sodass das System immer auf dem neuesten Stand bleiben kann, ohne dass man in die Werkstatt muss. Praktisch ist auch die FordPass-App: Damit lässt sich per Smartphone z.B. der Ladezustand prüfen, das Auto vorheizen oder aufsperren – gewohnte Connected-Car-Funktionen, die heute kaum noch fehlen dürfen.

Musikfans freuen sich über das optionale B&O Soundsystem von Bang & Olufsen mit 10 Lautsprechern, das im Premium-Modell serienmäßig ist. Auffällig ist der langgezogene Soundbar-Lautsprecher oberhalb des Armaturenbretts, der nicht nur schick aussieht, sondern für satten Klang im Innenraum sorgt. Ebenfalls im Premium dabei: Ambientebeleuchtung, die den Innenraum dezent in konfigurierbaren Farben erstrahlen lässt – nette Spielerei für die Atmosphäre bei Nacht.

Nicht zuletzt ist auch das Thema Sicherheit umfassend berücksichtigt. Der Capri verfügt über ein robustes Fahrgastschutzkonzept mit diversen Airbags (Front-, Seiten-, Kopfairbags für vorne und hinten) und modernen Assistenzfeatures wie einem Ausweichassistenten (der im Notfall beim schnellen Spurwechsel unterstützt, um ein Hindernis zu umfahren). Im Euro-NCAP-Crashtest erzielte der Ford Capri fünf Sterne – mit hohen Wertungen für Insassenschutz (knapp 90 % für Erwachsene) und Kinder (über 85 %). Auch der Fußgängerschutz und die Assistenzsysteme wurden gut bewertet, sodass man dem Capri ein sehr hohes Sicherheitsniveau attestieren kann. Für ein Familienauto ist das natürlich ein entscheidender Punkt: Man fühlt sich gut aufgehoben.

Insgesamt zeigt sich der neue Ford Capri in technischer Hinsicht up-to-date. Infotainment und Konnektivität lassen kaum Wünsche offen, die Assistenzsysteme arbeiten auf hohem Niveau und entlasten den Fahrer, und auch beim wichtigen Thema Sicherheit setzt der Capri ein Ausrufezeichen. Damit kann er nicht nur Technik-Enthusiasten begeistern, sondern bietet auch Einsteigern viel Komfort und Sicherheit bei der Umstellung auf die Elektromobilität.

Varianten und Preise – was kostet der Elektro-Capri?

Schauen wir noch auf die Ausstattungslinien und Preise des neuen Ford Capri. Ford bietet das Modell in verschiedenen Varianten an, sodass man je nach Budget und Wunschpaket wählen kann. Stand August 2025 gibt es drei Ausstattungen:

  • Style – die neue Einstiegsvariante: Hier bekommt man bereits alle wichtigen Grundlagen. LED-Scheinwerfer, 19-Zoll-Räder (Stahlfelgen mit Radkappen), Klimaautomatik (2-Zonen), Navi, die kompletten Assistenzsysteme (ACC, Spurhaltehilfe, Notbremsassistent etc.), beheizbare und elektrisch einstellbare Außenspiegel, sowie schon die Sportsitze vorn. Preislich startet der Capri Style mit dem 125-kW-Heckantrieb bei etwa 42.400 € (Listenpreis). Diese Basis ist attraktiv für alle, die den Capri günstig fahren wollen und auf Luxus-Extras verzichten können.
  • Select – die mittlere Ausstattungsstufe: Hier kommen einige Komfort-Features hinzu, z.B. 19-Zoll-Alufelgen, beleuchtete Türgriffe und ein schlüsselloses Zugangssystem (Keyless Entry). Wichtig: Die Select-Linie ist nur in Kombination mit den größeren Motorisierungen erhältlich (also dem 210-kW-Heckantrieb oder dem 250-kW-Allrad). Ein Capri Select mit 286 PS RWD liegt bei ca. 51.400 €, mit AWD bei rund 55.400 €.
  • Premium – die Top-Ausstattung: Wer alle Extras möchte, greift zu Premium. Hier sind u.a. 20-Zoll-Leichtmetallfelgen, Matrix-LED-Scheinwerfer mit automatischem Fernlicht, Ambientebeleuchtung, die induktive Handy-Ladeschale, Sitzheizung vorn und Lenkradheizung, ein elektrisch einstellbarer Fahrersitz, zwei zusätzliche USB-C-Anschlüsse im Fond und eine sensorgesteuerte elektrische Heckklappe serienmäßig. Auch das erwähnte B&O-Soundsystem ist hier inklusive. Die Premium-Ausführung ist mit jeder Motorisierung kombinierbar. Preislich geht es los bei etwa 48.400 € (mit 125-kW-Motor), 55.400 € für den 210-kW-Hecktriebler und rund 59.400 € für das volle Programm mit 340 PS AWD.

Natürlich sind das Listenpreise ohne eventuelle Umweltprämien oder Rabatte. In der Praxis kann man je nach Aktionen oder Leasingangeboten oft etwas sparen. Zum Marktstart Ende 2024 lagen die Einstiegspreise noch etwas höher; Ford hat aber zwischenzeitlich nachjustiert (Stichwort neue Basis Style), um den Capri attraktiver zu machen. Damit liegt er preislich im oberen Bereich seines Segments – kein Schnäppchen, aber man bekommt ein umfangreich ausgestattetes und eigenständig gestyltes Elektroauto dafür.

Tipps zur Wahl: Für die meisten Käufer dürfte der Capri Select mit 77-kWh-Akku der Sweet Spot sein – er bietet die riesige Reichweite von über 600 km und schon gute Ausstattung, ohne ganz so teuer zu sein wie das volle Topmodell. Wer jedoch Wert auf Allrad legt (etwa in schneereichen Regionen oder für Anhängerbetrieb) und die maximale Beschleunigung will, kommt um das Premium AWD kaum herum. Das Basismodell Style wiederum ist interessant für Preisbewusste, die hauptsächlich in der Stadt fahren – hier bekommt man die Capri-Grundqualitäten (schickes Design, gute Technik) am günstigsten, muss aber Abstriche bei Reichweite und einigen Komfortextras machen.

Apropos Anhänger: Der Capri darf gebremste Anhänger bis zu 1.200 kg ziehen. Das ist ausreichend für kleine Wohnwagen oder Anhänger mit z.B. einem Jetski oder Motorrädern, aber natürlich kein Vergleich zu klassischen Verbrenner-SUVs mit Anhängelasten von 2 Tonnen und mehr. Für die meisten Freizeitbedürfnisse (Gartenabfälle wegbringen, einen kleinen Anhänger im Urlaub) reicht es jedoch aus. Eine schwenkbare Anhängerkupplung ist als Option erhältlich.

Wer sich für den Capri interessiert, kann ihn bereits bei Ford-Händlern probefahren, da die ersten Modelle seit Ende 2024 verfügbar sind. Angesichts der zahlreichen Vorbestellungen kann es aber je nach Nachfrage zu Lieferzeiten kommen. Es lohnt sich, frühzeitig anzufragen oder über Fords Online-Konfigurator ein Wunschmodell zusammenzustellen. Vielleicht ergibt sich auch die Möglichkeit, im Rahmen von EV-Events oder Messen eine Sitzprobe zu machen – denn der Capri zieht als wiederbelebte Ikone viel Aufmerksamkeit auf sich.

Soviel zu Preisen und Varianten. Zum Abschluss fasse ich noch einmal die wichtigsten Pros und Contras des neuen Ford Capri zusammen, um euch die Entscheidung zu erleichtern.

Vorteile und Nachteile auf einen Blick – Ford Capri

Was macht der Ford Capri besonders gut, wo liegen mögliche Schwächen? Hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Plus- und Minuspunkte:

Vorteile:

  • Lange Reichweite: Mit bis zu 627 km WLTP (über 500 km real) bietet der Capri Extended Range eine der besten Reichweiten seiner Klasse – ideal für lange Fahrten.
  • Schnelles Laden: Kurze Ladezeiten (ca. 25–30 Minuten für 10–80 %) bedeuten, dass man auf Reisen nur kurze Stopps einlegen muss. Dazu Batterie-Vorkonditionierung für optimale Ladeleistung im Winter.
  • Geräumiger Innenraum: Trotz Coupé-Dach viel Platz für Passagiere und Gepäck (572 l Kofferraum, großzügige Kopffreiheit hinten). Zahlreiche Ablagen und clevere Details wie das Fach hinter dem Bildschirm erhöhen die Alltagstauglichkeit.
  • Umfangreiche Ausstattung & Sicherheit: Bereits in der Basis viele Assistenzsysteme serienmäßig. 5-Sterne-Crashtest, moderne Features wie Matrix-LED-Licht (in höheren Trims), Head-up-Display optional, etc. Man fühlt sich gut aufgehoben.
  • Design & Image: Auffälliges, eigenständiges Design mit Wiedererkennungswert. Der Name Capri weckt Interesse und Nostalgie – man fährt kein 08/15-Elektroauto.

Nachteile:

  • Kein echtes Sportcoupé: Wer einen spritzigen Nachfolger des klassischen Capri erwartet, könnte enttäuscht sein. Das Fahrverhalten ist eher komfortorientiert, das hohe Gewicht macht sich in Kurven bemerkbar.
  • Hoher Preis: Der Capri ist nicht günstig – insbesondere die besser ausgestatteten Varianten liegen preislich auf einem Niveau, wo es bereits Premium-Alternativen gibt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist solide, aber Schnäppchenjäger werden nicht fündig.
  • Kunststofflastiger Innenraum: Die Materialqualität innen bleibt hinter manch teurerem Konkurrenten zurück. Viel Hartplastik und nur wenig Soft-Touch – hier merkt man, dass Ford Kosten sparen musste.
  • Software/Bedienung Lernkurve: Das konsequente Touch-Bedienkonzept erfordert Eingewöhnung. Manche wünschen sich physische Knöpfe (z.B. für Lautstärke). Zudem gab es in frühen Tests kleinere Software-Aussetzer – zukünftige Updates sollen das aber verbessern.
  • Keine sportliche Topversion: Aktuell gibt es keine ST- oder RS-Variante o.ä. mit nochmals gesteigerter Performance. Die 340 PS sind zwar ordentlich, aber Enthusiasten hätten vielleicht eine noch straffere, sportlichere Version erwartet – die bleibt (vorerst) aus.

Wie man sieht, überwiegen beim neuen Ford Capri die Pluspunkte, aber er ist nicht frei von Kompromissen. Diese gilt es abzuwägen – und genau dabei soll das folgende Fazit helfen.

Neuer Ford Capri (vollelektrisch)

Lust auf alle offiziellen Infos, Bilder und Ausstattungsdetails? Hier geht’s direkt zur Herstellerseite.

  • Elektro-Crossover mit modernem Design
  • Großer Touchscreen & smarte Assistenzsysteme
  • Reichweiten- und Ladefakten auf einen Blick
Zur Herstellerseite

Fazit – ein Kultname in die Zukunft geführt | Ford Capri

Der vollelektrische Ford Capri erweist sich unterm Strich als gelungenes Comeback mit modernem Konzept. Natürlich – mit dem legendären Sportcoupé der 70er verbindet ihn außer dem Namen und ein paar Designzitaten wenig. Aber genau das war Fords Plan: den Spirit von damals (erschwinglicher Fahrspaß mit Stil) in die heutige Zeit zu übersetzen. Meiner Meinung nach ist dieses Experiment geglückt.

Der neue Capri überzeugt vor allem als praktisches Elektroauto für den Alltag, das dennoch genug Emotionen weckt, um aus der Masse hervorzustechen. Er bietet eine beeindruckende elektrische Reichweite, viel Platz und Komfort für die Familie und ein Design, das Blicke auf sich zieht. Die Technik an Bord ist auf der Höhe der Zeit – vom Infotainment bis zu den Assistenzsystemen muss man kaum Abstriche hinnehmen. Und mit seinen verschiedenen Varianten kann er sowohl Einsteiger ansprechen, die vielleicht ihr erstes E-Auto fahren, als auch erfahrene E-Mobilisten, die Wert auf Stil und solide Reichweite legen.

Kritikpunkte wie das hohe Gewicht oder die nicht supersportliche Abstimmung sollte man im Kontext sehen: Der Capri will kein Nischen-Sportler sein, sondern ein breit einsetzbares Crossover-Modell. Und das erfüllt er mit Bravour. Im Alltag ist die souveräne, entspannte Art zu fahren eher ein Vorteil – und wenn man doch mal dynamischer unterwegs sein möchte, liefern die 286 bzw. 340 PS mehr als genug Schub.

Persönlich finde ich besonders positiv, dass Ford dem Capri eigenen Charakter eingehaucht hat, obwohl darunter VW-Technik steckt. Man hat nie das Gefühl, einen einfachen Abklatsch eines VW ID-Modells zu fahren – der Capri fühlt sich „nach Ford“ an, mit all den kleinen Eigenheiten und dem anderen Design. Gerade Fans der Marke oder Nostalgiker dürften daran Gefallen finden.

Unterm Strich kann ich sagen: Der neue Ford Capri macht vieles richtig. Er kombiniert die Vernunftargumente eines E-Autos (null Emissionen im Betrieb, niedrige laufende Kosten, Förderung von E-Mobilität) mit einer Prise Emotion und Nostalgie. Für alle, die ein stylishes Familien-Elektroauto suchen, das nicht an jeder Ecke steht, ist der Capri definitiv eine Probefahrt wert. Vielleicht zaubert er – so wie sein Urahn – ja auch euch bald ein Lächeln ins Gesicht, nur eben diesmal nahezu lautlos im Elektrobetrieb.