Der neue Nissan Micra unter der Trendlupe

NISSAN Micra

Seit 1982 ist der Nissan Micra nun schon auf dem Markt – eine irre Zeitspanne! Anfänglich ein echter Kassenschlager, wurde das Modell im Laufe der Generationen recht beliebig, setzte kaum noch Kaufanreize und war einfach nur bieder. Design-Experimente, wie die Generationen K12 und K13, machten die Verkaufssituation in unseren Gefilden nicht unbedingt besser. Damit räumt der K14, also die aktuelle Generation des Nissan Micra gehörig auf! Das aktuelle Modell ist dynamisch gestylt, peppig-frech und kommt an. Welche Talente noch im japanischen Kleinwagen-Klassiker stecken, fanden wir unter der Trendlupe heraus.

Design – Der Nissan Micra macht an

Wir haben zwar nicht nachgemessen, aber der aktuelle Nissan Micra ist knapp vier Meter lang. Vier Meter! Wahnsinn, wie groß ein sogenannter Kleinwagen heutzutage ist. Und so verwundert es nicht, dass der Micra durchaus selbstbewusst auftritt. Zudem ist er deutlich hübscher, als seine Vorgänger – sorry, aber das muss einfach mal gesagt werden.

Zutaten, die seine Attraktivität unterstützen, sind der markentypische V-Motion Grill, das gepfeilte Tagfahrlicht und die grimmig dreinschauenden Scheinwerfer, die ihn deutlich breiter, als 1,74 m dastehen lassen. Tritt man ein paar Schritte zurück, erkennt man sofort, dass der Nissan Micra nicht nur ausdrucksstark, sondern auch dynamisch auftritt. Und das, obwohl er ein 5-Türer ist. Nicht erkannt? Dann heißt es genau hinzusehen, denn die hinteren Türgriffe sind in der C-Säule versteckt. Und, sind wir mal ehrlich, so ein 5-Türer ist deutlich praktischer, als sein 3-türiges Pendant. Wenn die hinteren Türen dann auch noch so elegant versteckt sind, wer kann sich da noch beschweren?

Doch der Nissan Mira ist nicht nur dynamisch und attraktiv, nein, er lässt sich auch nach eigenen Wünschen individualisieren. Vorbei die Zeiten, in denen ein Micra einfach langweilig daherkam. So gibt es den Japaner in neun verschiedenen Exterieur-Farben, von denen ihm das „Energy Orange“ besonders gut steht. Zusätzlich kann man Farbakzente setzen, wie etwa mit einer schwarzen Motorhaube, Außenspiegelkappen oder Leichtmetallfelgen bis zu 17-Zoll.

Innenraum – Komfortabel und hochwertig

Da der Nissan Micra K14 von seinen äußeren Abmessungen her schon fast in der Kompaktklasse wildert, darf man auch erwarten, dass es innen geräumig zugeht. Und es stimmt: Vier durchschnittlich große Erwachsene reisen kommod. Nur Großgewachsene stoßen auf der Rückbank an ihre Grenzen. Geräumig zeigt sich auch das Ladeabteil in seiner Standardkonfiguration: Hier stehen 300 Liter Ladevolumen parat. Mit maximal 1.004 Liter könnte bei umgelegter Rücksitzbank aber durchaus etwas mehr gehen.

Dafür erfreuen die ergonomisch geformten Sitze mit einer ermüdungsfreien Polsterung. Lässt man die Finger über die Oberflächen gleiten, wird man weich unterschäumte Kunststoffe wiederfinden. Natürlich gibt es auch Hartplastik, aber eben dort, wo man nicht ständig anfasst. Hinzu gesellen sich klare Rundinstrumente, je nach Ausstattung ein farbiger Bordcomputer sowie eine generell saubere, cleane Gestaltung. Die Bedienung gibt damit keine Rätsel auf. Angenehm zeigt sich auch der Geräuschkomfort – besonders dann, wenn man das Bose Personal Audiosystem dazu bestellt. Es bietet sechs Lautsprecher, davon zwei Ultra-Nearfield-Lautsprecher in den Kopfstützen sowie einen 360°-Sound. Ein durchaus druckvolles Erlebnis.

Ganz weit weg von einem Kleinwagen kommt man sich mit dem NissanConnect Infotainment vor – von wegen Sparversion. Mit einer Smartphone-Integration, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und seinem 7-Zoll-Touchscreen weiß das System durchaus zu überzeugen und macht den Nissan Micra höherklassig. Hinzu kommen diverse Apps, ein personalisierbares Home-Menü und Shortcuts, die die Bedienung vereinfachen. Nicht immer treffsicher wirkt die Spracherkennung, aber das ist in den wenigsten Fahrzeugen der Fall. Spannend: Via App lässt sich die Fahrt im Voraus planen und etwa das Ziel an das Fahrzeug senden.

Zuvorkommend ist der Nissan Micra obendrein: Über den Around-View-Monitor mit 360°-Kamera (besteht aus insgesamt vier Kameras), fallen Ein- und Ausparkmanöver ganz leicht. Außerdem gibt es zahlreiche Assistenten, wie etwa den intelligenten Notbremsassistenten, einen Spurhalte- und Totwinkel-Assistenten, eine Berganfahrhilfe sowie einen Fernlicht-Assistenten und eine Verkehrszeichenerkennung.

Antriebe – Der Nissan Micra ist kein Sportler

Wer aufgrund des schnittigen Äußeren einen Sportler erwartet, wird enttäuscht. Einen druckvollen Antrieb, der wie ein GTI nach vorne marschiert, gibt es nicht unter den ausschließlich erhältlichen Dreizylinder-Benzinern. Aber fangen wir langsam an.

Den Einstieg macht man mit dem 52 kW/71 PS starken Sauger mit einem Liter Hubraum. Mit 16,4 Sekunden auf 100 km/h und 158 km/h Höchstgeschwindigkeit wird dieser dem dynamischen Äußeren kaum gerecht. Besser macht es der IG-T 90 mit 1.0 Liter Hubraum und 66kW/90 PS. Dieser schafft es in immerhin 12,1 Sekunden auf 100 und auf 175 km/h V/max. Der IG-T100 ist um 8 kW bzw. 10 PS stärker und bietet entsprechend bessere Fahrleistungen: 184 km/h sind maximal drin, auf 100 km/h geht es in 10,9 Sekunden. Diesen Antrieb geben die Japaner mit 5,6 Litern auf 100 km an, knapp einen halben Liter weniger als im IG-T 90 und fast einen dreiviertel Liter besser als der Einstiegsmotor. Dynamisch wird es mit dem DIG-T 117 mit – man ahnt es – 117 PS bzw. 86 kW. Dieser ist 195 km/h schnell und knackt mit 9,9 Sekunden knapp die 10-Sekunden-Marke. Mit 6,1 Litern auf 100 km ist er zudem angenehm sparsam.

Preise und Ausstattungen

Kaum haben wir das Motorenkapitel abgeschlossen, geht die Ausstattungsqual erst los. So bekommt man den Topmotor nur in den Linien Acenta, N-Connecta, Tekna oder N-Sport – also in einer der höherwertigen Ausstattungen. Die schwächeren Aggregate sind mit fast allen Ausstattungen erhältlich – nur nicht als N-Sport. Was das im Detail bedeutet?

Neben einem Smart Key, einer Einparkhilfe mit Rückfahrkamera, einem Cockpit in Velours, einer Klimaautomatik, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie Spiegelkappen in Carbon-Optik bietet der N-Sport Elemente am Exterieur in „Glossy Black“. Das kostet mindestens 19.990 Euro – klingt viel, heißt aber auch, dass man fast mit Vollausstattung dem und dem Topmotor unterwegs ist.

Am anderen Ende steht die Basis für 11.990 Euro. Hier sind elektrische Fensterheber vorn, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, zahlreiche Ablagefächer, eine umklappbare Rücksitzbank, 15-Zoll-Stahlfelgen, LED-Tagfahrlicht, sämtliche Airbags und die wichtigsten elektronische Helferlein an Bord – das war´s. Entsprechend sollte es die Ausstattung „Visia Plus“ schon sein, da hier noch ein Audiosystem mit zwei Lautsprechern und Bluetooth-Schnittstelle, ein Start-Stopp-System und eine manuelle Klimaanlage hinzukommen. Kostenpunkt: 13.890 Euro.

Die Empfehlung bildet aber der Nissan Micra als „Acenta“. Hier bekommt man ein Audiosystem mit 7-Zoll-Touchscreen und vier Lautsprechern, den Bordcomputer mit 5-Zoll-Farbdisplay, ein Multifunktionslenkrad, silberne Deko-Einlagen und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen für 15.690 Euro – das ist durchaus fair. Teurer, aber wirklich reichhaltig ausgestattet, kommt „N-Connecta“. Hier sind elektrische Fensterheber rundum, ein Smart-Key, das NissanConnect Navigationssystem sowie eine Klimaautomatik, verdunkelte Scheiben und ein Regensensor enthalten. Dafür zahlt man dann aber auch mindestens 18.190 Euro – je nach Motor. 

Die Top-Ausstattung hört auf den Namen „Tekna“ und startet bei 19.590 Euro. Hier sind das Bose Soundsystem, Parksensoren und eine Rückfahrkamera sowie zahlreiche Assistenten und eine Sitzheizung enthalten. Zudem rollt der Nissan Micra dann auf 17-Zoll-Leichtmetallfelgen vor. Und so bleibt zum Schluss wieder einmal zu sagen, dass man mit dem Micra vielerlei Käufer anspricht – je nach Bedarf und Geschmack. Nur eines ist man mit dem Kleinwagen nicht mehr – bieder! Ein echter Segen!

Weitere Nissan Informationen findet ihr unter www.nissan.de